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Digital Workspace: Die Quintessenz der Digitalisierung

| Autor: Sarah Böttcher

Die Digitalisierung macht auch vor dem Arbeitsplatz nicht halt.
Die Digitalisierung macht auch vor dem Arbeitsplatz nicht halt. (Bild: © willyam - stock.adobe.com)

Für Heinz Wagner, Head of Future Workplace Offerings EMEIA bei Fujitsu, ist der Digital Workspace die Quintessenz sämtlicher Digitalisierungsvorgänge. Dem Arbeitsplatz der Zukunft steht nur eines im Weg: die zunehmende technische Komplexität.

Durch was zeichnet sich für Sie der Arbeitsplatz der Zukunft bzw. der Digital Workspace aus?

Wagner: Zukünftige Arbeitsplatzkonzepte müssen ganzheitlich betrachtet werden. Die in Büros involvierten Gewerke werden mehr und mehr zusammenarbeiten müssen. Früher konnte man einzelne Elemente eines Arbeitsplatzes getrennt voneinander beschaffen. Zukünftig wird das so nicht mehr gehen. Das ist die eigentliche Quintessenz der Digitalisierungsvorgänge. Veränderung und auch beschleunigte Veränderung kennen wir ja schon länger. Aber bei echter interdisziplinärer Integration wird das herkömmliche „Plug-and-Play“, also das nachgelagerte Zusammenfügen der Komponenten ersetzt, durch ein vorher von Herstellern geplantes Integrieren. Wir werden also gezwungen sein „Vorzudenken, statt Nachzudenken“! Erst diese Vorgehensweise wird dem Nutzer eine grenzenlose, im Sinne von barrierefreie, Nutzung von Systemen ermöglichen, die nach herkömmlicher Vorgehensweise nicht interoperieren würden. Dass ein Nutzer in Zukunft digitale Lösungen in einer analogen Umgebung integriert und übergreifend nutzen kann, ist meine Vision für den digitalen Arbeitsplatz der Zukunft.

Welche Lösungen bietet Ihr Unternehmen in diesem Umfeld an?

Wagner: Fujitsu arbeitet hier bereits seit 2006, also seit 13 Jahren mit dem Fraunhofer IAO und vielen weiteren Forschungspartnern im Verbundforschungsprojekt „Office21“ zusammen. Das zeigt, dass wir nicht nur eine Welle surfen, weil es gerade modern ist, sondern einen substanziellen Beitrag beim Kunden leisten können. Die Antworten auf die breitgefächerten Problemstellungen beim Kunden kann eine Fujitsu, bei aller Vielfalt, nicht alleine anbieten. Über die Jahre haben wir das nicht nur gelernt und verstanden, sondern auch umgesetzt. Wir verfügen heute über ein breites und belastbares Ökosystem, das alle relevanten Gewerke für eine Bürogestaltung einschließt. Das versetzt uns in die Lage, nicht nur „eine Lösung“ anzubieten, sondern dem Kunden gemeinsam mit unseren Partnern, auf ihn angepasste „schlüsselfertige“ Arbeitsplatzkonzepte anzubieten. Analog dazu, können wir auch bei der Bürogestaltung beraten und in die Umsetzung gehen. Das Solution Design der digitalen Infrastruktur und den Betrieb aller IT-Komponenten, sowohl Roll Out und IMAC, bringen wir schon von Haus aus mit. Mittels unseres Ökosystems sind wir weit über die Grenzen der IT in der Lage unsere Kunden zu unterstützen. Das beste Beispiel hierfür ist der CleanDesk 2.0. Ein ganzheitliches Arbeitsplatz-Konzept, dass den Menschen in den Mittelpunkt stellt und perfekt in seiner Bedürfnislandschaft unterstützt. Basierend auf den neuesten Erkenntnissen zu Ergonomie, Hirnforschung und Medizin wurde mit dem CleanDesk, gemeinsam mit unseren Partnern, ein modulares, nachrüstbares und universelles Konzept entwickelt, dass mit nur einem Kabel Notebooks lädt und die komplette Peripherie verbindet.

Wie unterstützen Sie Anwender oder Partner bei der Umsetzung von Enterprise-Mobility- und/oder Digital-Workspace-Projekten?

Wagner: Wenn ein Kunde heute in eine Revitalisierung einer vorhandenen, oder in die Gestaltung einer neuen Büroimmobilie geht, empfehlen wir als Einstieg einen interdisziplinären Workshop. Interdisziplinär heißt, wir bitten darum, dass nicht „nur“ die IT, oder „nur“ das Facility Management am Tisch sitzen, sondern das HR, Facility Management und IT gemeinsam teilnehmen. Ideal ist es, gleich zu Beginn den Betriebs- oder Personalrat mit einzubinden. Die Belegschaft und deren Vertreter müssen sehr früh erkennen, dass es bei einem guten Future-Workspace-Konzept nicht um eine Sparmaßnahme geht, sondern unmittelbar um die Mitarbeiter. Wunsch der Arbeitgeber ist es durch bessere Ergonomie die in den letzten Jahren gestiegenen Ausfälle durch Krankheit zu reduzieren, die Mitarbeiterbindung zum Unternehmen zu stärken und natürlich die Mitarbeiter zu inspirieren und zu kreativieren! Im Zeitalter von „Fachkräftemangel“, „Generation-Y“, „War for Talents“, „Disruption“, etc. haben Unternehmen keine andere Chance, als in die Innovationskraft, die Agilisierung und die Attraktivität der Arbeitsplätze zu investieren. Das kann und muss man offen mit der Belegschaft und deren Vertreterorganen besprechen.

Welche USPs oder Mehrwerte bietet Ihre Lösung den Anwenderunternehmen?

Wagner: Unser Lösungsansatz ist universell, das heißt, der Kunde kann die gesamte Population an professionellen mobilen Endgeräten anschließen. Selbst für Desktop-basierte stationäre Arbeitsplätze ist die Lösung modular einsetzbar und sinnvoll. Zudem können wir damit in klassischen Konzepten mit dediziertem, fest zugeordneten Arbeitsplätzen, sowie auch bei Shared-Desk-Konzepten punkten. Bei Activity Based Offices kann der CleanDesk dann seine volle Stärke ausspielen. Es können vielfältige Arbeitsplatz-Typen installiert und über das modulare Konzept mit einer kleinen Anzahl an Komponenten realisiert werden. Eine geringe Anzahl an Komponenten erzeugt eine große Vielfalt. Das reduziert die Komplexität beim Kunden und erhöht die Individualität beim Nutzer gleichermaßen.

Welche Trends beim Thema Enterprise Mobility bzw. Digital Workspace sehen Sie?

Wagner: Heute rühmen sich die Betreiber von Leuchtturmprojekten im Bereich „Smart Office“, tausende von „IoT“-Komponenten verbaut zu haben. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese in wenigen Jahren enorme Folgekosten und Inflexibilitäten erzeugen werden. Daher gehen wir mit unseren Partnern Schulte Elektrotechnik, Haworth und allen voran mit Waldmann den Weg, zentrale Komponenten zu „smartisieren“. Das beste Beispiel dafür ist die Büroleuchten-Infrastruktur. Wir werden in der nahen Zukunft einen wesentlichen Teil beispielsweise der Raum-Sensorik in Leuchten verbauen. Dort, wo heute eine Leuchte hängt oder steht, ist immer auch bereits eine Infrastruktur vorhanden. Und da Leuchten heute auch zur Elektronik zählen, haben sie eine ähnliche Standzeit (Zeit, in der man mit diesen ohne Unterbrechung durch Verschleißerscheinungen arbeiten kann) wie IoT-Devices. Die dort erzeugten Datenberge werden dann wiederum von Waldmann an Fujitsu weitergeleitet und über unser Edge Device an unser Smartboard übergeben. Diese Daten kann man dann für das Gebäude-Management strukturieren, analysieren und über Künstliche Intelligenz in Steuerungsimpulse weiterverarbeiten. Wir wollen in der nächsten Stufe von den Nutzern Feedback zu deren Verhalten einholen, um ihn für seine Arbeitsweise zu sensibilisieren und die Eigenoptimierung zu unterstützen – ähnlich, wie wir es bereits von Fitness Trackern kennen. Wenn wir noch weiter in die Zukunft denken, werden wir immer intelligentere Umgebungen vorfinden: Zuhause, im Auto, im Hotel und vor allem in unseren Offices. Wir reden dann über Cognitive Infrastructures.

Was sind die derzeit größten Herausforderungen für Unternehmen in Bezug auf Enterprise Mobility bzw. Digital Workspace?

Wagner: Viele Kunden formulieren immer dringlicher und lauter, dass sie weg von den klassischen, ausschreibungsbasierten Einzelbestellungen hin zu End-to-End-fokussierten, schlüsselfertigen Lösungsansätzen gehen wollen. Dabei stehen uns zum einen die klassische Segmentierung der Gewerke auf Kunden-, aber auch auf Lieferanten-Seite im Weg. Die Komplexität ist über die letzten Jahre so signifikant gestiegen und die Anforderungen sind so vielfältig geworden, dass selbst große Konzerne überfordert sind und vermehrt auf der Suche nach Verticals sind. Das trifft inzwischen auch auf Arbeitsplatz- und ganze Office-Konzepte zu. Konzernstrategen formulieren mir nahezu gleichlautend, dass ihr Beschaffungshabitus mit „Online Bidding Events“ und „Dutch Auctions“ nur die billigsten Produkte auf dem Markt einsammelt. Blöd nur, wenn ich als Verantwortlicher für Arbeitsplätze das neue Ziel „Erhöhung der Nutzerzufriedenheit“ vom Management erhalten habe. Viele Kunden haben aktuell große Schwierigkeiten damit, den hohen Standardisierungsgrad mit Kostenfokussierung zu verlassen und nutzerzentrierte High-End-Ansätze zu beschaffen und umzusetzen. Oft ist es nicht die technische Komplexität, sondern es sind hausgemachte organisatorische, manchmal sogar „politische“ Stolpersteine, die Projekte erschweren. Da hilft die zuvor erwähnte ganzheitliche Aufstellung in den Workshops und der nötige Rückhalt im Management enorm.

Heinz Wagner, Head of Future Workplace Offerings EMEIA bei Fujitsu
Heinz Wagner, Head of Future Workplace Offerings EMEIA bei Fujitsu (Bild: Fujitsu)

Zur Person

Heinz Wagner zeichnet in seiner Position als Head of Future Workplace Offerings EMEIA bei Fujitsu für die Entwicklung von Strategien und Geschäftsmöglichkeiten im Bereich der „Fujitsu Future Workplace“-Portfolioelemente für den europäischen Markt verantwortlich. In seiner Rolle verantwortet er zudem die Entwicklung und Umsetzung geeigneter Programme, Initiativen und Konzepte zur Erreichung der wirtschaftlichen Zielvorgaben im Bereich Future Workplace. Darüber hinaus ist er der Leiter des „Agile Future Workplace-Teams“ und im Management des Fraunhofer Forschungsprojekts „Office 21 – Zukunft der Arbeit“ tätig.

ENTERPRISE WORKSPACE SUMMIT 2019

Der siebte ENTERPRISE WORKSPACE SUMMIT 2019 (formerly known as ENTERPRISE MOBILITY SUMMIT) am 10. und 11. Oktober in der Villa Kennedy in Frankfurt am Main ist die ideale Plattform, um sich über Best Practices des Digital Workspace auszutauschen. Dabei stehen die Integration der Mitarbeiter, die Mobilisierung der Geschäftsprozesse sowie die Nutzung neuer Technologien wie 5G, IoT, KI, Edge, VR/AR im Fokus.

Keynotes, Peer References und Thinktanks versprechen intensiven Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe, wertvolle Use Cases zu den Themen Virtual Desktop Infrastructure, Workplace-as-a-Service, Collaboration und Unified Endpoint Management runden die prall gefüllte Agenda ab. Als besonderes Highlight gibt die ISS-Astronautin Suzanna Randall Insights zu ihrem „Work-Space“.

Hier geht's zur Teilnehmer-Anmeldung!

Mit den begehrten Awards werden auch 2019 wieder spannende Mobility-Workspace-Projekte mit Leuchtturmcharakter ausgezeichnet. Bewerbungen nimmt die Jury ab sofort entgegen.

Der digitale Arbeitsplatz einer Astronautin

Enterprise Workspace Summit 2019 – Keynote-Speaker der Woche

Der digitale Arbeitsplatz einer Astronautin

15.07.19 - Die Casting-Kampagne „Die erste deutsche Astronautin“ will rund 45 Millionen Euro sammeln, um die erste deutsche Frau ins All und auf die ISS zu bringen. Dr. Suzanna Randall hat sich gegen 400 Mitbewerberinnen durchgesetzt und ist eine der beiden Finalistinnen. Am 11. Oktober 2019 erklärt sie in ihrer Keynote auf dem Enterpise Workspace Summit, was den digitalen Arbeitsplatz einer Astronautin ausmacht. lesen

Digitalisierung als Chance zur Gestaltung der Arbeitswelt

Enterprise Workspace Summit 2019 – Keynote-Speaker der Woche

Digitalisierung als Chance zur Gestaltung der Arbeitswelt

18.07.19 - „Noch nie waren wir so nah dran an derart umwälzenden Veränderungen und nahezu grenzenlosen Möglichkeiten, die sich momentan durch die Digitalisierung, neue Technologien und künstliche Intelligenz eröffnen“, sagt der 2012 vom Land Baden-Württemberg als »Übermorgenmacher« ausgezeichnete Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Bauer. Klar, dass Bauer mit diesem Titel und diesen Thesen wie geschaffen ist für einen Vortrag auf dem Enterprise Workspace Summit. lesen

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