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GfK-Konsumklimastudie für Februar 2020

Die Shopping-Laune kehrt langsam zurück

| Autor: Heidemarie Schuster

Da sich das Sparen nicht lohnt, geben die Konsumenten ihr Geld lieber aus.
Da sich das Sparen nicht lohnt, geben die Konsumenten ihr Geld lieber aus. (Bild: © Kurhan - stock.adobe.com)

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland zeigt sich zu Jahresbeginn wieder etwas optimistischer als Ende 2019. So gewinnen vor allem die Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung hinzu. GfK prognostiziert für Februar 2020 einen Wert von 9,9 Punkten und damit 0,2 Zähler mehr als im Januar dieses Jahres (revidiert 9,7 Punkte).

Die Konsumstimmung in Deutschland verbessert sich laut der GfK-Konsumklimastudie. Für das gesamte Jahr 2020 prognostiziert die GfK einen realen Zuwachs der privaten Konsumausgaben in Höhe von einem Prozent. Vor allem der Anstieg der Einkommenserwartung und der Anschaffungsneigung zu Beginn dieses Jahres sorgt dafür, dass das Konsumklima wieder zulegen kann.

„Eine erste Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China sorgt auch in Deutschland für Erleichterung. Denn als Exportnation ist man gerade hierzulande auf einen freien und ungehinderten Warenaustausch angewiesen,“ erklärt Rolf Bürkl, Konsumexperte bei der GfK. „Der positive Start des Konsumklimas in das Jahr 2020 bestärkt uns in der Einschätzung, dass der private Konsum auch in diesem Jahr eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur sein wird.“

Konjunkturaussichten

Nach dem Rückschlag im Dezember 2019 stabilisieren sich die Konjunkturaussichten im Januar wieder. Der Indikator gewinnt 0,7 Zähler hinzu und liegt nun bei -3,7 Punkten. Damit scheint er die Talsohle vom Herbst 2019 zunächst hinter sich zu lassen, so die GfK. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Minus aber immer noch gut zwölf Punkte.

Sicherlich hat die erste Einigung von USA und China im Handelsstreit ein weiteres Absinken des Konjunkturindikators verhindert, erklären die Marktforscher. Zudem würden sich die Signale verstärken, dass es nicht zu einer Rezession komme und sich die Konjunktur in Deutschland stabilisiert. Allerdings würde die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr mit etwa einem Prozent moderat sein, aber etwas höher ausfallen als letztes Jahr.

Für 2019 wird das Wirtschaftswachstum auf 0,6 Prozent geschätzt. Für eine nachhaltige Erholung wird es jedoch notwendig sein, dass die Deeskalation im Handelsstreit fortgesetzt wird. Zudem sollten sich Krisen, wie die zwischen den USA und dem Iran nach dem Angriff auf einen hohen iranischen General, nicht weiter zuspitzen.

Einkommenserwartung

Unter dem Eindruck stabilerer Konjunkturaussichten gewinnen auch die Einkommenserwartungen der Verbraucher deutlich. Mit einem Plus von 9,6 Zählern werden die Verluste des Indikators aus dem Vormonat fast vollständig wettgemacht. Aktuell weist er einen Wert von 44,6 Punkten auf. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Minus knapp 13 Punkte.

Nach wie vor profitiert der Einkommensindikator von der guten Beschäftigungslage in Deutschland. Allerdings hat deren Dynamik zuletzt spürbar nachgelassen. So kommen auf die Automobilindustrie und deren Zulieferer im Zuge des Umstieges auf die Elektromobilität schwierige Zeiten zu. Diese werden mit Personalanpassungen verbunden sein. Inwieweit die Einkommenserwartungen davon betroffen sein werden, hängt auch davon ab, über welchen Zeitraum diese Anpassungen vorgenommen werden, erklärt die GfK.

Anschaffungsneigung

Von steigendem Konjunktur- und Einkommensoptimismus profitiert auch die Anschaffungsneigung. Der Indikator klettert nach einem Plus von 3,3 Zählern auf 55,5 Punkte. Das ist der höchste Wert seit einem Jahr. Im Januar 2019 wurden 57,5 Punkte gemessen. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres zeigt sich nur ein kleines Minus von 1,6 Punkten.

Die Konsumlaune bleibt zu Beginn des Jahres 2020 bei den deutschen Verbrauchern ungebrochen. Anhaltend stabile Beschäftigungsverhältnisse und reale Einkommenszuwächse sind laut der GfK wesentliche Stützen des Indikators. Zusätzliche Impulse erhält die Konsumneigung zudem durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Trotz des Anstiegs im Januar verharrt die Sparneigung auf niedrigem Niveau. Somit bleibt das Sparen als Alternative zum Konsum weiterhin nicht sehr attraktiv. Da nun mehr und mehr Banken auch bei Privatanlegern Strafzinsen verlangen, dürfte dies der Konsumlaune zusätzliche Impulse verleihen.

Zur Studie

Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 18. bis 20. Januar 2020. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte.

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