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Oracle Cloud Applications

ERP-Systeme der Zukunft durch die Oracle-Brille

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Individualisierung findet bei SaaS-ERPs hauptsächlich aus Dashboard-Ebene statt.
Individualisierung findet bei SaaS-ERPs hauptsächlich aus Dashboard-Ebene statt. (Bild: Vegorus - stock.adobe.com)

Die ERP-Zukunft: Anpassung von Systemen für Enterprise-Resource-Planning findet auf Dashboard-Ebene statt und Erweiterungen wie ein Gesundheitsmonitoring einzelner Mitarbeiter in gefährlichen Situationen sind schnell implementiert.

Noch ist das ein Stück weit Zukunftsmusik, aber voraussichtlich wird es in den nächsten zwölf Monaten möglich sein, über Siri oder Alexa dem ERP-System von Oracle, das unter der Marke „Oracle Cloud Applications“ vermarktet wird, folgende Anweisung zu geben: „Zeig mir die Vertriebszahlen der letzten sechs Monate, geordnet nach Vertriebsregionen.“ Andere Funktionen, die sich teilweise nach Science Fiction anhören, sind bei ERP-Projekten bereits ­real, erklärt Dirk Thomas Wagner, Sales Development Leader ERP Cloud bei Oracle: „Cloud Applications ist fit für Industrie 4.0 und kann mit einigen intelligenten Funktionserweiterungen aufwarten.“ So lässt sich mit der Erweiterung ‚Connected Worker‘ beispielsweise der Gesundheits­zustand von Mitarbeitern überwachen, wenn es ein gefährliches Arbeitsumfeld ­erforderlich macht. GPS-basiertes Flottenmanagement oder Maschinenmonitoring sind vielerorts bereits Standard.

Netsuite und Oracle Cloud Applications

Während Oracle Netsuite mehr das Small- and Medium-Business adressiert, richtet sich das Angebot des Herstellers mehr an das Enterprise-Segment. „Oracle Cloud Applications“ sind ein klassisches SaaS-Produkt. Der Kunde bezahlt also flexibel pro Nutzer und Monat. Den Siegeszug von SaaS erklärt Wagner unter anderem folgendermaßen: „Einer der großen Vorteile bei SaaS ist, dass der Kunde keine großen Upgrade-Projekte ansetzen muss, denn hier wird kontinuierlich upgegradet, und verantwortlich dafür ist Oracle“.

Allerdings kann der Kunde hierbei auch Einfluss nehmen und ein anstehendes Upgrade verschieben, bis beispielsweise der Jahresabschluss oder ein anderer kritischer Zeitraum hinter ihm liegt. „Das geht deswegen, weil wir für jeden Kunden standardmäßig eine eigene virtuelle Serverumgebung eingerichtet haben“, so der Manager. Bei Oracle Cloud Applications kommen ­alle drei bis vier Monate neue Releases mit bis zu 200 Features, heißt es aus dem Hause Oracle.

Die drei Wellen im SaaS-Markt

Dirk Thomas Wagner, Sales Development Leader ERP Cloud, Oracle
Dirk Thomas Wagner, Sales Development Leader ERP Cloud, Oracle (Bild: Oracle)

Die rasante Entwicklungsdynamik des SaaS-Modells konnte laut Wagner in bislang drei Wellen beobachtet werden, in denen jeweils Marktanteile und Akzeptanz dazugewonnen wurden: „Die erste Welle im SaaS-Segment war CRM in der Cloud. Die hat mehr oder weniger den Weg geebnet und Akzeptanz erzeugt.“ Als zweite Welle nennt Wagner den HR-Bereich (Human Resources). Hier gab es anfangs noch starke Vorbehalte wegen Mitarbeiter-Daten in der Cloud. „Die Diskussion, ob die Daten dort sicher sind, ist im Grunde genommen bereits beendet. Was uns ­angeht: Oracle hat ein Rechenzentrum in Frankfurt und ein Failover-Rechenzentrum in München. Die Daten verlassen das Land also nicht, und ein großer Konzern wie Oracle kann die Sicherheit im Datacenter besser herstellen als so manches kleinere Unternehmen, behaupte ich einfach mal“, so der Oracle-Manager. „Die dritte Welle ist ERP in der Cloud, an deren Erfolg ich mitarbeite.“

ERP-Systeme – die Herzen des digitalen Wandels

Enterprise-Resource-Planning

ERP-Systeme – die Herzen des digitalen Wandels

09.03.18 - Die „Digitale Transformation“ und die „As-a-Service-Ära“ sind einerseits viel bemühte Buzzwords, allerdings stecken andererseits reale Trends dahinter, mit realen Konsequenzen für den IT-Markt und seinen Akteuren. Wolfgang Reichenbach, Vorstandsmitglied bei Step Ahead, sieht ERP-Systeme (Enterprise-Resource-Planning) dabei im Zentrum vieler Entwicklungen. lesen

Untypische Wege

In den Cloud Applications als ERP finden sich unter anderem Module für HR, CRM, FiBu, Supply Chain Management und Manufacturing. „Alles beruht auf demselben Datenmodell und greift ineinander“, so Wagner. Voneinander abgetrennte Systeme werden durch die Oracle-Brille betrachtet irgendwann ein Relikt der Vergangenheit sein. „Technologisch steht die User Experience bei Oracle Cloud Applications im Mittelpunkt, und wir gehen hier im Branchenvergleich teilweise untypische Wege“, sagt Wagner.

Die Möglichkeit der Sprachsteuerung via Alexa oder Siri ist ein Beispiel für diesen Ansatz. Ein anders ist die Einbindung von Chatbot-Funktionen in die SaaS-Dienste des Herstellers. „Mit Chatbot-Technologie, unterstützt durch Methoden des maschinellen Lernens, helfen wir beispielsweise bei der Erfassung von Dokumenten. Wenn man so will, handelt es sich dabei um eine regelbasierte Eingabehilfe mit eingebauter Fehlerprüfung“, so der ERP-Profi und ergänzt: „AI ist ein großes Wort. Maschinelles Lernen trifft es womöglich manchmal besser, aber in der Praxis ist es schlichtweg sehr hilfreich, wenn das System Fehler beispielsweise bei der Spesenabrechnung automatisch erkennt und beim Nutzer nachfragt.“

Ergänzendes zum Thema
 
Projektgeschäft der Oracle-Partner in As-a-Service-Zeiten

Die Rolle des Channels

Die Wertschöpfung der Partner ändert sich durch SaaS zwangsläufig. Schulung und Beratung werden immer ­anfallen, aber die Individualisierung der Software findet tendenziell immer mehr auf einer anderen Ebene statt, im Vergleich zu On-Premises-Software nämlich beim Dashboard des Users und nicht mehr bei der Software an sich. Wagner kann diesem Trend im Prinzip nur Positives abgewinnen: „Im Grunde genommen kommt Individualisierung auf Nutzerebene mittels Dashboard-Ansicht mehr einem Maßanzug gleich, als es in On-Premises-Zeiten durch ­Individualisierung der Software der Fall war.“ Auch beobachtet der Oracle-Manager, dass Projekte vom Aufwand her tendenziell kleiner werden und besser zu stemmen sind, was wiederum mit vereinfachten Prozessen im SaaS-Umfeld zu tun habe. Die Zukunft kommt demnach also zumindest bei Oracle in „As-a-Service“-Manier daher.

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