Service Provider Summit 2026 Zwischen KI-Boom und digitaler Souveränität: Wohin steuern die Service Provider?

Von Alexander Siegert 3 min Lesedauer

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KI, digitale Souveränität und resiliente Plattformen verändern das Geschäft der Service Provider grundlegend. HPE-Manager Ulrich Seibold erklärt im Vorfeld des Service Provider Summit, welche Geschäftsmodelle tragen, warum Ökosysteme entscheidend werden.

Unter dem Motto „Scaling the AI Landscape: From Providing Infrastructure to Sovereign Business“ findet der Service Provider Summit auf dem Petersberg bei Bonn statt.(Bild:  KI-generiert)
Unter dem Motto „Scaling the AI Landscape: From Providing Infrastructure to Sovereign Business“ findet der Service Provider Summit auf dem Petersberg bei Bonn statt.
(Bild: KI-generiert)

Die Service-Provider-Branche steht unter massivem Transformationsdruck: KI-Workloads, regulatorische Anforderungen und der Ruf nach digitaler Souveränität verändern Geschäftsmodelle und Infrastrukturstrategien gleichermaßen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an partnerschaftlichen Ökosystemen, um komplexe Kundenanforderungen überhaupt noch abbilden zu können. Passend zur Agenda des diesjährigen Service Provider Summit diskutiert Ulrich Seibold, VP, Global Service Provider & ISV bei HPE im Interview, warum KI nur dann zum nachhaltigen Umsatztreiber wird, wenn Infrastruktur, Sicherheit und digitale Souveränität zusammenspielen. Themen wie AI-Workloads, Cyber-Resilienz, hybride Plattformen und neue Ökosysteme stehen auch auf dem Petersberg im Mittelpunkt der Diskussionen.

IT-BUSINESS: Viele Diskussionen in der Branche kreisen derzeit um KI als Umsatztreiber für Service Provider. Welche konkreten Geschäftsmodelle sehen Sie heute als wirklich tragfähig – und wo wird der Markt Ihrer Einschätzung nach noch überschätzt?

Seibold: Die größten Chancen sehe ich bei Managed AI Services, Automatisierung und intelligenter Datenanalyse. Einige Geschäftsmodelle tragen schon heute, etwa KI-gestützte Cybersicherheit, vorausschauende Wartung und personalisierte Kundenerlebnisse. Sie funktionieren, weil Service Provider auf Vorhandenes aufbauen: die Infrastruktur steht, das Vertrauen der Kunden ist da. Das bringt planbare, wiederkehrende Umsätze. Überschätzt wird das Tempo. Viele Anbieter glauben, KI lasse sich schnell und breit einführen. Doch Integration ist komplex, Daten-Governance aufwendig, ethische Fragen ungeklärt. KI schafft echten Mehrwert dort, wo sie bestehende Services ergänzt und Kunden hilft, ihre Prozesse zu verbessern – nicht als Hype, sondern als greifbare Lösung, die sich skalieren lässt.

Service Provider Summit 2026: Anmeldung & Awards

Am 25. und 26. Juni trifft sich die Service-Provider-Community auf dem Petersberg unter dem Motto „Scaling the AI Landscape: From Providing Infrastructure to Sovereign Business“. Entscheider diskutieren über KI-Geschäftsmodelle, digitale Souveränität, Cybersecurity und neue Plattformstrategien – mit Keynotes, Workshops und viel Raum für Networking.

Ein Höhepunkt des Summit ist die Verleihung der Service Provider Awards. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Abendgala statt.

Zur Anmeldung

IT-BUSINESS: Digitale Souveränität wird aktuell intensiv diskutiert. Wie definieren Sie Souveränität konkret für Ihre Partner – und welche technischen oder organisatorischen Voraussetzungen sind dafür entscheidend?

Seibold: Souveränität heißt für unsere Partner: Sie behalten die Kontrolle über ihre Daten, ihre Anwendungen, ihre Infrastruktur. In einer Umgebung, der sie vertrauen können. Technisch braucht es drei Dinge: Daten bleiben im Land, Verschlüsselung durchgängig von Ende zu Ende und ein föderiertes Identitätsmanagement. Dazu kommen Regeln wie die DSGVO und NIS2, eingebettet in transparente Governance-Strukturen. Organisatorisch muss Sicherheit in der Unternehmenskultur verankert sein, mit klaren Richtlinien, die Souveränität schützen, ohne Agilität und Innovation auszubremsen.

Ulrich Seibold, Vice President, Global Service Provider & ISV, HPE(Bild:  HPE)
Ulrich Seibold, Vice President, Global Service Provider & ISV, HPE
(Bild: HPE)

IT-BUSINESS: Komplexe Kundenanforderungen lassen sich immer seltener von einem Anbieter allein abdecken. Welche Rolle spielen für Sie strategische Partnerschaften und Ökosysteme – und wie sollten Service Provider ihre Position darin künftig definieren?

Seibold: Kein Anbieter kann heute alles allein abdecken, weder technologisch noch branchenspezifisch. Deshalb brauchen wir Partnerschaften und Ökosysteme. Nur gemeinsam liefern wir Kunden durchgängige Lösungen. Wir verstehen uns als Orchestrator. Wir bringen spezialisierte Technologieanbieter, lokale Rechenzentren und Compliance-Partner zusammen und sorgen dafür, dass am Ende eine Lösung steht, der der Kunde vertraut. Service Provider sollten sich als Integratoren positionieren: Zusammenarbeit fördern, Interoperabilität sicherstellen, den eigenen Wertbeitrag klar benennen. Wer das tut, wird beweglicher, kommt schneller an den Markt und kann auch komplexe Anforderungen bewältigen.

IT-BUSINESS: Zwischen AI-Workloads, Automatisierung und neuen Plattformansätzen steht die IT-Infrastruktur vor großen Veränderungen. Welche technologischen Weichen sollten Service Provider heute stellen, um in drei bis fünf Jahren wettbewerbsfähig zu bleiben?

Seibold: Erstens: Hybride Cloud- und Edge-Infrastrukturen aufbauen – sie optimieren Leistung und verkürzen Latenzzeiten. Zweitens: In modulare, KI-taugliche Plattformen investieren, die auch künftige Workloads tragen. Drittens: Auf offene Standards und APIs setzen, damit sich alles nahtlos in bestehende Ökosysteme einfügt. Die Basis bilden Cloud-native Entwicklung, Automatisierung und Sicherheit, die von Anfang an mitgedacht wird. Wer diese Weichen stellt, bleibt beweglich, kosteneffizient und widerstandsfähig – und damit wettbewerbsfähig.

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