TechXchange 2026 IBM gibt KI-Agenten verifizierte Identitäten und klare Zugriffsgrenzen

Von Alexander Siegert 3 min Lesedauer

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Wem gehört ein KI-Agent, was darf er – und wie lässt sich sein Zugriff stoppen? IBM will diese Fragen mit Agent Identity, HashiCorp Vault und neuen Funktionen von watsonx Orchestrate beantworten. Agenten anderer Plattformen werden dabei zentral erfasst.

KI-Agenten brauchen verifizierte Identitäten und klar definierte Zugriffsgrenzen.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
KI-Agenten brauchen verifizierte Identitäten und klar definierte Zugriffsgrenzen.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Unternehmen setzen KI-Agenten schneller ein, als sie diese verifizieren können. IBM will diese Lücke mit neuen Funktionen schließen. Die Werkzeuge sollen Entwickler-, IT- und Sicherheitsteams den kontrollierten Einsatz von Agenten erleichtern sollen. Die Ankündigungen machte Big Blue auf der TechXchange in Atlanta.

Laut Gartner könnte ein durchschnittliches Fortune-500-Unternehmen bis 2028 mehr als 150.000 KI-Agenten einsetzen. Nur 13 Prozent der Unternehmen glauben jedoch, über die passende Governance für diese Agenten zu verfügen. Dauerhafte Zugangsdaten, unklare Verantwortlichkeiten und getrennte Kontrollmechanismen erschweren die Steuerung, sobald Agenten mit anderen Agenten interagieren, Werkzeuge nutzen und über Teams, Plattformen und Clouds hinweg handeln.

„Die Gewinner im Bereich Enterprise AI verändern die Art und Weise, wie ihr Unternehmen arbeitet, statt lediglich mehr KI hinzuzufügen“, sagt Dinesh Nirmal, Senior Vice President, IBM Software. Agenten sollten produktive Aufgaben über geschäftskritische Systeme hinweg übernehmen. Dafür brauche es ein Betriebsmodell für KI, das Agenten mit Daten, Anwendungen und Infrastruktur verbinde und sie mit derselben Disziplin betreibe wie die wichtigsten Unternehmenssysteme.

Identität und Zugriff

Im Zentrum steht HashiCorp Vault, das bisher Secrets und Zugangsdaten für Anwendungen und Services verwaltet. Die Plattform bietet zentrale Verwaltung, automatische Rotation und dynamisch erzeugte Credentials, die ablaufen oder widerrufen werden können. Künftig sollen KI-Agenten damit kurzlebige Zugangsdaten erhalten, die ihre Berechtigungen auf das nötige Maß beschränken.

Ergänzend führt IBM Agent Identity ein. Die Lösung dient als maßgebliche Informationsquelle für jeden Agenten und umfasst etwa Eigentümer, Lebenszyklusstatus und erteilte Berechtigungen. Versucht ein Agent, Aktionen außerhalb seiner Befugnisse auszuführen, kann der Zugriff laut IBM in Echtzeit verweigert und die Sitzung beendet werden.

Agenten über Plattformen hinweg steuern

Unternehmen müssen nicht nur wissen, was ein Agent ist, sondern auch, welche Agenten sie insgesamt besitzen, unabhängig davon, wo sie entstanden sind. IBM Watsonx Orchestrate soll dafür eine zentrale Stelle bieten. Die Plattform umfasst drei Funktionen:

  • Discover (Technology Preview): Orchestrate verbindet sich mit Amazon Bedrock, Microsoft Foundry und Google Gemini, um Agenten von Drittanbietern zu finden. Das gilt auch für Modelle und MCP-Server.
  • Contain (Technology Preview): Agenten laufen in isolierten Sandboxes, damit ein fehlerhafter Agent andere nicht beeinflussen kann. Ein Kill Switch deaktiviert jeden Agenten bei Bedarf sofort.
  • Evaluate (General Availability): Teams prüfen Qualität, Genauigkeit und Compliance vor dem Rollout und überwachen Agenten im Betrieb. Eine integrierte Kostenanalyse zeigt die Modell- und Token-Nutzung je Agent.

Orchestrate arbeitet außerdem mit Vault und Agent Identity zusammen, um Aufgaben, Berechtigungen und das Least-Privilege-Prinzip festzulegen. So lassen sich Agentenaktionen autorisieren und auditieren.

Integration mit Nvidia OpenShell

Agent Identity und Vault integrieren sich außerdem mit der Laufzeitumgebung Nvidia OpenShell. Die geschützte Ausführungsumgebung kombiniert verifizierte Identitäten mit kurzlebigen Zugangsdaten, sodass sich jede Aktion nachvollziehen und überprüfen lässt. „Unternehmen benötigen durchsetzbare Kontrolle darüber, wie Agenten arbeiten und worauf sie zugreifen können“, sagt John Fanelli, Vice President Enterprise Software bei Nvidia.

Verfügbarkeit

HashiCorp Vault 2.2, Agent Identity, die Evaluate-Funktionen von Watsonx Orchestrate, IBM Concert und HashiCorp Terraform Policy sind ab sofort allgemein verfügbar. Secure Hub, das Terraform Developer Portal, der Terraform Remote MCP Server und IBM Z Atlas befinden sich in der Public Preview. Der IBM Integration Intelligence Hub sowie die Discover- und Contain-Funktionen von Orchestrate sind als Technology Preview verfügbar.

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