Suchen

Lünendonk-Studie „IT-Strategien und Cloud-Sourcing im Zuge des digitalen Wandels“ IT-Umbau bringt agile Vorgehensmodelle mit sich

Autor: Sarah Gandorfer

Mehr als jeder zweite Anwender schätzt das Sicherheitsniveau im Cloud-Betrieb höher ein als im On-Premises-Deployment. Es wird 2020 vermehrt in die Cloud migriert, dennoch wird es wohl in den aller seltensten Fällen eine Verlagerung der gesamten IT in die Wolke geben. Die neuen Möglichkeiten hinterlassen ihre Spuren in der Organisationsstruktur: Es wird häufiger abteilungsübergreifend gearbeitet.

Firmen zum Thema

CIOs ermöglichen den Fachbereichen mehr IT-Freiheiten.
CIOs ermöglichen den Fachbereichen mehr IT-Freiheiten.
(Bild: karsty - stock.adobe.com)

Bei der Cloud geht der Trend zu hybriden Modellen, in denen Cloud- und On-Premises-Lösungen Hand in Hand gehen. Der reine Betrieb in der Wolke ist vielfach nicht möglich aufgrund von Prozessanforderungen oder regulatorischen Erfordernissen.

Aus den Ergebnissen der Lünendonk-Studie „IT-Strategien und Cloud-Sourcing im Zuge des digitalen Wandels“ geht hervor, dass 40 Prozent der befragten CIOs und IT-Manager im Jahr 2020 einen Schwerpunkt auf die Migration von On-Premises-Anwendungen in die Cloud legen. 36 Prozent der befragten Manager planen zudem den Aufbau von Hybrid-Cloud-Modellen.

Hybrid Cloud bleibt wichtiges Trendthema in der IT.
Hybrid Cloud bleibt wichtiges Trendthema in der IT.
(Bild: Lünendonk)

Als Gründe für die Verlagerung von Daten in die Wolke nennen 78 Prozent der Unternehmen die technische und flexibel skalierbaren Betrieb der Anwendungen. Für 72 Prozent ist die Abdeckung von Lastspitzen ein wesentlicher Grund. Außerdem sprechen sich 68 Prozent der Unternehmen für Cloud-Services aus, weil sie sich dadurch eine bessere Integration von neuen Softwarelösungen in die IT-Backend-Prozesse versprechen.

„Altsysteme haben häufig das Problem, dass sie nicht über offene Schnittstellen zur Anbindung von Drittanwendungen verfügen, sodass neue digitale Produkte häufig nur mit sehr hohem Aufwand integriert werden können. Die Migration von Altanwendungen in die Cloud ist daher ein beliebtes Instrument bei der IT-Modernisierung“, erläutert Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk & Hossenfelder und Studienautor.

Wird konkret nach der Datensicherheit gefragt, bevorzugen 55 Prozent der IT-Entscheider die Cloud gegenüber dem On-Premises-Betrieb, da die Provider ihrer Meinung nach, höhere Sicherheitsstandards bieten.

Jedoch gilt es laut 79 Prozent der Studienteilnehmer zu beachten, dass hybride IT-Landschaften im Gegenzug zu höheren Sicherheitsanforderungen führen, die sich aus der Vernetzung von lokal installierten Anwendungen mit den Cloud-Lösungen ergeben. „Grundsätzlich sind die meisten Cloud-Rechenzentren auf einem hohen technologischen Stand und daher in der Regel besser gegen Hackerangriffe geschützt als die meisten lokalen Instanzen. Daher ist es notwendig, die On-Premises-Systeme in die neuen Security-Konzepte zu integrieren“, sagt Zillmann.

Mehr softwarebasierte Geschäftsmodelle

Wegen der höheren strategischen Bedeutung der IT werden immer mehr Softwareprodukte in den Fachbereichen direkt oder von agil arbeitenden Business-IT-Teams entwickelt. So entstehen verstärkt softwarebasierte Geschäftsmodelle, beispielsweise rund um das Internet of Things (IoT) und E-Commerce. Des weiteren nimmt der Anteil von Embedded Systems in Maschinen, Anlagen, Fahrzeugen und Haushaltsgeräten deutlich zu. Entsprechend wird Software viel stärker aus der Kundenperspektive heraus entwickelt und Anforderungen wie Stabilität, Usability, Schnittstellenoffenheit, sowie kürzere Release-Zyklen werden wichtiger.

Der Umbau der IT-Organisation bringt ebenfalls eine Neustrukturierung der Unternehmensstruktur mit sich. Immer mehr Fachbereiche nutzen agile Vorgehensmodelle wie Spotify Method, SAFe oder Scrum@Scale, bei denen Fachbereiche und IT abteilungsübergreifend an Entwicklungen von Innovationen und digitalen Produkten zusammenarbeiten. In 53 Prozent der befragten Unternehmen arbeiten solche Teams bei Sourcing-Themen bereits interdisziplinär zusammen. Durch Technologien und Methoden wie Low Coding und DevOps lassen sich mit Hilfe von cloudbasierten Entwicklungsumgebungen auch ohne detaillierte Programmierkenntnisse digitale Produkte entwerfen.

Aufgabe des CIOs

Es liegt in den Händen des CIOs den Fachbereichen entsprechende Softwarelösungen zu bieten, um ihrer Kreativität zu unterstützen. 44 Prozent der befragten CIOs haben in ihren Firmen bereits ein Rahmenwerk geschaffen, damit die Business-Units zur Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategien autark Cloud-Komponenten beschaffen können. Solche Rahmenwerke regeln beispielsweise rechtliche oder regulatorische Aspekte und sind ein wichtiges Instrument, um eine unkontrollierte Schatten-IT mitsamt deren negativen Folgen zu verhindern.

In 23 Prozent der Unternehmen hat die IT schon vollumfänglich die Voraussetzungen geschaffen, damit die Fachbereiche Cloud-Infrastrukturkomponenten einkaufen können, ohne die IT-Abteilung einzubeziehen. In weiteren 38 Prozent der Firmen ist dies bereits zumindest teilweise der Fall.

Für jeden vierten der befragten IT-Entscheider ist aufgrund der Umorientierung die Neuausrichtung der IT-Organisation sehr relevant (40 %) oder zumindest etwas relevant (40 %). Dazu gehören unter anderem der Aufbau von neuen Rollen und Skills, beispielsweise für agile Projekte, und die Entwicklung und Umsetzung von technologischen Innovationen. Ebenso viele Befragte (80 %) sehen in der Planung und Umsetzung von agilen IT-Projekten eine hohe bis mittlere Relevanz.

(ID:46312047)

Über den Autor

 Sarah Gandorfer

Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS