4,7-Zoll-Display, 3D-Sensoren, 13-Megapixel-Kamera Die Zukunft des Handels: Amazon stellt Fire Phone vor

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Sylvia Lösel / Sylvia Lösel

Der hart umkämpfte Smartphone-Markt ist um einen Anbieter reicher. Doch Amazon will weder über den Preis noch durch High-End-Hardware-Ausstattung punkten. Das Gerät des Internethändlers besticht durch eine clevere Vernetzung von Hardware und Content.

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Eine intuitivere Steuerung wird dank vier Kameras und Infrarot-LEDs ermöglicht.
Eine intuitivere Steuerung wird dank vier Kameras und Infrarot-LEDs ermöglicht.
(Bild: Amazon)

Amazon steigt in den Smartphone-Markt ein und bleibt sich dennoch treu. Mit dem Fire Phone hat Internethändler Amazon jetzt erstmals ein eigenes Smartphone vorgestellt. Doch es sind weniger die Hardware-Features die Gründer und CEO Jeff Bezos auf der Präsentation in Seattle in den Vordergrund rückte. Vielmehr hat sich Amazon Gedanken über Mehrwert-Dienste für die Anwender gemacht und dabei natürlich auch das Wohl des Unternehmens nicht aus den Augen verloren.

Wein und Videos

Hält man das Fire vor den Fernseher, erkennt das Gerät zum Beispiel nicht nur die gerade laufende Fernsehserie, sondern identifiziert auch die richtige Folge. Ist dies geschehen, erscheint ein Button auf dem Display. Ein Klick darauf, und der Anwender kann sich die Folge gleich aus Amazons Videothek ausleihen oder kaufen.

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Ein anderes Beispiel: Im Restaurant gibt es einen guten Wein. Man hält das Smartphone an das Etikett und das Gerät erkennt den Wein. Nun werden alle verfügbaren Informationen dazu eingeblendet und es erscheint natürlich wieder der Bestellen-Button. Ein Klick und der Wein ist geordert und lagert einige Tage später im eigenen Keller. Clevererweise funktioniert das aber auch für Dinge, die den Geldbeutel des Otto Normalverbrauchers sprengen würden. Richtet man das Smartphone auf ein Kunstwerk, wird dieses ebenfalls erkannt und zusätzliche Informationen über Künstler, Epoche, Malstil etc. werden eingeblendet.

Denkt mit

Möglich wird diese Verknüpfung von Realität mit dem Cyberspace dank zweier neuer Technologien, die Amazon Dynamic Perspective und Firefly nennt.

Dynamic Perspective arbeitet mit vier Kameras und vier Infrarot-LEDs, die auf der Vorderseite des Fires angebracht sind. Ihnen zur Seite stehen ein Prozessor, eine Grafik-Rendering-Engine und spezielle Algorithmen. All das zusammen ermöglicht zum Beispiel eine intuitivere Steuerung. Liest man einen längeren Text im Web erkennt Dynamic Perspective, wann der Text weitergescrollt werden muss - manuelles Scrollen entfällt.

Firefly kombiniert die digitalen Inhalte von Amazon mit einer Bild-, Text- und Audioerkennung. Damit können zum Beispiel Telefonnummern auf einem Poster als solche erkannt, abgespeichert und gewählt werden. Firefly erkennt so zum Beispiel Songs und sucht aus Amazon Music alle relevanten Informationen zum Künstler heraus, zeigt andere Songs der Band an und bietet sie natürlich zum Kauf und Download an.

Die Hardware

Das Smartphone selbst ist ein solides Mittelklasse-Gerät, dessen 4,7-Zoll-HD-Display aus Gorilla-Glas besteht. Im Inneren taktet ein Quad-Core-Prozessor (Snapdragon 2,2 Gigahertz), dem zwei Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite gestellt werden. Die rückwärtige Kamera löst mit 13 Megapixeln auf, die Frontkamera mit 2,1 Mepgapixel. Ein LED-Blitz ist ebenso an Bord wie eine optische Bildstabilisierung und HDR-Funktionalität. Beide Kameras können Filme mit 1.080p drehen.

In das Gerät sind LTE, GSM, UMTS, WLAN (ac) sowie NFC und Bluetooth integriert.

Preise und Verfügbarkeiten

Das Fire ist in den USA ab 25. Juni über den Provider AT&T erhältlich. Mit 16 Gigabyte internem Speicher und einem Zwei-Jahres-Vertrag soll es dort 199 US-Dollar kosten. Mit 64 Gigabyte Speicher kommt es bei gleichem Vertrag auf 299 US-Dollar. Zusätzlich zum internen Speicher können Kunden ihre Inhalte auch kostenfrei in der Amazon-Cloud ablegen. Als Anreiz für Schnellentschlossene legt Amazon zu Beginn eine 12-monatige, kostenlose Prime-Mitgliedschaft bei.

Wann das Fire in Deutschland erhältlich sein wird und zu welchem Preis es hierzulande zu haben sein wird, steht noch nicht fest.

Um möglichst schnell viele Apps anbieten zu können, die die beiden neuen Technologien Dynamic Perspective und Firefly ausschöpfen, hat Amazon gleichzeitig zum Geräte-Launch die entsprechenden Software-Entwicklungs-Kits vorgestellt. □

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