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Die langfristigen Pläne eines Top-Systemhauses

Die Zukunftsperspektiven von Bechtle

| Autor: Wilfried Platten

So soll die Erweiterung der Firmenzentrale von innen aussehen.
So soll die Erweiterung der Firmenzentrale von innen aussehen. (Bild: Bechtle)

Was kommt nach 2020? Na klar, 2030! Zumindest bei Bechtle, denn in der „Visions-Historie“ ist 2030 die neue Richtmarke. Ein wichtiger avisierter Zielwert ist ein Umsatz von 10 Milliarden Euro. Die EBT-Marge von fünf Prozent soll dabei gehalten werden.

Die Vision 2030 ist die vierte seit 1988. Erstmals steht sie unter einem Motto: „Bechtle: Der IT-Zukunftspartner“. Es soll die Tatsache, dass Bechtle ein IT-Unternehmen ist, auch über die Grenzen des IT-affinen Publikums, für das sie eine Selbstverständlichkeit ist, hinaustragen und gleichzeitig das Thema Zukunft in den Blickpunkt rücken.

Dr. Thomas Olemotz, Vorstandsvorsitzender von Bechtle
Dr. Thomas Olemotz, Vorstandsvorsitzender von Bechtle (Bild: Bechtle)

In Bezug auf Wert und Wichtigkeit von Visionen liegen zwischen Dr. Thomas Olemotz und dem verstorbenen Ex-Kanzler Helmut Schmidt Welten. Für den Bechtle-Chef sind sie ein notwendiger Leuchtturm für Stakeholder und relevante Öffentlichkeiten, keinesfalls aber ein Grund zum Arztbesuch: „Man darf eine Vision nicht mit einer Strategie verwechseln. Sie beschreibt eher unsere spezifische Bechtle-DNA in aktualisierter Form und ist in erster Linie eine Art Leitplanke für die Mitarbeiter. Es ist eine Definition unserer Ziele und Werte, an der sie sich orientieren und aus der sie Motivation schöpfen können.“ Deshalb gibt es auch nur wenige konkrete Vorgaben, wie die Zielsetzung von 10 Milliarden Euro Umsatz oder die angepeilte EBT-Marge von fünf Prozent. Und nach außen ist sie wichtig als wertvolle Orientierungshilfe für Hersteller, Distributoren und Kunden. „Es ist ein klares Signal, wofür wir stehen.“

Doppler-Effekt

Aktuell fährt Bechtle visionär zweigleisig. Da ist einerseits die vor zehn Jahren verkündete Vision 2020, die nominell also noch ein Jahr gilt. Und andererseits existiert die jüngst verabschiedete Vision 2030 für die nächste Dekade. Die für 2020 verankerten Ziele sind jedoch schon weitgehend erfüllt. Mit mittlerweile über 10.000 Mitarbeitern ist die vielleicht wichtigste Hürde bereits genommen. Und auch die Zielmarke von fünf Milliarden Euro Umsatz ist fast erreicht. „Die wirtschaftlichen Eckwerte für 2018 liegen noch nicht endgültig vor, aber es ist bereits absehbar, dass wir neue Rekordzahlen schreiben werden.“

Bis 2030 soll der Umsatz auf 10 Milliarden Euro verdoppelt werden. Vielsagenderweise taucht dieser Wert jedoch erst ganz am Ende des vierten und damit letzten Punkts „Marktführerschaft ist unser Anspruch“ auf und ist damit nur einer von zwei konkreten Richtmarken. „Dieser Anspruch bezieht sich auf die IT-Teilmärkte, in denen wir entweder mindestens unter den Top 3 aktiv sind oder überzeugt sind, diese Top-Position mittelfristig erreichen zu können. Zudem ist er auch ein Leitgedanke für unsere Akquisitionen. Auch wenn wir mit unserem aktuellen organischen Wachstum sehr zufrieden sind, werden wir die genannte Umsatzschwelle nur mit zusätzlichem akquisitorischem Wachstum erreichen können. Und diese Zukäufe wiederum werden wir nur dort tätigen, wo sie uns in einem IT-Teilmarkt im obigen Sinne unterstützen.“

Mit Leidenschaft

Der zweite konkrete Wert, die erwähnte EBT-Marge von fünf Prozent, ist für Dr. Olemotz unabdingbar, um die Unabhängigkeit von Bechtle auch in der Zukunft zu sichern. Erstmals taucht in einer Bechtle-Vision auch eine emotionale Komponente auf: „IT ist unsere Leidenschaft“. Es ist auch ein bewusst gesetztes Signal an den potenziellen Nachwuchs: „Der Satz, dass Menschen, die viel bewegen wollen, bei Bechtle alles erreichen können, soll Begeisterung wecken und die Dynamik und Durchlässigkeit unseres Unternehmens verdeutlichen.“ Und ganz oben steht der Kunde, dessen geschäftlichem Erfolg sich Bechtle verpflichtet fühlt: „Der Erfolg unserer Kunden ist unser Ziel.“ Dieses Versprechen gilt explizit auch für potenzielle Neukunden.

Nachdem die Vision für die nächste Dekade steht, kann man sich an die strategische und operative Umsetzung machen. Ans Eingemachte geht es schon Anfang Februar. Denn da versammelt sich mehr als ein Zehntel der gesamten Bechtle-Belegschaft zur jährlichen „Strategietagung“ in Stuttgart. „Maximal 1.500 Menschen passen in die Halle, und diese Grenze werden wir nahezu erreichen. Wobei der tradierte Begriff Strategietagung mittlerweile nicht mehr ganz zum Charakter der Veranstaltung passt“, so Thomas Olemotz.

Im zweiten Viertel

Wo die Reise hingeht, beschreibt Bechtle-Vorstand Michael Guschlbauer: „Unser Geschäftsmodell entwickelt sich weiter. Wir sind nicht nur IT-Dienstleister, sondern immer mehr auch Produzent von IT-Leistungen.“ So werden vermehrt eigene IT-Services und -Lösungen entwickelt, beispielsweise eigene Cloud-Services oder Konnektoren von intelligenten CAD- zu ERP-Systemen. Solche Entwicklungen entstehen auch durch die verstärkte Zusammenarbeit von Bechtle-Systemhäusern mit den hauseigenen Spezialisten-Teams.

Michael Guschlbauer, Vorstand IT-Systemhaus & Managed Services bei Bechtle
Michael Guschlbauer, Vorstand IT-Systemhaus & Managed Services bei Bechtle (Bild: Claudia Kempf)

In Bezug auf die Anforderungen beim Kunden zieht er eine Parallele zum Basketball, wo ja nicht in zwei Halbzeiten, sondern in vier Vierteln gespielt wird: „Im ersten Viertel ging es – und geht es noch – um die Renovierung des Datacenters, um es fit zu machen für die Integration von Multi-Cloud-Services. Das zweite Viertel ist geprägt durch das Outsourcing des Datacenters und wir befinden uns mittendrin in dieser Phase. Im dritten Viertel wird es darum gehen, dass wir den Kunden Betriebsmodelle für ihre spezifischen Workloads liefern. Da wird viel Beratungsleistung gefragt sein und wir schätzen, dass dieser Bedarf spätestens ab 2020 richtig Fahrt aufnimmt. Und im finalen Viertel sind wir dann als Digitalisierungsexperten für den Mittelstand gefragt.“

Die räumlichen Voraussetzungen dafür werden gerade geschaffen. Ein Neubau schafft Raum für 600 zusätzliche Arbeitsplätze in der Konzernzentrale in Neckarsulm. Das neue Bürogebäude wird über Geothermie geheizt und gekühlt. Der 8.700 Quadratmeter große Erweiterungsbau soll im Oktober 2020 fertiggestellt sein.

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