Enterprise-Resource-Planning

ERP-Systeme – die Herzen des digitalen Wandels

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Hier läuft alles zusammen: das ERP-System.
Hier läuft alles zusammen: das ERP-System. (Bild: Tierney - stock.adobe.com)

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Die „Digitale Transformation“ und die „As-a-Service-Ära“ sind einerseits viel bemühte Buzzwords, allerdings stecken andererseits reale Trends dahinter, mit realen Konsequenzen für den IT-Markt und seinen Akteuren. Wolfgang Reichenbach, Vorstandsmitglied bei Step Ahead, sieht ERP-Systeme (Enterprise-Resource-Planning) dabei im Zentrum vieler Entwicklungen.

ITB: Während nach den Snowden-Enthüllungen eine Cloud-Skepsis aufkam, die sich insbesondere in Deutschland lange hielt, laufen wir nun in einen Cloud-Hype hinein. Würden sie dem zustimmen?

Wolfgang Reichenbach, Vorstandsmitglied, Step Ahead
Wolfgang Reichenbach, Vorstandsmitglied, Step Ahead (Bild: Step Ahead)

Reichenbach: Ja absolut. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass wir in der IT-Branche schon mittendrin sind im Hype. Leider hat das aber dazu geführt, dass viele Unternehmen mit einer Vielzahl von Tools arbeiten, um die Software im eigenen Haus, aber auch bei den Kunden zu managen und sich dabei in einer Art Cloud-Dschungel befinden. Voneinander getrennt laufende, spezialisierte Anwendungen beispielsweise für das CRM, Ticketing oder Monitoring sind die Regel. Diese Speziallösungen sprechen aber nicht die gleiche Sprache. Es kommt zu verschiedenen Datenständen, da eine nahtlose Datenübertragung mangels einheitlicher Schnittstellen nicht gewährleistet ist. Hinzu kommen alte Systeme, die mit neu eingeführten Anwendungen teilweise parallel laufen. Die Folge sind Medienbrüche, fehlende Transparenz und Multidatenhaltung, was sich sofort in der Ertragssituation widerspiegelt und auch oft zulasten des Datenschutzes geht.

ITB: Wie ändert sich das Systemhausgeschäft in der anbrechenden „As-a-Service-Ära“?

Reichenbach: Die Automation von Prozessen spielt im IT-Systemhausgeschäft eine große Rolle. Für Systemhäuser ist es zum Beispiel wichtig, gerade bei kleinteiligem Geschäft wie der Weiterberechnung von Lizenzkosten für Cloud-Produkte nahtlos und automatisiert abzurechnen. Während früher vor allem Waren in Form von Hardware verkauft wurden, sind es heute vorwiegend Dienstleistungen. Hardware dient meist nur als Einstieg in das Managed-Services-Geschäft. Für die Verwaltung und Abrechnung bringt das einen erhöhten Aufwand mit sich. Wer als Systemhaus oder Softwarehersteller auf eine integrierte Lösung für das Projekt-, Dienstleistungs- und Vertragsmanagement setzt, stellt zudem eine faktenbasierte Unternehmenssteuerung sicher. Damit lässt sich der Vertrieb datenzentriert auf Grundlage relevanter und aktueller Kennzahlen aus dem betrieblichen Rechnungswesen steuern. Unternehmen vermeiden so ein Scheitern aufgrund einer mangelnden Verknüpfung von Informationen.

ITB: In der Politik ist derzeit oft die Rede davon, dass Deutschland fit für eine digitale Zukunft gemacht werden müsse. Aber sind es im Grunde nicht die Unternehmen, die dies leisten müssen, während der Staat lediglich Impulse für den Ausbau der Datenautobahnen leisten kann?

Reichenbach: Deutsche Unternehmen und hier besonders der Mittelstand haben sich neben einer herausragenden Engineering Expertise immer durch eine hohe Prozesskompetenz ausgezeichnet. Beides zusammen hat das Gros der deutschen Unternehmen trotz des teuren Standortes Deutschland im internationalen Wettbewerb immer bestehen lassen. Oder, wie wir seit der Finanzkrise erleben dürfen, stärker als unsere europäischen Nachbarn wachsen lassen. Es stellte sich für die Unternehmen folglich immer schon die Frage, wie ein mittelständisches Unternehmen sein Geschäftsmodell weiterentwickelt, um im internationalen Vergleich besser zu sein. Wenn aber der Ausbau der digitalen Infrastruktur den Notwendigkeiten nicht hinterher kommt, dann werden deutsche Unternehmen den Anschluss verlieren. Sie werden zum Beispiel Firmensitze dorthin verlagern, wo sie eine ausreichende digitale Struktur vorfinden. Das hatten wir schon einmal vor zehn Jahren, als Unternehmen zum Produzieren in den Osten gegangen sind.

ITB: Der Begriff „Digitale Transformation“ macht die Runde. Was beschreibt er und hat er Buzzword-Charakter?

Reichenbach: Digitale Transformation ist ein großes Wort, aber es beschreibt die Entwicklung treffend, die wir derzeit in vielen Branchen durchlaufen. Digitalisierungsinitiativen, die sich auf einzelne, isolierte Teilprozesse beziehen, bergen die Gefahr, als Insellösungen in den unternehmensweiten Systemen buchstäblich zu versanden. Darum steht Digitale Transformation für einen ganzheitlichen Ansatz: den Wandel in digitalisierte, integrierte Gesamtprozesse. Jedoch schafft es kein Unternehmen, direkt die gesamte Wertschöpfungskette zu digitalisieren. Es ist immer ein Prozess. Wichtig ist, dass Unternehmen am Anfang eine gründliche Bestandsaufnahme machen. So erkennen sie, an welchem Punkt sie in der digitalen Ausrichtung ihrer Prozesse stehen, können dann entsprechend agieren und strategisch vorgehen.

ITB: Welche Faktoren und Marktentwicklungen spielen für die ERP-Branche eine Rolle?

Reichenbach: Prozessintegration ist der Schlüssel zum Erfolg. Erst mit einer umfassenden Lösung, die über Produktgrenzen hinweg digitale Prozesse rund um die Finanzverwaltung, das Kundenmanagement, den Vertrieb sowie die Einkaufs- und Auftragsabwicklung ermöglicht, dokumenten- und zugleich datenzentriert und auf spezifische Branchenanforderungen zugeschnitten ist und auch unternehmensindividuelle Abläufe abbildet, verfügen Unternehmen über eine gute Grundlage für eine strategische Digitalisierung. ERP-Berater werden zu Brückenbauern in die digitale Welt. Denn ERP-Systeme sind Dreh- und Angelpunkt digitalisierter Unternehmensprozesse. Hier laufen alle Datenströme zusammen.

ITB: Wie reagiert Step Ahead darauf?

Reichenbach: Unser Kernprodukt ist die CRM- und ERP-Lösung Steps Business Solution, die wir jeweils in Branchenausführungen für unsere Zielmärkte IT, Großhandel, Service, Produktion sowie Abfallwirtschaft und Abfallmanagement für Kommunen anbieten. Darin vollständig integriert sind Anwendungen für das Enterprise Content Management, Finanzwesen, Business Intelligence, eBusiness und Collaboration. Zudem bieten wir mit der Steps Mobile App die Möglichkeit des mobilen Zugriffs auf die wichtigsten Funktionen, was im Außendienst für einen professionellen Kunden-Support wichtig ist.

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