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Business Continuity

Neue Mainframes von IBM und Fujitsu

Forever young

| Autor: Wilfried Platten

Konstante Größe: Der Mainframe ist und bleibt ein ebenso stabiler wie wandlungsfähiger Faktor in der IT-Welt.
Konstante Größe: Der Mainframe ist und bleibt ein ebenso stabiler wie wandlungsfähiger Faktor in der IT-Welt. (Bild: Jon Simon/IBM)

Ja, es gibt Konstanten in der IT-Welt, wenn auch nur eine Handvoll: die ungebrochene Microsoft-Dominanz vielleicht, oder die allgegenwärtige x86-Architektur. Aber sie alle können es nicht mit dem wahren Überlebenskünstler im digitalen Haifischbecken aufnehmen: dem Mainframe.

Es würde sich sicher lohnen einmal zu recherchieren, wie oft der Mainframe schon totgesagt wurde. Aber das könnte sich zur Mammutaufgabe auswachsen. Wichtiger ist, wie flexibel, modernisierungstolerant und anpassungsfähig das „alte Blech“ auch ins nächste Jahrzehnt geht. Wie es der für Mainframes typische Innovationsrhythmus und die damit verbundenen Halbwertszeiten so wollen, kündigen gleich zwei der wenigen verbliebenen Aufrechten neue Generationen ihrer Rechnerschränke an: Fujitsu die nächste Stufe der BS2000-Evolution und IBM den Typ z15.

Allerdings unterscheidet beide der zentrale Vertriebsansatz: Während die IBM z-Serie ein gefundenes Fressen für entsprechend qualifizierte IBM-Partner wie beispielsweise Cancom, Profi oder SVA ist, gehen Fujitsu-Mainframes nur direkt über den Tisch des Hauses zum Kunden – der Channel ist außen vor. Trotzdem nützen die Fujitsu-Innovationen dem gesamten Großrechner-Geschäftsbereich – und damit indirekt auch dem Channel.

Mehr Power für BS2000

Sie zeigen auch, wo die Reise hingeht: Fujitsu unterstreicht den Stellenwert des Mainframe Computing bei Hybrid-IT und digitaler Transformation. Dazu besitzen die neuen Fujitsu Server BS2000 SE710- und SE310-Infrastrukturen eine erhöhte Systemoffenheit und ein ebenfalls gesteigertes Integrationspotenzial. Dabei integrieren sie Technologien wie Cloud und Edge Computing, Künstliche Intelligenz, Blockchain, Big Data Management, DevOps sowie Datacenter Management and Automation (DCMA) Lösungen. So sollen sie die Attraktivität von Mainframes als hocheffiziente, sichere und zuverlässige Plattform für die digitale Transformation sicherstellen. Eine satte Leistungssteigerung darf dabei nicht fehlen. Dazu gehören höhere Rechenleistung – je nach Modell um 10 bis zu 20 Prozent – sowie eine schnelle Peripherie-Konnektivität mit 16 GBit/s Fiberchannel-Verbindungen.

Mainframe mit Rotem Hut

IBM setzt dagegen beim neuen z15 andere Schwerpunkte. Verantwortlich dafür scheint unter anderem der Einfluss von „Neuzugang“ Red Hat zu sein, der dem Boliden offensichtlich neue Agilität eingehaucht hat. Wie anders ist es zu erklären, dass Open Shift das neue Zauberwort und eines von drei primären Differenzierungsmerkmalen ist.

„Wir sehen die z15 als Plattform für Cloud Native Application Development und stellen dafür Open Shift agnostisch auf zOS und zLinux zur Verfügung“, erklärt dazu Bernd Schierholz, als Vice President Hardware auch für den Mainframe zuständig. Die Enterprise-Kubernetes-Plattform von Red Hat soll die z15 in Workload-variable Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen einbinden.

Bernd Schierholz, Vice President Hardware Sales bei IBM
Bernd Schierholz, Vice President Hardware Sales bei IBM (Bild: Wolfgang Maria Weber/IBM)

Zweiter Schwerpunkt ist die erweiterte Hardware-Encryption: „Mit der z15 verfolgen wir das Konzept Encryption everywhere mit den Data Privacy Passports. Damit kann man nicht nur die Mainframe-Daten verschlüsseln, sondern weiterhin auch dann managen, wenn sie den Mainframe verlassen.“

Der dritte Schwerpunkt betrifft die Optimierung des Mainframe-Betriebs: Für das geplante – oder auch ungeplante – Herunterfahren und Restarten des Systems stellen wir jetzt sämtliche installierten Ressourcen zur Verfügung, auch wenn sie für den eigentlichen Betrieb nicht aktiviert sind“, so Schierholz. Damit sollen die Downtimes, etwa bei Wartungsfenstern, minimiert werden.

Mainframe as a Service

Eine „Riesenänderung“ gibt es auf Seiten der Lizenzbedingungen: „Einen Großteil der IBM-Software stellen wir als Cloud Packs zur Verfügung.“ Auch hier macht sich wieder der Einfluss von Red Hat bemerkbar, wo dieses Konzept bereits Standard ist. So ganz fremd ist IBM die Thematik allerdings nicht, denn Blockchain as a Service auf dem Mainframe wird schon seit rund einem Jahr angeboten. Ähnliche Angebote sind unschwer auch als Plattform as a Service auf dem Mainframe vorstellbar: „Für Z as a Service benötigen wir natürlich eine entsprechende Cloud Management Oberfläche an Stelle der zOS-Konsole. Mit Open Shift auf dem Mainframe schaffen wir die Basis dafür“, zeigt Schierholz die Perspektive auf.

Für den Channel ist der Mainframe-Markt ein Art „Closed Shop“ für einige tradierte Systemhäuser, die sich schon seit langem damit beschäftigen. „Kein Reseller geht neu in einen nicht mehr wachsenden Markt hinein“, so Schierholz. „Aber er wird immer interessanter für Managed Service Provider. Eine sehr spannende Gruppe. Auf der Anwendungsseite stellt sich die Frage: Welche Workloads gehören sinnvollerweise auf den Mainframe? Aus unserer Sicht ist das alles, was Security- und Data-Privacy-relevant ist. Also all das, wo wir die Hardware-Encryption ausspielen können“, so das Resümée von Bernd Schierholz.

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