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Nutzerfreundlichkeit hat oberste Priorität Kleines Startup mit großen Plänen

Autor: Melanie Staudacher

Das Münchner Startup Ankhlabs hat sich der Nutzerfreundlichkeit von E-Mail-Verschlüsselung verschrieben. Als Add-In oder Web-Oberfläche steht die Lösung WeEncyrpt bereit, mit der per Knopfdruck Nachrichten sicher verschickt werden können.

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Ankhlabs möchte mit der Lösung WeEncyrpt den digitalen Alltag sicherer und einfacher machen. Hinter dem Software-Hersteller steht der Distributor MRM.
Ankhlabs möchte mit der Lösung WeEncyrpt den digitalen Alltag sicherer und einfacher machen. Hinter dem Software-Hersteller steht der Distributor MRM.
(Bild: 1STunningART - stock.adobe.com)

Wie eine aktuelle Studie von Reddoxx zeigt, verschlüsseln lediglich 12,6 Prozent der Deutschen ihre E-Mails. Volkan Yilmaz, Mitbegründer und Geschäftsführer bei Ankhlabs, sieht dafür verschiedene Gründe: Zum einen sind gängige Verschlüsselungslösungen sehr kompliziert. Die meist verbreiteten Möglichkeiten, PGP und S/MIME, würden hohe Voraussetzungen sowohl auf Empfänger- wie auch auf Senderseite erfordern, wie Zertifikate und zusätzliche Software. „Wenn die Lösung zu komplex ist, wie bei den gängigen Verschlüsselungsmethoden, dann setzen die Anwender meistens gar keine Sicherheitslösung ein“, erläutert Yilmaz.

Die Software von Ankhlabs, WeEncrypt, soll die Lösung dieser Herausforderung sein und E-Mail-Verschlüsselung einfach und intuitiv bedienbar machen. Denn für den Einsatz ist kein technisches Vorwissen notwendig. Und der Transfer bleibt auch dann sicher, wenn der Empfänger keine Verschlüsselungstechnologie einsetzt.

WeEncrypt

Volkan Yilmaz, Mitbegründer und Geschäftsführer bei Ankhlabs, verfolgt mit seinem Startup das Ziel, die E-Mail-Verschlüsselung nutzerfreundlicher zu machen.
Volkan Yilmaz, Mitbegründer und Geschäftsführer bei Ankhlabs, verfolgt mit seinem Startup das Ziel, die E-Mail-Verschlüsselung nutzerfreundlicher zu machen.
(Bild: AnkhLabs)

WeEncrypt steht als Add-In für Microsoft Outlook sowie als Web-App für iOS und Android in den jeweiligen App-Stores zur Verfügung. Anwender können über den Filesharing-Dienst bis zu 30 GB große Dateien verschlüsselt versenden. Ist der Empfänger der Nachricht ebenfalls bei WeEncrypt registriert, erhält er den Schlüssel über die Applikation automatisch und kann Inhalte direkt herunterladen. Ist er nicht registriert, erhält er den Schlüssel separat in einer zweiten E-Mail, die über eine andere Route als die verschlüsselte E-Mail geschickt wird. Die Verschlüsselung erfolgt bei Ankhlabs symmetrisch, das heißt, dass die Nutzer auf beiden Seiten denselben Schlüssel verwenden. Die Technik dabei basiert auf dem Standard AES 256.

Gestartet hat das Münchener Startup 2018 spartanisch mit einer PDF-Verschlüsselung. E-Mails und Anlagen wurden in ein verschlüsseltes PDF gepackt und verschickt. Das konnte jedoch keine dauerhafte Lösung sein, da die Entschlüsselung je nach PDF-Reader nicht immer reibungslos funktionierte, wie Yilmaz berichtet. Mittlerweile arbeitet die Lösung mit einem Download-Link, für den Nutzer lediglich einen gängigen Webbrowser benötigen.

Testen können Sie die Lösung unter weencrypt.io.

Mission Verschlüsselung

Einen weiteren Grund für die geringe Nutzung von Verschlüsselung sieht Yilmaz in den hohen Einstiegshürden vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Denn die Lösungen seien oft kostenintensiv, auch die Installation und der Betrieb seien mit hohem Aufwand verbunden. Wie seine Erfahrungen zeigen, sind teilweise Investitionen in neue Hardware erforderlich. Doch die meisten Unternehmen wünschen sich eine schlanke Lösung, die sofort einsatzbereit ist. Ankhlabs vertreibt seine Lösung als Abo-Modell, dadurch fallen keine Anfangsinvestitionen an. Die Installation ist laut Yilmaz sehr einfach gehalten, den Betrieb übernimmt das Startup.

Ankhlabs hat es sich zur Mission gemacht, die E-Mail-Verschlüsselung bekannter und attraktiver zu machen. „Mit dem Wissen, dass komplexe Software Anwender mit niedriger IT-Affinität oft überfordert, haben wir WeEncrypt so konzipiert, dass die Lösung selbst für unerfahrene E-Mail-User einfach und ohne Unterstützung durch Experten zu installieren und zu bedienen ist“, erläutert Yilmaz. „Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, den digitalen Alltag der Verbraucher ein kleines Stück sicherer und einfacher zu machen.“ Aus diesem Grund ist die Software für einzelne Privatpersonen, Schüler und Studierende sowohl über die Weboberfläche wie auch als E-Mail-Add-In kostenlos. Die Nutzer können auch ohne Registrierung Transfers bis zu 5 GB verschlüsselt durchführen.

Distribution als Basis

Um die Nutzerfreundlichkeit langfristig zu gewährleisten, sind die zehn Mitarbeiter vom Standort München aus in ständigem Austausch mit den Endkunden. „Dadurch können wir deren Bedürfnisse und Herausforderungen besser verstehen und passend darauf eingehen. Wir entwickeln unsere Software ständig weiter“, erklärt Yilmaz. Wie der Gründer berichtet, war es zu Beginn beispielsweise so, dass auch der Empfänger registrierter WeEncrypt-Nutzer sein musste, um ebenfalls verschlüsselt zu antworten. Mittlerweile gibt es eine Antwortfunktion, die über die Weboberfläche auch ohne Registrierung bereitgestellt wird.

Neben der direkten Betreuung der Kunden durch drei Vertriebsmitarbeiter vertraut das Startup auch auf den ITK-Channel. Die bisherige Partnerlandschaft besteht aus einigen Systemintegratoren und Resellern. Besonderer Schwerpunkt liegt jedoch auf der Zusammenarbeit mit dem Distributor MRM. „Unsere Partnerlandschaft soll auf jeden Fall wachsen. Der Plan ist es, über unseren Distributor MRM zu skalieren. Denn alleine wäre das für uns als kleines Startup nicht möglich“, sagt Yilmaz. Für die bestehenden Partner gibt es bisher ein einstufiges Partnerprogramm. Im nächsten Jahr wird das Team weiter daran arbeiten, die Lösung noch intuitiver und sicherer zu machen, da das Potenzial für Yilmaz auf jeden Fall vorhanden ist: „Gerade hinsichtlich Remote Work und Homeoffice benötigen wir einfachere Lösungen, die schnell und zielführend zum Einsatz kommen können und standortunabhängig sind.“ Auch im Bereich Collaboration strebt Ankhlabs neue Lösungen an.

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Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH