Eine weitere milliardenschwere Großinvestition in Sachsen hat Freude ausgelöst. Doch Wissenschaftler mischen Wasser in den Wein: Vor allem die Subventionen werden auch kritisch gesehen.
Die Ansiedlung von TSMC könnte sich positiv auf Dresden auswirken. Die Subventionen werden aber kritisch gesehen.
(Bild: TSMC)
Die geplanten Subventionen für den taiwanischen Chip-Hersteller TSMC wird von Experten auch kritisch gesehen. „Die Großunternehmen spielen die Steuerzahler unterschiedlicher Länder gegeneinander aus“, sagte der Leipziger Wirtschaftswissenschaftler Gunther Schnabl am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Subventionen müssten auch finanziert werden – etwa durch höhere Steuern.
„Höhere Steuern sind ein Standortnachteil. Man verteilt dann nur um, von klein- und mittelständischen Unternehmen hin zu Großunternehmen. Es wäre besser, sich nicht an diesem Subventionswettlauf zu beteiligen, sondern auf gute Standortbedingungen zu setzen. Dann würde die breite Masse der Unternehmen profitieren statt einige wenige“, betonte der Professor der Universität Leipzig.
Ärger über starke Subventionierung
„Die Ansiedlung von TSMC ist ohne Zweifel eine Aufwertung für den Halbleiterstandort Dresden“, sagte Joachim Ragnitz von der Dresdner Niederlassung des Wirtschaftsforschungsinstitutes Ifo. Auf der anderen Seite sei die starke Subventionierung ein Ärgernis. Die EU habe sich mit ihrer Entscheidung, ihren Weltmarktanteil an Chips zu verdoppeln, mehr oder minder erpressbar gemacht. „Die Konzerne kommen nur, wenn so und soviel gezahlt wird. Das ist ein Problem. Wir befinden uns in einem richtigen Subventionswettlauf. Gewinner sind nur die Halbleiterhersteller, Verlierer die Steuerzahler in den jeweiligen Ländern.“ Momentan boome der Halbleitermarkt. Die Firmen müssten die Investitionen eigentlich allein bewältigen können.
Der Präsident des Wirtschaftsforschungsinstitutes RWI, Christoph Schmidt, zeigt sich skeptisch, dass die deutsche Konjunktur durch die Förderung den erhofften Schub bekommt. Es sei zweifelhaft, dass die Subvention dem Land langfristig mehr bringe, „als wenn man die gleichen Mittel in die Forschung und Entwicklung etwa von Speichertechnologien oder in die Infrastruktur für den Import und Transport von Wasserstoff stecken würde“, sagte Schmidt der Rheinischen Post.
„Ungewisse Wette auf die Zukunft“
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, sieht in den geplanten Chipfabriken von TSMC in Dresden sowie Intel in Magdeburg „eine ungewisse Wette auf die Zukunft.“ Der Staat gebe 15 Milliarden Euro an Subventionen allein für diese beiden Fabriken aus. „Dies wird sich wirtschaftlich nur dann rechnen, wenn diese beiden Investitionen einen Impuls für die gesamte regionale Wirtschaft geben und auch in anderen Branchen und bei Zulieferern Innovationen und neue Arbeitsplätze entstehen“, sagte Fratzscher dem Tagesspiegel.
Mit Blick auf die Standorte sagte Fratzscher, die Projekte könnten Ostdeutschland helfen, ein eigenes Wirtschaftsmodell zu entwickeln und sich von anderen Regionen Deutschlands zu unterscheiden. Dafür müssten jedoch auch eine Willkommenskultur, eine bessere Infrastruktur und mehr Investitionen in Bildung und Innovationen entstehen. Nur so könnten Fachkräfte angezogen werden.
Kritische Betrachtung angebracht
TSMC hatte am Dienstag angekündigt, bis zum Jahr 2027 ein Halbleiterwerk in Dresden zu errichten. Der Konzern erwartet, dass die gesamte Investitionssumme zehn Milliarden Euro übersteigen wird. Die Hälfte wird voraussichtlich als Förderung vom deutschen Staat aufgebracht.
Ministerpräsident Michael Kretschmer verteidigte die Entscheidung und verwies darauf, dass auch in anderen Ländern hohe Subventionen für solche Ansiedlungen fließen. Der internationale Wettbewerb sei nicht immer fair. „Wenn wir die digitale Souveränität haben wollen, müssen wir die Produktion hier haben.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Dennoch hält auch Kretschmer eine kritische Betrachtung für angebracht. Es sei nicht richtig, wenn man auf der einen Seite durch politische Entscheidungen die Produktion verteuere und dann über Subventionen einen Ausgleich erzeuge, sagte der CDU-Politiker. Man müsse sich auch die Frage stellen, ob Deutschland über die Jahrzehnte nicht mehr in die Mikroelektronik hätten investieren müssen.