Zugewinn an Security-Expertise Esko schließt sich der Connexta-Gruppe an

Von Michael Hase 4 min Lesedauer

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Der IT-Dienstleister Esko aus dem Kreis Günzburg wird achtes Mitglied von Connexta. Durch die Akquisition des Spezialisten für Cybersecurity gewinnt die junge Systemhausgruppe zusätzliche Expertise auf diesem Technologiegebiet hinzu.

Manuel Köbler (l.), Geschäftsführer bei Esko, und Jens Stief, CEO bei Connexta, gehören jetzt zum gleichen Team.(Bild:  Connexta)
Manuel Köbler (l.), Geschäftsführer bei Esko, und Jens Stief, CEO bei Connexta, gehören jetzt zum gleichen Team.
(Bild: Connexta)

Bei M&A-Transaktionen im Channel spielt oft das Thema Unternehmensnachfolge eine Rolle. Dieses Motiv kann man bei Manuel Köbler definitiv ausschließen. Der geschäftsführende Gesellschafter von Esko Systems aus Kötz bei Günzburg ist im März gerade 40 Jahre alt geworden und hat noch viel Spaß daran, als Entrepreneur zu arbeiten. Nichtsdestotrotz verkauft er den IT-Dienstleister, den er im Sommer 2017 gemeinsam mit Hüseyin Esnemez gegründet hat, jetzt an Connexta. Die Gruppe mit Hauptsitz in München hat den Abschluss der Akquisition, durch die sie auf acht Gesellschaften kommt, gestern über ihren Investor offiziell bekanntgegeben.

Esko betreut bundesweit mittelständische und große Unternehmen bei Fragen der IT-Sicherheit. Dabei verfolgt der Dienstleister, dessen Wurzeln in der Netzwerk-Security liegen, einen ganzheitlichen Ansatz. Mit seinen Services deckt er das gesamte Leistungsspektrum von der Beratung über die Konzeption und Implementierung von Sicherheitslösungen bis hin zu Monitoring und Wartung ab. Ein wachsender Anteil des Geschäfts entfällt auf Managed Security Services. Ergänzend dazu erbringt das Unternehmen auch Leistungen rund um Server und Storage, die es aber nicht offensiv vermarktet. Esko beschäftigt 27 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 15 Millionen Euro.

Köbler bleibt auch nach dem Verkauf an Connexta weiterhin Geschäftsführer bei Esko. Neben Synergien verspricht er sich vom Beitritt zur Gruppe eine Entlastung bei Themen, wie etwa Server und Storage, die bei dem Dienstleister keinen Schwerpunkt bilden. „Wir schließen uns mit anderen zusammen, von denen wir wissen, dass sie die Dinge, auf denen bei uns kein Fokus liegt, einfach besser können“, betont der Vertriebsprofi. Zudem könne er von der Erfahrung der neuen Geschäftsführerkollegen lernen. Umgekehrt bringt das Unternehmen aus Kötz seine Netzwerk- und Security-Expertise in den Verbund ein.

Partnerschaft mit Fortinet

Was Produkte und Technologien betrifft, so liegt ein Schwerpunkt von Esko auf dem Hersteller Fortinet. Verglichen mit dem Gros der Partner des nordamerikanischen Anbieters, bei denen der überwiegende Teil des Geschäfts auf Firewalls entfällt, sind die Schwaben wesentlich breiter aufgestellt: Etwa die Hälfte ihres Fortinet-Umsatzes erzielen sie mit Produkten aus Feldern wie E-Mail-Security, Sandboxing, SD-WAN, Endpoint Detection & Response (EDR), Log-Management und Multifaktor-Authentifizierung. Daraus werde sich künftig Cross-Selling-Potenzial in der Gruppe ergeben, erwartet Köbler. Neben Fortinet zählen unter anderem Darktrace, HPE, Huawei, Kemp, Macmon, Microsoft, Quest, Rubrik und VMware zum Anbieter-Portfolio von Esko.

Connexta wiederum gewinnt durch die Akquisition des Dienstleisters zusätzliche Expertise auf einem IT-Gebiet hinzu, dessen Bedeutung aktuell kaum zu überschätzen ist. „Vor dem Hintergrund der fortdauernden Angriffe durch Cyberkriminelle sehen wir, dass die Nachfrage nach IT-Security-Leistungen weiter steigt“, führt Jens Stief, CEO bei Connexta, aus. „Als Unternehmensgruppe decken wir gemeinschaftlich die Bedarfe der Kunden bei Prevention, Detection, Reaction flächendeckend ab und treten als vollständiger IT-Security-Service-Anbieter auf.“ De facto bringen alle Mitglieder des Verbunds spezifische Security-Kompetenz mit, die im Systemhausgeschäft heute unverzichtbar ist. Synergien sollen dadurch entstehen, dass die Häuser ihr Wissen und ihre Fähigkeiten über die Unternehmensgrenzen hinweg bündeln. Daraus leitet sich der Claim „IT. Gemeinsam. Stärker“ ab, mit dem Connexta seit diesem Jahr wirbt.

Unter der Marke formierten sich im Juni 2021 die Systemhäuser ID.kom (Kempten), Basys (Bremen) und Neam (Paderborn), die zuvor der Münchner Investor Aurelius Wachstumskapital (AWK) erworben hatte. Seitdem kamen die Dienstleister If-Tech (München), Newcotec (Ansbach) und Anduras (Passau) sowie das Systemhaus Brinova (Oldenburg) hinzu. Connexta bezeichnet sich als Verbund von Local Heroes, also regionalen Systemhäusern, und Specialists. Esko fällt als bundesweit agierender Security-Dienstleister in die zweite Kategorie. Durch den aktuellen Zukauf kommt die Gruppe nun auf zehn Standorte und rund 350 Mitarbeiter. Weitere Akquisitionen sind geplant, um die regionale Abdeckung zu vervollständigen und die fachliche Expertise zu vertiefen.

Unternehmerische Freiheiten

Bei Connexta bleiben die Marken der einzelnen Gesellschaften bestehen. Die Philosophie der Gruppe sieht außerdem vor, dass die Geschäftsführer nach der Übernahme ihre Rolle weiter aktiv wahrnehmen. Darüber hinaus behalten die einzelnen Gesellschaften große unternehmerische Freiheiten. Es gibt wenige verbindliche Vorgaben, und die werden gemeinsam erarbeitet. „Wir können einem neuen Mitglied die Türen bei den anderen Gesellschaften öffnen, können mit ihm über eine gemeinschaftliche Strategie reden, wie wir Kunden ein breiteres Portfolio anbieten“, erläutert CEO Stief den Ansatz. „Aber wir können den Geschäftsführern nicht sagen, wie sie ihr Unternehmen leiten sollen. Das wissen sie selbst am besten."

Genau diese Freiheiten waren es, die für Köbler und seinen Geschäftspartner Esnemez den Ausschlag gaben, sich Connexta anzuschließen. Kaufangebote seien ihnen immer wieder gemacht worden, berichtet der Unternehmer. Womöglich hätten sie bei einem anderen Käufer sogar einen höheren Preis erzielen können. Daran sei ihnen aber nicht gelegen gewesen. „Die Idee hinter der Gruppe und die handelnden Personen sind mindestens so wichtig wie das Finanzielle.“ Schließlich sei der Preis, den der Investor gezahlt habe, marktgerecht und fair gewesen.

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Bevor die beiden Esko-Gründer im Sommer 2017 den Schritt in die Selbstständigkeit gingen, arbeiteten sie mehrere Jahre lang gemeinsam bei den Systemhäusern Celos aus Ulm und Cancom, damals noch mit der Zentrale in Jettingen-Scheppach ansässig. Köbler war als Vertriebsleiter und Key Account Manager tätig, Esnemez als Leiter Consulting und Senior IT Specialist. Aus den ersten zwei Buchstaben ihrer Nachnamen leitet sich der Firmenname Esko ab.

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