KI als Herausforderung für Managed Service Provider MSP Global 2026: Wie sieht der MSP der Zukunft aus?

Von Agnes Panjas 4 min Lesedauer

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Zwischen Palmen und Achterbahnen traf sich Europas MSP-Branche in Port Aventura bei Barcelona auf der MSP Global. Rund 2.000 Teilnehmende sprachen bei Diskussionsrunden, Masterclasses und Partys über KI, Digitale Souveränität und die Zukunft der MSPs.

Künstliche Intelligenz senkt die Hürden für Cyberkriminelle: Sie können leichter sensible Daten stehlen und gezielte Angriffe starten. MSPs der Zukunft sind deshalb aufgerufen, wachsam zu sein. (Bild:  Gemini / KI-generiert)
Künstliche Intelligenz senkt die Hürden für Cyberkriminelle: Sie können leichter sensible Daten stehlen und gezielte Angriffe starten. MSPs der Zukunft sind deshalb aufgerufen, wachsam zu sein.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Im karibischen Flair zwischen Palmen und dem Port-Aventura-Freizeitpark traf sich vom 20. bis 22. Oktober die europäische MSP-Branche, um sich auf der MSP Global 2026 über Themen wie KI, Digitale Souveränität und die Rolle von MSPs der Zukunft auszutauschen. Mit dabei waren dieses Jahr rund 2.000 Teilnehmer, 90 MSPs und Hersteller, die auf der Ausstellungsfläche im Convention Center Port Aventura bei Barcelona ihre Lösungen und Neuheiten vorstellten. Im Mittelpunkt standen, wie im Jahr zuvor, die Themen KI und Digitale Souveränität. Neu hinzu kam die Frage, wie ein Managed Service Provider der Zukunft aussehen kann.

MSP Global Motto: „Serve your Ecosystem“

Christian Jaeger, CEO der MSP Global, begrüßt das Publikum.(Bild:  Vogel IT-Medien)
Christian Jaeger, CEO der MSP Global, begrüßt das Publikum.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Unter dem Motto „Serve your Ecosystem“ beschwor Christian Jaeger, CEO von MSP Global, am Anfang der Branchenveranstaltung Managed Service Provider, Systemintegratoren, Anbieter, Cybersicherheitsspezialisten zur Zusammenarbeit. „Die MSPs brauchen die Anbieter. Die Anbieter brauchen den Vertriebskanal. Die Kunden brauchen Sicherheit“ machte Jaeger deutlich.

Trotz geringerer Teilnehmerzahlen als im Jahr zuvor, ist Jaeger überzeugt, dass „die Qualität des Publikums deutlich gestiegen ist. Wir analysieren, welche Themen die Teilnehmenden interessieren, wie lange sie bleiben und welchen beruflichen Hintergrund sie haben. Der Anteil der Entscheidungsträger ist um zehn Prozentpunkte gestiegen – ein klares Zeichen, dass wir die richtige Zielgruppe erreichen.“ Wachstum entstehe seiner Meinung nach vor allem dann, wenn Partner einander helfen würden. „Je stärker euer Ökosystem ist, desto stärker ist auch euer eigenes Unternehmen.“

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KI und die Gefahr, die von ihr ausgeht

Wozu die Cybersecurity-Branche diese Stärke braucht, wurde am zweiten Tag der Veranstaltung klar. Am 22. Oktober machte die Nachricht einer kritischen Sicherheitslücke in der weitverbreiteten Programmiersprache PHP die Runde. Nahezu allen Teilnehmern bescherte das die ein oder andere unruhige Stunde. KI hat also längst eine neue Ära der Cyberangriffe eingeläutet hat. Doch wie darauf reagieren?

Wie sieht der „MSP der Zukunft“ aus?

Prakash Panjwani eröffnete seine Keynote mit dem Thema: „What Your Client's Next MSP looks like.“(Bild:  Vogel IT-Medien)
Prakash Panjwani eröffnete seine Keynote mit dem Thema: „What Your Client's Next MSP looks like.“
(Bild: Vogel IT-Medien)

Die Antwort auf der MSP Global ist einfach: KI schlägt man nur mit KI. Wie dies genau aussehen kann, machte der neue Acronis-CEO Prakash Panjwani in seiner ersten Keynote mit dem Thema: „What Your Client's Next MSP looks like“ vor dem Publikum deutlich: „Ich glaube auch, dass die Branche gerade an einem Punkt ist, an dem KI dazu beiträgt, dass Plattformen zu echten Plattformen werden. Dinge, die sich früher nur schwer automatisieren ließen, können nun automatisiert werden.“

Dennoch muss man sich auch deren Gefahren bewusst machen. Entsprechend machte der neue Acronis-CEO auch klar: „KI ist ein großartiges Werkzeug. Gleichzeitig kann sie aber auch das Risikoprofil verändern. Deshalb wird es immer wichtiger, zu verstehen, wo Schatten-KI eingesetzt wird. All das muss verwaltet und überwacht werden.“

Laut Panjwani sollte es für MSPs der Zukunft darum gehen, „sich auf die Kunden konzentrieren zu können, statt sich Gedanken über den Arbeitsberg zu machen, den sie verwalten müssen, um sich überhaupt um die Kunden kümmern zu können.“

Der MSP der Zukunft stellt nicht einfach mehr Leute ein, um die Komplexität zu bewältigen. Er nutzt intelligente Lösungen, um sie zu verringern.

Prakash Panjwani, CEO von Acronis

MSPs der Zukunft sollten KI und integrierte Plattformen nutzen, um Tickets, Kunden-Onboarding und Sicherheitswarnungen zu automatisieren. Auf diese Weise könne die zunehmende Komplexität verringert und moderne Arbeitsumgebungen geschützt werden. Zudem könne man so profitabler wachsen, statt im Tagesgeschäft festzustecken.

Was waren die Themen auf der MSP Global?

Nikolas Schran, VP of Sales und Marketing bei G Data CyberDefense; Bert de Houwer van Wijk, Senior Sales Engineer bei WithSecure; Kahing Wan, Partner Account Executive bei Cisco Systems; Rob Anderson, Director Security Practice bei Barracuda Networks und Michael Bartsch, CEO bei Deutor Cyber Security, standen in einer gemeinsamen Diskussionsrunde auf der Bühne (v.l.n.r.).(Bild:  Vogel IT-Medien)
Nikolas Schran, VP of Sales und Marketing bei G Data CyberDefense; Bert de Houwer van Wijk, Senior Sales Engineer bei WithSecure; Kahing Wan, Partner Account Executive bei Cisco Systems; Rob Anderson, Director Security Practice bei Barracuda Networks und Michael Bartsch, CEO bei Deutor Cyber Security, standen in einer gemeinsamen Diskussionsrunde auf der Bühne (v.l.n.r.).
(Bild: Vogel IT-Medien)

Inwiefern der MSP der Parameter für Sicherheit ist, darüber sprachen fünf Experten der Branche in der Diskussionsrunde „The MSP ist Now the Security Perimeter.“ Hervorgehoben wurden dabei vor allem die Gefahren, die in einer digitalen und cloudbasierten Welt, durch KI-Angriffe extrem beschleunigt werden. „Eine Herausforderung, die MSPs meiner Erfahrung nach jedes Jahr beschäftigt, ist die Aufklärung der Endkunden. Sie müssen verstehen, dass sich die Bedrohungslage ständig verändert – besonders seit dem vergangenen Jahr mit KI-Bots und KI-Modellen“ machte Rob Anderson, Director Security Practice bei Barracuda Networks, klar. Das Problem sei, dass durch KI die Einstiegshürde gesenkt werde. „Auch jemand ohne technische Kenntnisse kann online Ransomware oder Phishing-Kampagnen erstellen. Im Darknet werden solche Angebote zunehmend als Phishing as a Service verkauft“, warnte Anderson.

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Die Antwort auf die Bedrohungslage sahen die Experten in soliden Sicherheitsgrundlagen, klar definierten Notfallplänen und Exit-Strategien sowie enger Zusammenarbeit mit Kunden und Anbietern – mit Fokus auf deren konkrete Bedürfnisse statt auf einzelne Tools.

Josh Flores, General Manager von Comet Backup; Andreas Schober, Managing Director bei Aconitas; Nikolaos, Head of Vendor Alliances bei Interworks.Cloud; Maximilian Schuck, Regional Sales Manager bei Cloudian und Alexander Pantos, EMEA Sales Lead bei Comet, diskutierten über Digitale Souveränität. (v.l.n.r.)(Bild:  Vogel IT-Medien)
Josh Flores, General Manager von Comet Backup; Andreas Schober, Managing Director bei Aconitas; Nikolaos, Head of Vendor Alliances bei Interworks.Cloud; Maximilian Schuck, Regional Sales Manager bei Cloudian und Alexander Pantos, EMEA Sales Lead bei Comet, diskutierten über Digitale Souveränität. (v.l.n.r.)
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Wie auch im letzten Jahr stand der Diskurs um „Digitale Souveränität“ oben auf der Agenda der Veranstaltung. Eine Expertenrunde zum Thema „Digitale Souveränität in Europa: DORA, NIS2, Cloud-Exit-Strategien und ihre praktische Umsetzung für MSPs“ diskutierte, wie MSPs ihre Kunden in einer zunehmend komplexen IT-Landschaft schützen können. Zentrale Faktoren dafür seien Verantwortung und Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Anbietern, die Einhaltung von Vorschriften wie NIS2 und dem Cyber Resilience Act sowie Digitale Souveränität und der Standort von Daten. Nicht jeder MSP müsse ein eigenes SOC betreiben. Entscheidend sei jedoch, passende Partner zu wählen und Kunden verständlich zu beraten.

Die Bedrohungslage wird komplexer

Eliad Kihmy, Senior Security Researcher bei Acronis, und Syed Aizad, Lead Security Researcher bei Acronis, zeigten anhand einer zuvor aufgezeichneten Live-Demonstration, wie leicht sich KI-Agenten hacken lassen.(Bild:  Vogel IT-Medien)
Eliad Kihmy, Senior Security Researcher bei Acronis, und Syed Aizad, Lead Security Researcher bei Acronis, zeigten anhand einer zuvor aufgezeichneten Live-Demonstration, wie leicht sich KI-Agenten hacken lassen.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Im Convention Center fanden zudem zahlreiche „Expert und Master Classes“ statt. In der Masterclass „Hacking the AI Employee: Turning an autonomous AI Agent into an insider threat Live“ zeigten die Acronis-Experten Eliad Kihmy und Syed Aizad, anhand einer zuvor live aufgenommen Videoaufnahme, wie einfach sich KI-Agenten manipulieren lassen – mit möglichen Folgen wie einem unberechtigtem Kontozugriff. Anhand eines Support-Bots demonstrierten Kimhy und Aizad Angriffe sowie dazu passende Schutzmaßnahmen.

Networking unter Palmen

Networking unter Palmen: Abendstimmung vor der Abschlussparty im Hotel Caribe in Port Aventura.(Bild:  Vogel IT-Medien)
Networking unter Palmen: Abendstimmung vor der Abschlussparty im Hotel Caribe in Port Aventura.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Auch außerhalb der Vorträge blieb Zeit für das, was MSP Global-CEO Jaeger als das „Nummer-eins-Feedback“ der Teilnehmenden bezeichnete: das Networking. Entsprechend machte Jaeger auch für die nächste MSP Global klar:  „Wir müssen sehen, wohin die Reise geht und deswegen ist es so wichtig, dass sich die Teilnehmer untereinander austauschen. Wir möchten noch mehr Vernetzung innerhalb der MSPs.“

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