Download von 3,3 Milliarden Apps Deutscher App-Markt erreicht Rekordhoch

Autor: Sarah Gandorfer

Die Deutschen werden dieses Jahr so viel Geld wie noch nie für den Kauf von Smartphone-Programmen ausgeben. Der Großteil der Umsätze entfällt dabei auf In-App-Käufe. Der Google PlayStore ist dabei als Downloadplattform beliebter als der Apple AppStore.

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Verglichen mit 2020 werden dieses Jahr wohl 17 Prozent mehr Apps heruntergeladen.
Verglichen mit 2020 werden dieses Jahr wohl 17 Prozent mehr Apps heruntergeladen.
(Bild: Production Perig - adobe.stock.com)

In Zeiten der Pandemie haben die Menschen viel Zeit mit ihrem Smartphone verbracht. Das Handy ersetzt teilweise die Digitalkamera, das Bücherregal, die Spielekonsole, die Musiksammlung, den Sprachlehrer oder den Fitnesstrainer. Das Angebot an Apps wächst stetig. Oft sind diese Anwendungen kostenpflichtig. Laut einer Schätzung des Bitkom geben Deutschen 2021 so viel Geld für Handy-Apps aus wie noch nie: 2,9 Milliarden Euro Umsatz werden heuer mit Smartphone-Programmen generiert.

Binnen zwei Jahren hat sich der Umsatz nahezu verdoppelt. Im vergangenen Jahr wurden hierzulande 2,3 Milliarden Euro umgesetzt. 2019 lag der Umsatz noch bei 1,6 Milliarden Euro.Voraussichtlich werden die Bundesbürger in diesem Jahr 3,3 Milliarden Apps herunterladen. Das ist ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Gerade in der Coronakrise haben die Menschen mehr Zeit mit ihrem Smartphone verbracht. Sie haben neue Apps ausprobiert und dabei auch mehr Geld ausgegeben – etwa, um mit kostenpflichtigen Online-Kursen fit zu bleiben, sich mit Spielen die Zeit zu vertreiben oder um neue Sprachen zu lernen“, begründet Dr. Sebastian Klöß, Bereichsleiter für Consumer Technology beim Digitalverband Bitkom, das Rekordhoch.

Umsatztreiber und Vermarktungsweg

74 Prozent der Umsätze entfallen auf In-App-Käufe. Dabei lässt der Branchenverband Kosten für Abonnements etwa für Video- oder Audiostreaming hier noch außen vor. Dabei können Nutzer ein Handy-Programm grundsätzlich kostenlos nutzen, zahlen aber für bestimmte Funktionen Geld, etwa um Notizen über mehrere Geräte hinweg zu synchronisieren oder in Spielen schneller voranzukommen. „In-App-Käufe haben sich zum absoluten Umsatztreiber entwickelt. Unternehmen können Dienste oder Funktionen so zielgerichtet anbieten. Für Verbraucher kann sich das lohnen: Ausgewählte Inhalte gegen eine geringe Gebühr freizuschalten, kann deutlich günstiger sein als der Kauf eines teureren Komplettpakets“, erläutert Klöß.

16 Prozent der Umsätze werden über Werbeanzeigen in Smartphone-Anwendungen generiert. Nur jeder zehnte Euro entsteht durch den Kauf einer kostenpflichtigen App. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 wurde noch mehr als die Hälfte (53 %) der damals insgesamt 242 Millionen Euro Umsatz mit bezahlten Downloads erzielt. Im Zuge der Pandemie ist der Umsatzanteil der bezahlten Programme deutlich gestiegen – von drei Prozent im Jahr 2019 auf derzeit zehn Prozent. „Besonders Lern-Apps haben den Umsatzanteil bezahlter Anwendungen steigen lassen“, so der Bereichsleiter. „Solche Apps bieten mit Videos, Aufgaben, Texten und Grafiken oft mehr Inhalte als klassische Schulbücher und kosten deshalb in der Regel einen einmaligen Preis.“

Die dominierende Plattform für Downloads ist dabei das von Google entwickelte Betriebssystem Android mit dem „Google PlayStore“. 2,5 Milliarden Apps werden dort heruntergeladen. Auf den von Apple betriebenen AppStore für iOS-Geräte entfallen lediglich 786 Millionen Downloads. Bis zum Jahr 2013 lagen die beiden Plattformen noch gleich auf. Danach setze sich Android mit teils deutlich günstigeren Geräten ab.

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Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS