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Michael Telecom mit neuem Shop-in-Shop-Konzept ITK-Handel zieht in den Supermarkt

Autor: Sarah Böttcher

Das Einkaufsverhalten hat sich in Zeiten des Onlinehandels sowie des wachsenden Portfolios verändert. Einige stationäre Händler bangen bereits um ihre Existenz. Mit dem Shop-in-Shop-Konzept des Distributors Michael Telecom erhält nun der IT-Handel Einzug in den Lebensmitteleinzelhandel.

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Mit geschultem Personal hat das Shop-in-Shop-Konzept von Michael Telecom im Marktkauf in Prenzlau die Hardware-Verkäufe bereits vervierfacht.
Mit geschultem Personal hat das Shop-in-Shop-Konzept von Michael Telecom im Marktkauf in Prenzlau die Hardware-Verkäufe bereits vervierfacht.
(Bild: Michael Telecom)

In größeren Supermärkten findet man bereits seit einigen Jahren eine sogenannte Non-Food-Abteilung vor. Dort gibt es neben Spielzeug und Haushaltswaren auch allerlei technische Geräte. Meist befinden sich diese Produkte jedoch in verschlossenen und kaum ausgeleuchteten Vitrinen. Interessiert sich ein Kunde beispielsweise für ein dort ausgestelltes Smartphone, sucht er oft vergeblich nach einem Mitarbeiter. Spezielle Fragen zu dem Produkt bleiben meist unbeantwortet.

Der Distributor Michael Telecom möchte nun mit seinem Shop-in-Shop-Konzept den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) revolutionieren. Die Idee: Ein Shop-in-Shop-System innerhalb der LEH-Märkte auf einer separaten Verkaufsfläche. Begeistern konnte Michael Telecom bereits Edeka und dessen Tochterunternehmen Marktkauf. Der erste Markt, bei dem das Konzept umgesetzt wurde, ist der Marktkauf in Prenzlau. Seit letztem Jahr Oktober ist der „Pilotmarkt“ fertiggestellt. Sukzessive soll der Rollout auf 19 weitere Märkte in der Region Nord ausgeweitet werden.

Einmalig in Deutschland

Das Konzept im Lebensmitteleinzelhandel auf einer Großfläche die Netz- und Hardware-Vermarktung mit geschultem Personal aktiv zu betreiben, ist momentan einzigartig in Deutschland. Trotz der Vervierfachung der Hardware-Verkäufe seit der Etablierung des PoS-Shops (Point-of-Sale) im Marktkauf in Prenzlau, sind noch viele Hürden zu nehmen. Andreas Schulz, Head of Digital Signage / PoS-Unit bei Michael Telecom und Mitgründer der PoS Unit, sieht die momentan größte Herausforderung in der Generierung von Akzeptanz der Kunden. Hierfür muss viel Überzeugungsarbeit geleistet werden: „Der Kunde muss verstehen, dass wir keine Promotion sind, sondern eine dauerhafte Institution in dem Markt.“ Zudem soll durch ein breites Waren- und Produktportfolio das Interesse des Kunden gewonnen werden. Hierzu zählen beispielsweise Smartphones, Drohnen, Smart Watches, Kopfhörer aber auch Produkte für das Smart Home. Passend zu den technischen Geräten werden dort auch Dienstleistungen in den Bereichen Mobilfunk, Festnetz und Internetzugang sowie Ergänzungen um Versicherungen und der Verkauf von Apps angeboten.

Innerhalb des VADs wurde vor einem Jahr eine vierköpfige PoS Unit ins Leben gerufen. In Kooperation mit einer Promotion Firma, einem Ladenbauer, einem Software-, Kassensystem- sowie Content-Lieferanten, werden die Shop-Konzepte individuell auf jeden LEH angepasst. Dabei wird die Konzipierung, Entwicklung, Produktion, Umsetzung, Vermarktung und die Wartung übernommen. In diesem Zuge bietet das seit 1984 bestehende Familienunternehmen:

  • Möbel: das Konzept, die Herstellung, die Logistik sowie den Aufbau der Möbel,
  • Digital Signage: Software, Displays sowie das Kassensystem,
  • Content: die Erstellung, Bearbeitung, Gestaltung, Konvertierung und Administrierung des Contents für den Digital-Signage-Bereich,
  • Promotion: vor Ort, im Außendienst sowie Sign Spinning.

Konzept auch für freie Fachhändler

Doch nicht nur im LEH findet das Shop-in-Shop-Konzept der Michael Telecom Anwendung. Auch freie Fachhändler können von diesem profitieren. So wurde im vergangenen Jahr in Euskirchen der erste Klarmobil-Shop in Deutschland eröffnet. Der VAD verfolgt laut eigenen Angaben ein freies Handelskonzept. So haben Partner, die sich für ein eigenes Ladengeschäft entscheiden, die freie Wahl mit welchem Mobilfunkanbieter sie kooperieren. Der VAD hat derzeit Verträge mit 1&1 und Klarmobil.de in Euskirchen und Prenzlau. Momentan befindet sich das Unternehmen nach eigenen Angaben in Gesprächen mit vier weiteren potenziellen Interessenten.

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Über den Autor

 Sarah Böttcher

Sarah Böttcher

Online CvD & Redakteurin