Weltweit erstes Partnerprogramm Fuze ist auf Partnersuche

Autor: Sarah Böttcher

Der Cloud-basierte UC-Anbieter und Carrier Fuze verabschiedet sich von seinem reinen Direkt-Geschäft und möchte im Channel mit seinem ersten weltweiten Partnerprogramm durchstarten. Vor allem in Deutschland ist das Unternehmen auf Partnersuche.

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Die Cloud-basierte Enterprise-Kommunikationsplattform von Fuze bietet Voice-, Video- und Messaging-Dienste auf jedem Endgerät.
Die Cloud-basierte Enterprise-Kommunikationsplattform von Fuze bietet Voice-, Video- und Messaging-Dienste auf jedem Endgerät.
(Bild: Fuze)

„Wenn man das Thema Cloud anspricht, werden die meisten Leute immer noch nervös,“ erläutert Roland Lunck, Regional Vice President Germany und Austria bei Fuze. Mit seinem ersten globalen Partnerprogramm versucht der Cloud-Anbieter der in Deutschland vorherrschenden Cloud-Phobie entgegenzuwirken, Fachhändler für sich zu gewinnen und Bekanntheit vor allem auch auf dem deutschen Markt zu erlangen.

Laut Roland Lunck, Regional Vice President Germany und Austria bei Fuze, hat es sich der UC-Anbieter zur Aufgabe gemacht „reine Telefonie aus der Wolke“ zu bieten.
Laut Roland Lunck, Regional Vice President Germany und Austria bei Fuze, hat es sich der UC-Anbieter zur Aufgabe gemacht „reine Telefonie aus der Wolke“ zu bieten.
(Bild: Fuze)

Das amerikanische Unternehmen bietet traditionelle PBX-Funktionalitäten einer On-Premises-Telekommunikationslösung und vereint diese in einer Cloud-Kommunikationsplattform. Als Carrier und Anbieter von VoIP hat man ein großes Problem sollte die Datenleitung mal nicht funktionieren. Fuze kann in solch einem Fall in seiner Funktion als Carrier „raus aus der Wolke und in das Mobilfunknetz umschalten“, erläutert Lunck. Fuze führt keine eigenen SIM-Karten in seinem Portfolio.

Telefonie, Collaboration, Video und Messaging

Der Kunde kann zwischen zwei verschiedenen Varianten der Kommunikationsplattform wählen: Das eine Modell umfasst ausschließlich die Telefonie, während das andere Collaboration, Video und Messaging zusätzlich abdeckt. Um die Plattform zu nutzen muss der zugehörige Client dazu nicht zwingend auf dem Endgerät des Anwenders installiert werden. Via Browser kann der Kunde auch auf Videokonferenz, Messaging und laut Fuze zukünftig auch Telefonie zugreifen. Zudem kann eine Flatrate für Deutschland, Europa oder weltweit auf Wunsch auch monatlich dazu gebucht werden. Pro User ist eine Lizenz fällig. Der Anwender kann dann die Lösung auf beliebig vielen Geräten installieren und nutzen. Fuze arbeitet per offenen APIs mit anderen Anwendungen zusammen und sorgt auf Software-Ebene für Interoperabilität. Der UC-Anbieter integriert beispielsweise CRM-Anwendungen wie SalesForce oder integriert sich in Outlook für schnelles Aufsetzen von Einladungen zu Video- und Telefonkonferenzen.

Erstes weltweites Partnerprogramm

Lunck zufolge startete 2017 der Umdenkprozess innerhalb des Unternehmens, sich von dem Direkt-Geschäft zu verabschieden und eine Zusammenarbeit mit Partnern zu beginnen, denn „irgendwann kommt man an den Punkt, da braucht man ‚more feet on the streets‘,“ führt Lunck weiter aus. Nach der überwundenen anfänglichen Skepsis Partner in das eigene Backend-System zulassen, wurde im April vergangenen Jahres das erste globale Partnerprogramm gelauncht. Auf das Direkt-Geschäft wird der Carrier jedoch nicht ganz verzichten.

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Fuze: Softwarehersteller und Carrier

Der Cloud-basierte UC-Anbieter Fuze wurde 2006 in Boston gegründet. Aktuell hat der Softwarehersteller weltweit 1,4 Millionen Anwender – darunter rund 2.500 in Deutschland. Laut Roland Lunck, Regional Vice President Germany und Austria bei Fuze, verfolgt das Unternehmen das Ziel, als Softwarehersteller „reine Telefonie aus der Wolke“ zu bieten und „keine eigene Hardware zu bauen“. So hat Fuze Kooperationen mit Endgeräteherstellern, wie beispielsweise Yealink und Polycom.

Fuze hat in 38 Ländern eine Lizenz als Carrier und bietet so Single Number Reach. Der Endanwender legt dabei fest, mit welchen seiner angemeldeten Geräte er ein eingehendes Telefonat annehmen will. Egal ob Handy, Tablet, Laptop oder SIP-Telefon – der Endanwender ist immer unter seiner Telefonnummer erreichbar. Im Gegensatz zu anderen Service Providern verkauft Fuze keine SIM-Karten.

Das Headquarter in Europa befindet sich in London. Von München werden die Geschicke des Unternehmens in Deutschland und Österreich gelenkt – in der Schweiz ist der Carrier noch nicht aktiv. Aktuell möchte Fuze vor allem auch seine Präsenz in Deutschland ausbauen, denn „dort hinken wir noch hinterher“, erläutert Lunck.

Referral- und Reseller-Modell

Das Partnerprogramm besteht aus zwei Varianten: dem Referral- und dem Reseller-Modell. Bei Ersterem schließt der Carrier einen Vertrag mit dem Endkunden des Partners. Unterschreibt der Endkunde beispielsweise einen Drei-Jahresvertrag, kümmert sich Fuze in diesem Zeitraum direkt um sämtliche Belange des Kunden. Der Partner wird somit vollständig entlastet und erhält zudem auf alles, was der Kunde bei Fuze ordert, während des gesamten Zeitraums eine Marge von 20 Prozent.

Beim klassischen Reseller-Modell schließt der UC-Anbieter einen Vertrag mit dem Fachhandelspartner. Dieser erhält, je nach Partnerstatus (Bronze, Silber, Gold), für jedes verkaufte Produkt eine Einkaufsmarge. Die verschiedenen Status setzen sich dabei nicht aus dem Umsatz, sondern aus dem Ausbildungsstand der Reseller zusammen. Die Laufzeit eines Endkundenvertrags beträgt ein bis drei Jahre.

Fuze und der deutsche Markt

„Wir hinken in Deutschland hinterher,“ betont Lunck. Seit drei Jahren ist der amerikanische Hersteller in Deutschland aktiv, zurzeit jedoch mit lediglich zehn Partnern. Deshalb steht 2019 auch unter dem Stern der Partnergewinnung. Mit Hilfe des Partnernetzwerkes will Fuze vor allem in Deutschland an Bekanntheit gewinnen. So fokussiert das Unternehmen zwar den deutschen Markt, hat mit einem einzigen für den Channel zuständigen Mitarbeiter, jedoch noch nicht die Möglichkeit zu skalieren. Um neben Bayern und Baden-Württemberg auch andere Bundesländer abzudecken, ist Fuze auf Partner angewiesen. Zusätzliche Unterstützung erhält der Carrier durch seinen neuen Distributor Api.

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 Sarah Böttcher

Sarah Böttcher

Online CvD & Redakteurin