Luckycloud sucht Channel-Partner Eine Alternative zu Dropbox, Google und Co.

Autor: Melanie Staudacher

Mit den Cloud-Lösungen von Luckycloud möchte das Startup seinen Kunden Flexibilität beim Datenaustausch bieten. Als Zero Knowledge Cloud hat der Provider keinerlei Zugriff auf die Daten seiner Kunden. Jetzt soll der Channel-Vertrieb ausgebaut werden.

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Luckycloud bietet eine Alternative zu den großen Anbietern für einen sicheren Datenaustausch in der Cloud.
Luckycloud bietet eine Alternative zu den großen Anbietern für einen sicheren Datenaustausch in der Cloud.
(Bild: andranik123 - stock.adobe.com)

Nicole Smuga, Chief Marketing Officer (CMO) und Compliance Manager bei Luckycloud
Nicole Smuga, Chief Marketing Officer (CMO) und Compliance Manager bei Luckycloud
(Bild: Luckycloud)

Gegründet hat Luc Mader das Startup Luckycloud 2015 im Endkundensegment mit einer Public Cloud. Vor drei Jahren hat das mittlerweile 20-köpfige Team seinen Fokus zusätzlich auf den B2B-Markt gerichtet. Schnell war jedoch klar, dass eine Public Cloud die individuellen Anforderungen von Unternehmen nicht optimal bedienen kann, wie Nicole Smuga, Chief Marketing Officer (CMO) und Compliance Manager bei Luckycloud, erzählt. Deswegen bietet der Provider nun außerdem eine sogenannte Hosted Private Cloud an.

Das Ziel von Luckycloud ist es, Unternehmen eine Möglichkeit zu bieten, ihre Daten unabhängig von Großkonzernen sicher in einer deutschen Cloud speichern zu können. „Klar gibt es bereits Cloud-Lösungen wie Dropbox, Google Drive und so weiter, die teilweise sogar kostenlos sind“, sagt Smuga. „Aber wie wir denken, sind sie nicht wirklich kostenlos. Denn es ist eher eine Währungsfrage – zahle ich mit Geld oder Daten? Häufig bezahlt man dann beim Einsatz dieser Lösungen mit Daten. Deswegen bieten wir sowohl Privat- wie auch Business-Kunden eine sichere Plattform, um Daten auszutauschen und zu speichern.“

Flexibilität und Sicherheit

Das Startup aus Berlin bietet verschiedene Cloud-Lösungen an: Team, Pro Business und Pro Enterprise sowie eine Cloud für Einzelnutzer. Die Versionen Team und Pro Business sind Public Clouds, die sich für kleine bis mittlere Unternehmen eignen. Als Private Cloud bietet der Provider das Modell Pro Enterprise für Unternehmen an, die spezielle Anforderungen an eine Cloud haben, wie zum Beispiel detaillierte Audit Logs und Passwort-Konfigurationen. Resellern steht diese Version als White Label zur Verfügung, dort können sie außerdem separate Datenräume für Kunden einrichten. In allen drei Modellen können die Daten dreifach verschlüsselt werden. Neben TLS und einer serverseitigen Verschlüsselung arbeitet Luckycloud auch mit einer End-to-End-Verschlüsselung die clientseitig erfolgt. Dafür können Unternehmen das Passwort selbst festlegen und individuell anpassen. Als Anbieter einer Zero Knowledge Cloud werden die Passwörter nicht auf den Servern von Luckycloud hinterlegt, selbst die System-Administratoren des Startups können nicht darauf zugreifen. Damit behält der Kunde zu jederzeit die Hoheit über seine Daten. Auch der Speicherbedarf kann in jeder Version individuell festgelegt werden.

„Unsere Cloud ist für jeden Bedarf und jedes Budget hoch skalierbar“, sagt Smuga. Von starren Verträgen halte das Unternehmen nichts. Interessenten können sich kostenlos registrieren und erhalten eine 14-tägige Testversion. Die Vertragslaufzeit ist flexibel und kann jederzeit angepasst werden. Für die Cloud verwendet Luckycloud Open Source Software, um mehr Transparenz zu schaffen. „Wir verzichten bewusst auf Integrationen von intransparenten Tech-Unternehmen, wie beispielsweise Google, Microsoft und Amazon. Damit können wir mögliche Backdoors reduzieren und unbefugte Zugriffe vermeiden“, erklärt Smuga. Der Quellcode ist offen für jeden einsehbar. So können Entwickler darin explizit nach potenziellen Sicherheitslücken suchen. „Du kannst nie wirklich sicher sein, dass der Anbieter keine Hintertürchen eingebaut hat. Außer wenn er die Software offenlegt. Bereits vor der Datenschutz-Grundverordnung hat Luckycloud darauf geachtet, dass so wenig Daten wie nötig verarbeitet werden, um den Kunden eine maximale Privatsphäre zu bieten.“ Für die Managerin ist klar, dass „Made in Germany“ nicht überall gleich definiert wird, hinsichtlich des Datenschutzes ist sie besonders kritisch: „Viele Anbieter sagen, dass sie ‚Made in Germany‘ sind. Wenn man aber einen Blick auf die Auftragsverarbeitungsverträge und die Sub-Unternehmerliste wirft, stehen dort allerlei US-Unternehmen. Das ist dann meiner Auffassung nach nicht ‚Made in Germany‘, wenn der Firmensitz zwar in Deutschland ist, die Server aber in den USA stehen.“

Channel-Ausbau

Bisher kooperieren die Berliner im Vertrieb mit Systemhäusern wie Netcos. Außerdem arbeitet Luckycloud mit dem NAS-Hersteller (Network Attached Storage) Qnap zusammen. Gemeinsam haben die Unternehmen eine Hybrid-Cloud-Lösung entwickelt. Mit dieser Lösung behalten die Kunden die Datenhoheit bei sich und können trotzdem von überall auf ihre Daten zugreifen, da sich das NAS und die Cloud bidirektional synchronisieren. Künftig soll der indirekte Vertrieb ausgebaut werden, weswegen das Startup nach weiteren Partnern sucht. Dabei ist dem Cloud-Anbieter vor allem ein persönlicher Support sehr wichtig. „Wir haben keine Bots“, stellt Smuga klar. „Wir beraten unsere Kunden stets individuell. Anschließend richten wir die passende Cloud-Lösung beim Kunden ein, was mit einem persönlichen Onboarding verknüpft ist, um einen reibungslosen Einstieg in die Cloud zu ermöglichen. Eine kompetente Beratung erwarten wir auch von unseren Partnern.“

Als Partner werden weitere Systemhäuser und IT-Dienstleister gesucht, deren Klientel Wert auf eine deutsche Lösung legt. „Wir lehnen Datenmonetarisierung strikt ab und würden uns freuen, wenn Unternehmen ebenfalls darauf achten, dass keine Kundendaten an Dritte weiterverkauft werden beziehungsweise weiterverwendet werden“, sagt Smuga. „Natürlich wollen wir die Digitalisierung in Deutschland voranbringen und sind für einen offenen Knowhow-Austausch mit unseren Partnern offen. Das heißt, es wäre schön, wenn der IT-Dienstleister mit weiteren deutschen oder europäischen Unternehmen kooperiert. Im Großen und Ganzen ist uns wichtig, dass die Nutzer als Kunden betrachtet werden und nicht als Produkte.“

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Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH