Komplettpakete für den Online-Handel sind gefragt

Full-Service-Angebote erleichtern den Einstieg ins E-Commerce-Geschäft

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Full-Service-Provider

Es ist deshalb grundsätzlich, aber besonders für ein im E-Commerce noch unerfahrenes Unternehmen, keine schlechte Idee, möglichst viele Teilprozesse nach außen an Firmen zu verlagern, deren täglich Brot dieses Geschäft ist. So genannte Full-E-Commerce-Service-Provider liefern Komplettlösungen für den Online-Handel aus einer Hand. Dabei geht es um die Erstellung des Shop-Systems an sich, Content-Erstellung und Produktfotografie, Marketing, Debitorenmanagement, Inkasso, Fulfillment, Lagerwirtschaft, Retourenmanagement, Kundenservice sowie Reporting und Analyse. Der Bereich Online-Marketing ist als besonders wichtig anzusehen, schließlich will man als Anbieter ja auch gefunden werden.

Outsourcing der Prozesse

Es ist durchaus sinnvoll, auch die Prozessabwicklung teilweise oder vollständig an den Provider auszulagern. Die Vorteile sind offensichtlich: Es wird kaum technisches und Prozessentwicklungs-Know-how benötigt. Durch flexible, erfolgsabhängige Preismodelle besteht ein nur geringes Investitionsrisiko. Die Gesamtlösung ist schnell und mit hoher Funktionalität und Pressionalität verfügbar. Die Nachteile, nämlich ein hoher Grad der Abhängigkeit vom Provider muss dafür akzeptiert werden.

Nun ist nicht jeder Anbieter von E-Commerce-Produkten auch ein guter Full-Service-Provider. Und nicht jeder gute Anbieter passt auch gut zur Branche des Auftraggebers. Während eine Werbeagentur sicherlich eine unverwechselbare, schnell reagierende und ergonomische Website erzeugen kann, fehlt ihr in der Regel das Prozess-Know-how der Bereiche Logistik, Versand und Zahlungssysteme. Dem Anbieter von Lagerwirtschaft und Finanzbuchhaltung fehlt es möglicherweise an der werblichen Kreativität und dem Verständnis für Internet-Marketing und Suchmaschinenoptimierung. Einem Spezialisten für die Modebrachne fehlt es vermutlich am „Stallgeruch“ für den Maschinenbau und die Unterhaltungselektronik.

Die optimale Integration in die Unternehmenssoftware ist von Beginn an für den Erfolg unabdingbar. Einen hohen Stellenwert hat deshalb die Beratungskompetenz des Providers. Fragen, nach der Skalierbarkeit des Systems müssen ganz am Anfang eines E-Commerce-Projektes gestellt und vom Provider beantwortet werden. Dabei bedeutet Skalierung gleichermaßen die dynamische, systembruchfreie Anpassung an Veränderungen der Produkt- und Varianten-Menge im Shop, als auch die Anzahl der Shopbesucher und Kunden. Bestellen wenige Kunden regelmäßig oder viele Kunden sehr selten? Shop-Betreiber wie der Großversender Otto stellen andere Anforderungen, als eine Ferienfluglinie oder ein weltweit aktiver Ersatteillieferant für Oldtimer. Den Full-Service-Anbieter sollte auf die Frage nach der Modularität der einzelnen Prozessbausteine eine gute Antwort geben können. Die Entscheidung, einzelne Bausteine wie Logistik, Fulfillment oder Customer-Service erst einmal in fremde Hände zu geben mit der Option, sie später selbst zu besorgen sind für die Entwicklung des eigenen Unternehmens absolut relevant.

Praxisleitfaden vom Bitkom-Verband

Bleibt die Qual der Wahl, welcher Full-Service-Porvider ist der Richtige? Von etwa 30 Unternehmen die in Deutschland Full-Service bewerben, bieten nur wenige das gesamte Portfolio von A wie Accounting bis W wie Webdesign an. Mehr Informationen dazu gibt es in der Broschüre „Praxisleitfaden E-Commerce“ beim Branchenverband Bitkom.

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