Systemhäuser und der Digitalpakt Digitalpakt plus Apple-MDM ist Umsatz

Autor Dr. Stefan Riedl

Mit Geld alleine ist keine „digitale Wende“ an Deutschlands Schulen zu machen. Nach dem Digitalpakt muss Mobile Device Management (MDM) dafür sorgen, dass das neue iPad dem Schüler im Unterricht nicht dazu dient, bei Klausuren die Lösungen zu googeln

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Auch Apple-Geräte müssen verwaltet werden.
Auch Apple-Geräte müssen verwaltet werden.
(Bild: Ioannis Pantzi - stock.adobe.com)

Nachdem sich Bundesrat und Bundestag im Vermittlungsausschuss auf Formulierungen für eine Grundgesetzänderung einigten, die Milliardenhilfen für die Länder ermöglicht, rückt der so genannte Digitalpakt in greifbare Nähe. Es geht um Fördergelder für die rund 40.000 Schulen in Deutschland, die für Hardware, Software und Internet verwendet werden soll. Das Geld im politischen Schaufenster weckt naturgemäß vertriebliche Instinkte, beispielsweise bei Jamf – einem Unternehmen, das mit MDM-Lösungen (Mobile Device Management) für Apple-Geräteverwaltung auf dem Markt ist.

Systemhäuser aus dem Bildungs-Umfeld gesucht

Oliver Hillegaart, Regional Sales Manager DACH bei Jamf
Oliver Hillegaart, Regional Sales Manager DACH bei Jamf
(Bild: Jamf)

Grundsätzlich will man bei Jamf vor allem die bestehenden Partner aus dem Systemhaus-Umfeld entwickeln, um weiter zu wachsen. Allerdings sucht das Unternehmen zusätzlich verstärkt Partner aus dem Education-Umfeld. „Schließlich arbeiten regionale Bildungseinrichtungen – von der Schule bis zur Uni – häufig mit ortsansässigen IT-Dienstleistern zusammen“, so Oliver Hillegaart, Regional Sales Manager DACH bei Jamf.

Systemhäusern mit Draht zu örtlichen Schulen wird der Digitalpakt zugute kommen, der die Digitalisierung in Schulen vorantreiben soll. „Apple ist hier vor allem mit den iPads stark im Geschäft. In diesen Projekten geht es von den Anforderungen her häufig um Einschränkungen der Funktionalität im Unterricht – beispielsweise bei Klausuren – also um Möglichkeiten, die unsere Software beherrscht“, so der Jamf-Manager.

Support-Ende für Windows 7 naht

Auch unternehmensseitig – Jamf adressiert nach eigenem Bekunden vor allem „Betriebe, Schulen oder Kleinunternehmen“ – tun sich in diesen Monaten neue vertriebliche Impulse auf: „Microsoft hat das Support-Ende für Windows 7 auf den 14. Januar 2020 gesetzt. Für viele Unternehmen, die von dieser Problematik betroffen sind, stellt sich dann auch die Frage, inwieweit anstehende Neuerungen für eine Einführung von Apple-Geräten genutzt wird. Immerhin gibt es seit dem 24. Januar 2019 auch Office 365 für Mac aus dem Mac App Store“, so der Vertriebsleiter DACH.

Wettbewerbsumfeld und Portfolio

Zu den wichtigsten Wettbewerbern zählen VMware mit Workspace 1 – im Markt meist noch Airwatch genannt – und Mobile Iron. Bei Jamf geht man den Markt produktseitig zweigeteilt an: Jamf Pro ist als umfangreicheres Produkt eine MDM-Lösung für das Apple-Umfeld mittelständischer Firmen bis hin zu Großunternehmen. Jamf Now ist hingegen eine eher einfache Anwendung, die auf die Anforderungen beispielsweise in Arztpraxen oder Kanzleien ausgelegt ist. Die ersten drei User-Lizenzen stehen bei dieser Variante zur freien Nutzung zur Verfügung. Dieses Marktumfeld ist laut Hillegaart besonders für Managed Service Provider interessant: „Kleinere Unternehmen nutzen mehr und mehr Device-as-a-Service-Konzepte von MSPs für die Hardware ihrer Mitarbeiter. Kommen Apple-Produkte zum Einsatz, bietet sich unsere MDM-Lösung zum Verwalten der Geräte an.“

Partner- statt Direktgeschäft

Von der Historie her kommt Jamf aus dem Direktgeschäft; allerdings werden seit rund drei Jahren alle Neukunden über Partner betreut. Als Jamf-Partner waren natürlich zunächst einmal die Authorized Apple Enterprise Reseller (AAER) interessant, die inzwischen auch bei Jamf mit an Bord sind. Das war in Deutschland ursprünglich ­lediglich Cancom, dann kamen Bechtle und Computacenter dazu. „Allerdings arbeiten wir auch mit kleineren, meist spezialisierten Partnern zusammen, einige ­davon sind MSP-Partner, die Device-Management als Service betreiben“, so Jamf-Manager Hillegaart.

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