Also: EBITDA steigt auf 162 Millionen Euro KI, Cloud und Datacenter beflügeln Also-Wachstum

Von Mihriban Dincel 3 min Lesedauer

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Also setzt im ersten Halbjahr 2026 den Wachstumskurs fort. Umsatz und EBITDA liegen über dem Vorjahr. Besonders Cloud und Hochleistungstechnologien treiben das Ergebnis. Die Jahresprognose bleibt aber aufgrund geopolitischer Unsicherheiten unverändert.

Also-CEO Wolfgang Krainz (hier bei der diesjährigen Also CTV in Köln) sieht das Unternehmen in einem sehr dynamischen Umfeld gut aufgestellt.(Bild:  Vogel IT-Medien)
Also-CEO Wolfgang Krainz (hier bei der diesjährigen Also CTV in Köln) sieht das Unternehmen in einem sehr dynamischen Umfeld gut aufgestellt.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Also hat im ersten Halbjahr 2026 Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro zu. Im ersten Halbjahr 2025 hatte das Unternehmen noch 6,9 Milliarden Euro umgesetzt.

Das EBITDA erhöhte sich von 126 Millionen Euro im Vorjahr um 29 Prozent auf 162 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 2 Prozent. Der Nettogewinn stieg um 61 Prozent auf 69 Millionen Euro. Auch beim Return on Capital Employed (ROCE) meldet ALSO Fortschritte: Der Wert lag bei 13 Prozent und damit 1,2 Prozentpunkte über dem Vergleichswert des Vorjahres.

„Diese Gewinnentwicklung im ersten Halbjahr ist ein guter Beweis für die Stärken unseres Ökosystems und unsere Fähigkeit, uns in einem sehr dynamischen Umfeld gut zurechtzufinden“, sagt Wolfgang Krainz, CEO bei Also.

Cloud-Geschäft übertrifft Vorjahreswert

Besonders dynamisch entwickelte sich das Cloud-Geschäft. Der Umsatz in diesem Bereich stieg um 31 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 845 Millionen Euro gewesen.

Auch die Nutzung der Cloud-Plattform nahm weiter zu. Die Zahl der Unique User erhöhte sich um 9 Prozent auf sechs Millionen. Gleichzeitig stieg die Monetarisierung pro Nutzer um 12 Prozent.

Neben Cloud legten auch die weiteren Geschäftsbereiche zu: Supply wuchs um 18 Prozent, Solutions um 24 Prozent. Als wesentliche Treiber nennt Also den Bedarf an mehr Rechenleistung, steigende Datenmengen und die zunehmende Verbreitung von KI. Dadurch wachse die Nachfrage nach Hochleistungstechnologien.

KI-Einsatz für neue Vertriebschancen

Die More- und Win-Strategie führt das Unternehmen ebenso fort und baut zugleich spezialisierte Intelligence-Teams auf. Market, Customer, Platform und Business Intelligence sollen Millionen vorhandener Datenpunkte mit einer zusätzlichen KI-Ebene auswerten. Daraus sollen unter anderem Hinweise auf Verkaufschancen, zielgerichtete Vertriebskampagnen sowie eine schnellere Reaktion im Vertriebsmanagement entstehen.

Im deutschen Markt, dem größten Tätigkeitsmarkt des Distributors, berichtet Also von einer stabilen Entwicklung. Die Nachfrage nach Rechenzentrums- und Infrastrukturprojekten, Client- und Device-Lösungen sowie Cybersecurity- und Software-Services sei hoch gewesen. Die Lieferkette sei im ersten Halbjahr stabil geblieben. Krainz erwartet diese Entwicklung auch für das zweite Halbjahr.

Operative Excellence stützt Ergebnisentwicklung

Zur EBITDA-Verbesserung trugen laut COO Thomas Meyerhans rund sechs Millionen Euro aus konzernweiten Effizienzmaßnahmen bei. Also strafft Organisationsstrukturen, zentralisiert ausgewählte Funktionen und arbeitet mit länderübergreifenden Kompetenzzentren. Diese sollen den Austausch von Fachwissen und die Übernahme von Best Practices beschleunigen.

Hinzu kommen Logistikmaßnahmen wie die regionale Konsolidierung von Lagerstandorten und die Einführung einer einheitlichen Lagerverwaltungsplattform. KI wird zudem verstärkt in Backoffice- und Vertriebsprozessen eingesetzt, um Qualität, Geschwindigkeit und Konsistenz von Entscheidungen zu verbessern.

Integration und Akquisitionen bleiben auf der Agenda

Die Integration der neuen Gesellschaften in Großbritannien, Irland, Frankreich und Italien verläuft laut Also planmäßig. Ende Juni wurden die beiden französischen Gesellschaften rechtlich zusammengeführt. Zudem fasste ALSO die beiden britischen Cloud-Geschäftsbereiche in einer juristischen Einheit zusammen.

Weitere Schritte sind geplant: Fusionen in Österreich sollen im August, in Italien im September erfolgen. Parallel prüft der Distributor weitere Akquisitionsmöglichkeiten zur Erweiterung der geografischen Präsenz und des Technologieportfolios.

Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Also aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten seine Prognose von 300 bis 340 Millionen Euro EBITDA sowie einem ROCE von mehr als 20 Prozent. Die mittelfristigen Ziele bleiben ebenfalls unverändert: Also strebt ein EBITDA zwischen 425 und 525 Millionen Euro und einen ROCE von über 25 Prozent an.

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