IT-Sicherheitsberatungen und -lösungen Distribution als Stütze der Cybersecurity

Von Mihriban Dincel 5 min Lesedauer

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Ausgeklügelte Angriffe, Künstliche Intelligenz, NIS2: Dienstleister sehen sich aktuell mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert, wenn es um IT-Security geht. Unterstützung können sie dabei von Distributoren erhalten.

Gemeinsam mit der Distribution können Partner die Hürden der IT-Security überwinden. (Bild:  KI-generiert / Copilot)
Gemeinsam mit der Distribution können Partner die Hürden der IT-Security überwinden.
(Bild: KI-generiert / Copilot)

Bei Cybersecurity gibt es so einige Hürden, die es zu überwinden gilt. Seien es neue Richtlinien, immer ausgefeiltere Angriffe oder komplexere Lösungen. Und es steht noch Arbeit bevor, zumindest der Umfrage „Cybersecurity: Von der NIS2-Pflicht bis zur IT-Resilienz“ der Lufthansa Industry Solutions (LHIND) zufolge. Denn hier gingen nur 14 Prozent der befragten Unternehmen davon aus, sehr wahrscheinlich Ziel von Hackern oder Cyberattacken zu sein. 44 Prozent halten eine Cyberattacke auf ihr Unternehmen für wenig wahrscheinlich. Aufklärungsarbeit ist also gefragt und noch mehr. „Die Gefährdung durch Cybercrime, Cyberterrorismus und Cyber-Warfare ist enorm, dazu kommt die erweiterte Angriffsfläche durch Mobile Work und Cloud-Adoption. Zudem werden Cybersecurity-Lösungen und die Produktvielfalt immer komplexer, daher braucht der Channel das richtige Lösungsportfolio und die dazugehörige Unterstützung durch Trainings und Support“, weiß Markus Adä, General Manager von Exclusive Networks Deutschland und Regional Manager DACH. Dementsprechend seien neben einem umfassenden Portfolio Beratung, Enablement und Advanced Services gefragt.

Joachim Walter, Geschäftsführer bei Boll Europe(Bild:  Boll Europe)
Joachim Walter, Geschäftsführer bei Boll Europe
(Bild: Boll Europe)

„Als VAD unterstützen wir unsere Partner dabei, das nötige Knowhow aufzubauen und die richtigen Lösungen bei ihren Kunden anzubieten und zu implementieren.“

Joachim Walter, Geschäftsführer bei Boll Europe

Wenn es um konkrete Bereiche geht, nimmt der Value Added Distributor Boll Europe ein hohes Interesse im Gesundheitswesen bzw. in allen KRITIS-relevanten Unternehmen wahr. „Das hängt einerseits mit dem Krankenhauszukunftsgesetz zusammen, in dessen Rahmen jetzt viele Krankenhäuser Security-Projekte anstoßen. Andererseits tritt NIS2 im Herbst in Deutschland in Kraft. Das ist eine starke Motivation, sich mit dem Thema „Privilegierte Zugänge“ oder technisch Privileged Access Management (PAM) auseinander zu setzen“, sagt Joachim Walter, Geschäftsführer Boll Europe.

Fachkräftemangel als Treiber für MSSP

Für die Distribution bedeutet das ein spezialisiertes Portfolio, Knowhow und Support sowie ausgiebige Beratung. Dabei gibt es Aspekte, die Partner besonders ins Schwitzen bringen. Walter nennt die Ressourcenknappheit, die nicht nur bei den Partnern, sondern ebenso bei Endkunden herrscht. „Das treibt das Thema Managed Security Services“, schlussfolgert der Geschäftsführer. Mehr Produkte werden MSSP-fähig und mehr Security-Häuser offerieren Managed Services. Den Fachkräftemangel nennt auch Adä. Die Nachfrage nach qualifizierten Cybersecurity-Fachkräften ist groß und es sind „Lösungen gefragt, die sich schnell und einfach umsetzen lassen“. Zudem steigt die Komplexität – Schulungen und Trainings sind wichtig. „Die Einbindung neuer Security-Lösungen in IT-Umgebungen wird immer aufwendiger. Das erfordert fundiertes Wissen und stellt IT-Teams und/oder Dienstleister vor große Herausforderungen, denn für den Installationsprozess gibt es keine allgemeingültige Musterlösung“, begründet er das Interesse.

Künstliche Intelligenz als Unterstützungstool

Der KI-Boom wirkt sich ebenso auf IT-Security aus. Adä sieht darin einen Vorteil gegen die Ressourcenknappheit. „Die Fähigkeiten von KI, die Fachkräfte entlasten, sind sehr gefragt. Dabei geht es sowohl um die Übernahme von Routineaufgaben als auch um die Korrelation und Analyse von Informationen, um einfacher Zusammenhänge zu finden.“ KI kommt auch verstärkt bei Hersteller-Lösungen zum Einsatz, um beispielsweise durch Automatisierung schneller reagieren zu können. „KI finden wir also auf beiden Seiten, der der Angreifer und der der Verteidiger“, so Adä. Und manche Partner sind noch skeptisch, „welchen Impact KI-Technologien am Ende des Tages auf verschiedenste Unternehmensprozesse haben werden“, erklärt Markus Senbert, Channel Sales Director bei Sysob.

Markus Adä, General Manager bei Exclusive Networks Deutschland und Regional Manager DACH(Bild:  Exclusive Networks)
Markus Adä, General Manager bei Exclusive Networks Deutschland und Regional Manager DACH
(Bild: Exclusive Networks)

„Cybersecurity-Lösungen und die Produktvielfalt werden immer komplexer, daher braucht der Channel das richtige Lösungsportfolio und die dazugehörige Unterstützung durch Trainings und Support.“

Markus Adä, General Manager bei Exclusive Networks Deutschland und Regional Manager DACH

Herausforderungen von Richtlinien wie NIS2

Daneben bringen neue Richtlinien wie NIS2 zahlreiche Herausforderungen. Einen gestiegenen Beratungsbedarf verzeichnet Sysob. Seit Januar seien deutlich mehr NIS2-bezogene Anfragen gekommen. „Es überspannt gerade die gesamte IT-Sicherheitsbranche und wird große Veränderungen am Security-Markt mit sich bringen. Ein technologischer Fokus liegt hier sicherlich auf dem Schutz digitaler Identitäten“, verdeutlicht Senbert das Ausmaß der neuen Richtlinie. Vielen Unternehmen sei das tatsächliche Ausmaß von NIS2 nicht bewusst. „Viele IT-Security-Teams stehen zudem vor der Herausforderung, welche konkreten Maßnahmen im Hinblick auf NIS2 umgesetzt werden sollen. Reseller müssen hier Aufklärungsarbeit leisten und Unternehmen für die Relevanz eines höheren IT-Sicherheitsniveaus sensibilisieren“. In diesem Zusammenhang spielt auch die Lieferkette eine Rolle. Denn selbst Unternehmen, die nicht unter die Pflicht fallen, müssen als Teil der Lieferkette anderer Unternehmen die Sicherheitsmaßnahmen gegebenenfalls umsetzen. „Gerade für ‚kleinere‘ Reseller stellt sich die Frage, ob sie als Service Provider plötzlich doch von NIS2 betroffen sind“, so Senbert. Um hier Abhilfe zu schaffen, bietet der VAD, neben einem spezialisierten Lösungsportfolio und Beratungsleistungen Unterstützung bei der zielführenden Umsetzung der Regelung.

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Beratung, Lösungen und Angebote sind gefragt

Beratung und spezifische Lösungen offeriert auch Boll Europe. „Als VAD unterstützen wir unsere Partner dabei, das nötige Knowhow aufzubauen und die richtigen Lösungen bei ihren Kunden anzubieten und zu implementieren“, beschreibt Walter. Dabei verspricht der VAD kurze Wartezeiten: „Unsere internen SLAs sehen vor, dass fertige Angebote innerhalb von 24 Stunden beim Partner so vorliegen, dass der damit arbeiten kann.“ Bei Exclusive Networks setzt man auf Cybersecurity-Lösungen auf Basis des aktuellsten Stands der Marktforschung in allen relevanten Cybersecurity-Marktsegmenten. „Dabei geht es sowohl um marktführende Lösungen als auch um disruptive Zukunftstechnologien“, nennt Adä einen wichtigen Aspekt. Abgesehen davon, sei neben einem breiten Lösungsportfolio auch Enablement und Weiterbildung essentiell. „Wir haben eine Trainingsoffensive gestartet, um Fachhändlern und damit auch deren Endkunden die Möglichkeit zu geben, ihr Wissen zu erweitern und ihre Fähigkeiten zu schärfen“, erklärt Adä. Das allein reicht noch nicht. Auch entsprechende Angebote für den Betrieb sind gefragt. „Hier kann die Distribution durch ihre Neutralität im Channel mit entsprechenden Lösungen wie SOC as a Service unterstützen und das entsprechende Fachpersonal für die Analyse und das Threat Hunting sowie die Mitigation bereitstellen. Unsere Erfahrung in diesem Bereich und die vielfältige Unterstützung von Herstellern und Technologien helfen Partnern und Endkunden, den Anforderungen gerecht zu werden“, erläutert Adä.

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