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HPE: Systemhäuser sind Transformatoren der Wirtschaft

| Autor: Michael Hase

Ulrich Seibold, Channel-Verantwortlicher bei HPE, hält Künstliche Intelligenz in puncto Digitalisierung für eine Schlüsseltechnologie.
Ulrich Seibold, Channel-Verantwortlicher bei HPE, hält Künstliche Intelligenz in puncto Digitalisierung für eine Schlüsseltechnologie. (Bild: Foto-Grafikatelier Gudrun de Maddalena)

Um Kunden in die digitale Welt begleiten zu können, müssen sich Systemhäuser weiterentwickeln, ist Ulrich Seibold, Channel-Chef bei Hewlett Packard Enterprise (HPE), überzeugt. Gefragt sind sie auch in der Rolle des Prozessberaters.

Welche Anforderungen stellen sich mit der Digitalen Transformation an die IT-Infrastruktur von Unternehmen? Wie muss sie dafür konzipiert sein?

Seibold: Firmen brauchen für den Aufbau digitaler Wertschöpfung erstens neue Anwendungen und Plattformen, zum Beispiel PaaS-Lösungen oder IoT-Plattformen. Sie müssen zweitens das Ausrollen solcher Anwendungen beschleunigen, weil das Tempo in der digitalen Wertschöpfung sehr viel höher ist. Manche Provider stemmen auf ihren Plattformen 50 Software-Updates pro Tag. Eine traditionelle IT-Abteilung braucht eher 50 Tage für ein Update. Der dritte entscheidende Faktor ist, dass ein schnell wachsender Anteil von Unternehmensdaten nicht mehr im Rechenzentrum entsteht, sondern an der Peripherie, am Edge, sprich in Fabriken, Einkaufszentren oder Krankenhäusern. Viele dieser Daten müssen wegen Latenzanforderungen, beschränkter Netzbandbreite oder hoher Übertragungskosten vor Ort verarbeitet werden. Das bedeutet: Um die digitale Wertschöpfung voranzubringen, brauchen Firmen die Schnelligkeit von Cloud-Infrastrukturen – im eigenen Rechenzentrum sowie bei externen Anbietern – und neue Edge-Infrastrukturen. Und sie brauchen beides in Kombination mit ihrer traditionellen IT, die weiterhin einen Großteil des Geschäfts am Laufen hält.

Was bedeutet dieser Bedarf der Kunden für Hersteller und ihren Channel?

Seibold: Solche hybriden Infrastrukturen sind notwendig. Aber sie bringen auch viel Komplexität mit sich. Eine Kernaufgabe für uns und unsere Partner ist deshalb Vereinfachung. Die erreichen wir zum Beispiel mit Technologien wie Künstlicher Intelligenz (KI), Composable Infrastructure oder Multi-Cloud-Management. Technologie ist aber nur eine Seite der Medaille. Unternehmen sind durch die wachsende Komplexität auch zunehmend auf Beratung und operative Services angewiesen. Zudem geht es immer häufiger um Fragen der Finanzierung, wie etwa die verbrauchsabhängige Abrechnung der hauseigenen IT.

Inwiefern sind die Systemhauspartner von HPE schon in der Lage, Infrastrukturen für die von Ihnen skizzierten Kundenanforderungen aufzubauen?

Seibold: Einige Partner sind bereits sehr gut dazu in der Lage, da sie sehr viel in die dafür notwendige Expertise und Beratungskompetenzen investiert haben. Zusätzlich wurde und wird viel Knowhow zugekauft. Denn nur mit organischem Wachstum lassen sich die neuen Anforderungen vielfach nicht mit der notwendigen Geschwindigkeit bewältigen. Kleinere Partner tun sich dabei naturgemäß etwas schwerer. Durch Fokussierung auf einzelne Themen und Branchen können sie größeren, oft breiter aufgestellten Partnern trotzdem sehr gut Paroli bieten: Tiefes Knowhow und hoher Spezialisierungsgrad zahlen sich in jedem Fall aus. Alles in allem müssen deutsche Systemhäuser aber sicherlich auf allen Ebenen noch stärker werden. Wer Themen wie Cloud Enablement, IoT, KI oder As-a-Service-Modelle nicht beherrscht, wird das Wachstum der Zukunft nicht mitnehmen.

Welche Technologien sind außerdem essenziell für die Digitalisierung?

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Seibold: Künstliche Intelligenz wird in Zukunft entlang der gesamten Wertschöpfungskette zum Einsatz kommen, etwa um Nachfrage-Prognosen zu verbessern, die Produktion zu automatisieren und Produkte mit neuen Funktionen anzureichern. Eine HPE-Umfrage unter mehr als 800 Industrie-Unternehmen in Europa hat ergeben, dass die Firmen eine zweistellige Steigerung von Umsätzen und Margen durch den Einsatz von KI erwarten. Zwar setzen erst wenige der Befragten schon KI-Lösungen produktiv ein. Aber die Firmen werden in den kommenden zwölf Monaten im Schnitt fast 0,5 Prozent ihres Umsatzes in solche Lösungen investieren. Das Potenzial und der Bedarf sind also da. Beratung ist wichtig ebenso wie neue Technologien, zum Beispiel maßgeschneiderte Deep-Learning-Maschinen oder intelligente Edge-Infrastrukturen. Letztlich ist der Einsatz von KI auch eine große Systemintegrationsaufgabe.

Für die Digitalisierung ist mehr erforderlich als nur Technologie. Müssen sich Systemhäuser jenseits ihrer Infrastrukturkompetenz zu Geschäftsverstehern oder sogar zu Prozessberatern ihrer Kunden weiterentwickeln?

Seibold: Systemhäuser sind die eigentlichen Transformatoren der deutschen Wirtschaft. Nur wenn sie sich weiterentwickeln, werden ihre Kunden – kleine, mittelständische und große Unternehmen – die Reise in die digitale Welt erfolgreich gestalten und damit ihre heutige, sehr gute internationale Wettbewerbsposition halten können. Wenn die Systemhäuser die Prozessberatung nicht verinnerlichen, dann findet diese Transformation zu langsam statt. Und diese Verzögerung geht zu Lasten des Standorts Deutschland.

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