Channel Fokus: Big Data & KI Jobkiller oder Allheilmittel?

Von Ann-Marie Struck

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Künstliche Intelligenz polarisiert. Für manche ist sie das Beste, für manche das Schlimmste, was der Menschheit passiert ist. Wie die Technologie das Channel-Geschäft bestimmt, zeigen die Ergebnisse des IT-BUSINESS-Panels.

Mit unserem IT-BUSINESS-Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.(Bild:  apinan - stock.adobe.com)
Mit unserem IT-BUSINESS-Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
(Bild: apinan - stock.adobe.com)

Eine 42-Stunden-Woche und die Rente ab 70: Das ist das Plädoyer von Siegfried Russwurm vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) gegen den Fachkräftemangel. Dieser Aussage stimmt der ehemalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel sogar zu. Bundesfinanzminister Christian Lindner schwört Werktätige schon auf Überstunden ein. Die deutschen ­Arbeitnehmer sollen einfach mehr arbeiten. Das ist scheinbar die Lösung der Politik gegen den aktuell akut bemerkbaren Fachkräftemangel über alle Branchen hinweg.

In einem Kommentar auf t3n wird smarte statt harter Arbeit gefordert. Ein interessanter Gedanke, der nicht von ungefähr kommt. Denn der technologische Fortschritt soll die Arbeit ­erleichtern und effizienter machen. Das Schlagwort ist hier: Automatisierung. Grundlage dafür ist Künstliche Intelligenz, und damit kommt die nächste Baustelle.

Künstliche Intelligenz könnte entweder das Schlimmste oder das Beste sein, was den Menschen passiert ist.

Stephen Hawking

25 Prozent der Arbeitsplätze in Europa sollen laut einer Studie von Forrester durch Automatisierung gefährdet sein. Bis 2040 werden zwölf Millionen Jobs verloren gehen. Solche Prognosen schüren die Angst vor Künstlicher Intelligenz. Ist die Technologie nun Heilsbringer oder Jobkiller?

Vermutlich beides. Einer Studie des Bitkom zufolge nehmen 68 Prozent der Deutschen KI eher als eine Chance als eine Gefahr (28 %) wahr. Das Bild von KI hat sich damit etwas gewandelt. 2017 hielten sich Chancen und Gefahren noch die Waage. Allerdings fällt diese Bewertung je nach Situation unterschiedlich aus. Im Arbeitsalltag bleibt sie für 44 Prozent der Befragten eine Gefahr, 48 Prozent sehen sie als Chance. Die Vorteile der Technologie scheinen wohl immer mehr Zuspruch in der Bevölkerung zu finden. Schließlich gehört sie bereits zum Alltag: Sprachsteuerung, smarte Sensoren, Gesichtserkennung im Smartphone. Doch wie sieht das der ITK-Channel?

Dort bleibt es bewegt, wie die Ergebnisse des IT-BUSINESS-Panel zeigen. Für 61 Prozent der befragten Distributoren und Hersteller ist das Geschäft mit Big Data und Künstlicher Intelligenz „wichtig“. Bei den befragten ITK-Fachhändlern und Systemintegratoren hält sich die Relevanz die Waage: Nur 44 Prozent bewerten KI und Big Data als relevant für ihr Business. Fast ebenso viele (42 %) halten sie für unwichtig. Ein Geschäftsmodell ist beispielsweise KI als Service. Die Dienstleistung bietet KI aus der Cloud für verschiedene Zwecke an. Unternehmen können darüber mit geringem Risiko und ohne große Anfangsinvestitionen die Technologie testen. Das Service-Modell ist indes nur für 29 Prozent der ITK-Fachhändler und Systemhäuser wichtig. 36 Prozent halten es für eher unwichtig für ihr Geschäft.

Bestseller: Künstliche Intelligenz

Wenn von Künstlicher Intelligenz die Rede ist, werden oft (menschenähnliche) Roboter assoziiert. Dabei handelt es sich vielmehr um Algorithmen, die nach einem bestimmten Schema agieren. Entsprechend vielfältig sind die Einsatzmöglichkeiten von KI. Das beste ­Geschäft machen 50 Prozent der befragten ITK-Fachhändler / Systemintegratoren mit Big Data und KI bei Security. Das sehen 34 Prozent der befragten Distributoren / Hersteller auch so. Ihr Umsatztreiber ist mit 50 Prozent hingegen der Einsatz bei Automatisierung und IIoT. Dem schießen sich 25 Prozent der ITK-Fachhändler / Systemintegratoren an, ihr Platz drei. Das zweitbeste Geschäft machen 47 Prozent der Fachhändler / Systemintegratoren mit Datenanalyse und Business Intelligence (Distributoren / Hersteller 15 %).

Zukunft von Big Data und KI

KI ist Alltag und wird täglich genutzt, bewusst oder unbewusst. So nutzen wir täglich Suchmaschinen im Internet oder das Navi im Auto. Für den Consumer erleichtert KI den Alltag, im Business-Kontext gilt die Zukunftstechnologie als ein Treiber der Digitalisierung. Das größte Wachstum für KI sehen die Umfrageteilnehmer in Datenanalysen und Business Intelligence (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 75 %; Distributoren / Hersteller 50 %), gefolgt von Security (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 40 %; Distributoren / Hersteller 61 %). Doch auch in der Automatisierung und im Industrial IoT liegt für 37 Prozent der ITK-Fachhändler / Systemintegratoren und für 53 Prozent der Distributoren / Hersteller künftiges Umsatzpotenzial. Schließlich setzt die Mensch-Maschinen-Kommunikation auf KI und Big Data.

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Hürden bei KI und Big Data

Bei der Frage, was das Umsatzpotenzial von KI und Big Data ausbremst, sind sich die befragten Umfrageteilnehmer nur bei einer Sache einig: das fehlende Fachpersonal (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 50 %; Distributoren / Hersteller 53 %). 37 Prozent der ITK-Fachhändler / Systemintegratoren setzen deshalb nicht auf KI und Big Data, weil sie darin per se kein Geschäftspotenzial erkennen. Diese Einschätzung teilen nur 15 Prozent der Distributoren / Hersteller. 38 Prozent von ihnen sehen ein Problem darin, die Zielgruppe zu erreichen.

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