Moderne Unternehmensführung Digitale Transformation trifft IT-Sicherheit

Autor / Redakteur: Dr. Ulf Gartzke / Peter Schmitz

Die Corona-Pandemie hat die Digitale Transformation in Unternehmen enorm beschleunigt. Die Chefetagen haben diese Entwicklungen vorangetrieben. Im Sinne einer modernen Unternehmensführung stehen sie aber auch bei der IT-Sicherheit in der Verantwortung.

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Mit intelligenten Strategien und innovativen Tools können Führungskräfte ihre Unternehmen in eine sichere digitale Zukunft steuern.
Mit intelligenten Strategien und innovativen Tools können Führungskräfte ihre Unternehmen in eine sichere digitale Zukunft steuern.
(© Olivier Le Moal - stock.adobe.com)

Die Vorzüge der digitalisierten Unternehmenswelt gehen einher mit zahlreichen digitalen Risiken. Für Cyberkriminelle war es nie einfacher, Geschäftsgeheimnisse oder Kundendaten zu stehlen. Gleichzeitig können sie, bei mangelnden Sicherheitsvorkehrungen von Seiten der Unternehmen, den laufenden Betrieb sabotieren. Dabei drohen neben Klagen wegen verlorener Kundendaten im Rahmen der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) auch große Reputationsverluste. Eine moderne Unternehmensführung muss daher die Vorzüge der digitalen Transformation mit einer umfassenden IT-Sicherheitsstrategie absichern. Entscheider sollten darauf achten, dass innovative Technologien benutzerfreundlich und sicher zugleich sind. Letztendlich müssen sie einen Kulturwandel im Unternehmen anstoßen.

Herausforderungen zu Chancen machen

Betrachtet man die aktuelle Situation in Unternehmen, lassen sich drei Faktoren identifizieren, die Entscheider vor Herausforderungen stellen. Zum einen führt New Work dazu, dass Mitarbeiter zunehmend selbstständiger und mobiler arbeiten. Moderne Kommunikations- und Kollaborationstools unterstützen sie dabei, von überall aus produktiv ihrer Arbeit nachzugehen. Durch die Loslösung von Unternehmensgrenzen stellt sich jedoch auch automatisch die Frage, wie sicher Daten und Informationen sind, wenn sie die physischen Grenzen des Unternehmens verlassen. Gerade bei wichtigen Geschäftsgeheimnissen und sensiblen Daten stellt dies ein enormes Risiko dar, da gerade diese für Cyberkriminelle attraktiv sind. Um den Mitarbeitern weiterhin das flexible Arbeiten zu ermöglichen, aber gleichzeitig die sensiblen Daten zu schützen, ist die Führungsetage in der Pflicht, die Sicherheit der IT in ihren Strategien zu priorisieren.

Neben New Work führt auch der veränderte Umgang mit Daten zu einer Herausforderung für die IT-Sicherheit. Die Informationen stellen eine neue, wertvolle Ressource da, denn sie helfen Anbietern, Produkte oder Dienstleistungen an Bedürfnisse von Kunden anzupassen. Daten-Management wird daher immer wichtiger. Zusätzlich unterstützen Echtzeitdaten strategische Geschäftsentscheidungen – egal ob diese intern, vom eigenen Unternehmen, oder extern, vom Markt, bezogen werden. Verwaltet werden diese Informationen in einem Daten-Ökosystem, das aus verschiedenen Datenquellen besteht. Auch hier können Cyberkriminelle Angriffspunkte identifizieren, wenn mangelnde Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. Neben durchdachten Sicherheitskonzepten für das Daten-Ökosystem des Unternehmens müssen Führungskräfte strategische Entscheidungen treffen: Wie sollen sensible Daten gespeichert werden? Wie wollen wir sie vor unautorisierten Zugriffen schützen? Eine Antwort auf diese Fragen kann eine zentralisierte Verwaltung und die Ablage in einem hochsicheren Format sein.

Die Digitale Transformation findet umfassend statt – nicht nur in einzelnen Abteilungen, sondern in allen Geschäftsbereichen. Benutzerfreundlichkeit steht im Fokus, digitale Plattformen oder Apps sind oft Kern von zukunftsträchtigen Geschäftsmodellen. Dadurch entsteht eine bunte Landschaft an Anwendungen und Anforderungen, die IT-Experten absichern und erfüllen müssen. Dabei gibt es für die unterschiedlichen Unternehmensbereiche oftmals keine „One-Size-Fits-All“-Lösung. Die IT-Sicherheit braucht individuell angepasste Lösungen. Dies können Führungskräfte ermöglichen, indem sie ihren IT-Experten den notwendigen Spielraum verschaffen, um flexibel auf die jeweiligen Herausforderungen zu reagieren.

Kulturwandel ist Chefsache

Neben dem technologischen Aspekt der IT-Sicherheit gibt es auch einen menschlichen, der sich durch eine neue Unternehmenskultur positiv beeinflussen lässt. Nur durch einen kulturellen Wandel können die neu vorgeschriebenen, sicheren Arbeitsweisen in den Alltag integriert werden. Verantwortlich für diesen Wandel ist zunächst die Führungsetage. Durch ihr Verhalten können sie die IT-Sicherheit in den Fokus rücken. Dafür müssen Aufsichtsräte, Vorstände und Geschäftsführer mit gutem Beispiel vorangehen. Zunächst sollten die Führungskräfte sich mit den Grundlagen der IT-Sicherheit vertraut machen. Durch diesen Kompetenzaufbau sind sie in der Lage, die notwendigen Fragen zu stellen, um die IT-Sicherheit im Unternehmen voranzutreiben und sind kompetente Ansprechpartner für ihre Mitarbeiter. Außerdem müssen die Mitglieder der Chefetage realisieren, dass sie als Vorbilder dienen. Leben sie die richtigen Verhaltensweisen in Hinblick auf die IT-Sicherheit vor, orientieren sich die Mitarbeiter an ihnen. Im Austausch mit diesen in Bezug auf die IT-Sicherheit gilt es, nicht nur Risiken in den Fokus zu stellen und Angst zu schaffen, sondern auch Lösungsansätze zu präsentieren. Diese zielführende Kommunikation konnotiert IT-Sicherheit positiver und motiviert Mitarbeiter. Durch das Vorleben von IT-Sicherheit kann von oben nach unten eine neuartige Unternehmenskultur entstehen, die das gesamte Unternehmen voranbringt. Moderne Unternehmensführung bedeutet, dass sich die Chefetage nicht nur als Treiber der digitalen Transformation versteht, sondern auch als Botschafter für die IT-Sicherheit.

Über den Autor: Dr. Ulf Gartzke ist Vorstandsvorsitzender der Brainloop AG.

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