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Drucker & MPS

„Stitch Dataloader“ und „Talend Data Fabric“

„Data Integration“ ist das neue „ETL“

| Autor: Dr. Stefan Riedl

In der Cloud-Ära werden Daten seltener nach dem ETL-Prinzip verarbeitet, sondern tendenziell erst einmal möglichst schnell von A nach B gebracht.
In der Cloud-Ära werden Daten seltener nach dem ETL-Prinzip verarbeitet, sondern tendenziell erst einmal möglichst schnell von A nach B gebracht. (Bild: © Rawf8 - stock.adobe.com)

Das etablierte ETL-Modell in der Informatik (Extract, Transform, Load) wird zunehmend von einem anderen Ansatz abgelöst: Schneller Transfer vom Quell- ins Zielsystem nach dem Pipeline-Prinzip. Transformiert wird später. Talend profitiert von diesen Verschiebungen.

Das Cloud-Segment gewinnt in der IT-Branche immer weiter an Bedeutung. In Projekten geht es oft um die Modernisierung von Datawarehouse-Infrastrukturen in der Cloud. Nicht immer ist das klassische ETL hier gefragt, also Extract, Transform, Load, das man aus der On-Prem-Welt kennt. Im Cloud-Bereich liegt der Fokus häufig und tendenziell immer häufiger auf Extract und Load, also dem Transfer vom Quellsystem in das Zielsystem. „Transformiert wird später, also das T in ETL, erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Geschwindigkeit beim Transfer ist in diesem Szenario von größter Bedeutung“, fasst Frank Thomas, Head of EMEA Channel & Alliances bei Talend zusammen.

Zudem findet – wenn man so will – auf Verarbeitungsebene ein Wechsel von Batch-Verarbeitung hin zu Real-Time- und Streaming-Prozessen statt. Das kalifornische Unternehmen, das hierzulande in Feldkirchen bei München beheimatet ist profitiert mit seinen Produkten aus den Segmenten Data Management und Data Governance besonders von diesen Trends.

Schnell vom Quell- ins Zielsystem

Konkret hat Talend seit der Firmenübernahme von Stitch im Jahr 2018 das Tool „Stitch Dataloader“ im Portfolio. Es ist auf schnelles Laden von Daten aus Applikationen oder Datenbanken in ein Cloud-Zielsystem wie einen Data Lake, ein Data Warehouse oder andere Cloud-basierte Applikationen ausgelegt. Was die Zielsysteme in der Cloud angeht, arbeitet man bei Talend mit ­Microsoft Azure und AWS zusammen. Eine vertiefte Zusammenarbeit mit Google Cloud wird derzeit ausgelotet, verrät der Manager.

Im Cloud-Data-Bereich wirken derzeit mehrere Trends, führt Thomas aus. Der präsenteste ist wohl die wachsende Datenflut. „So gibt es Projektionen, dass das Datenvolumen bis 2025 das Zehnfache vom jetzigen Stand erreichen wird. Außerdem wird sich die Anzahl der Business User, die Zugang zu diesen Datenpools haben, bis dahin etwa verdreifachen. Hier spielt der Self-Service-Ansatz eine starke Rolle“, führt der Channel- und Alliances-Chef aus.

Regulatorischer Umgang mit Daten

Frank Thomas, Head of EMEA Channel & Alliances, Talend
Frank Thomas, Head of EMEA Channel & Alliances, Talend (Bild: Talend)

Weitere Trends im Business rund um Bits und Bytes seien, dass Daten tendenziell aus dem On-Prem- in den Cloud-Bereich wandern, beziehungsweise hybride Cloud-­Infrastrukturen an Bedeutung gewinnen. Außerdem verschärfe sich das regulatorische Umfeld für die Datenspeicherung in Hinblick auf beispielsweise DSGVO oder Normen, die mit Auflagen im Finanzbereich einhergehen. „Insgesamt bereiten diese Trends ein ausgezeichnetes Marktumfeld für Talend mit seinem Lösungsportfolio für die Cloud-Datenintegration“, freut sich der Manager. Im Talend-Umfeld fallen – sicherlich nicht gänzlich ohne Marketing-Bezug – häufig die Schlagworte „Speed & Trust“.

Leere Worte seien das nicht, sagt Thomas, sondern vielmehr Ausdruck dafür, dass das Unternehmen auf jeder Ebene der Angebote Datenqualitätsprozesse eingebaut hat, die es erlauben, den Mitarbeitern schnell validierte Daten an die Hand zu geben. Die so hergestellte Integrität der Daten soll das Vertrauen erzeugen.

Ergänzendes zum Thema
 
Partnerschaften und Allianzen im Talend-Umfeld

Big Data, Datenintegration, Datenqualität und Data Governance

Im Mittelpunkt des Wirtschaftens bei ­Talend und dem Channel des Unternehmens steht eine Suite namens „Talend ­Data Fabric“ mit Lösungen für die Themen Big Data, Datenintegration, Datenqualität und Data Governance. „Der Werkzeugkasten für Datenqualität umfasst zum Beispiel Möglichkeiten für den Abgleich oder dem Ergänzen mit Referenzdaten, Blacklisting-Prozessen oder das Bearbeiten von Metadaten sowie API-Services, wie das Management von Zuliefererdaten“, sagt Thomas.

Die „Talend Management Console“ als Teil der Suite Talend Data Fabric dient dem ­Monitoring und dem Scheduling, also dem Überwachen und Einplanen von Prozessen sowie der User-Autorisierung. So kann beispielsweise eingerichtet werden, dass jeden Tag pünktlich um 6:30 Uhr bestimmte Prozesse zur Sicherung der Datenqualität angestoßen werden.

Cloud-Wissen für den Channel

Der Chef für Channel und Allianzen auf EMEA-Ebene sieht viel Schulungsbedarf für das projektbezogene Tagesgeschäft: „Im Schulungsbereich für Partner und Kunden gewinnt unsere ‚Cloud Academy‘ weiter an Bedeutung, über die wir fachliches Wissen zu unseren Lösungen vermitteln.“ Talend unterscheidet bei den Cloud-Partnern zwischen den drei Kategorien:

  • Trained Partner
  • Skilled Partner und
  • Expert Partner.

Cloud-Knowhow ist Pflicht, keine Kür

Trained Partner sind ausgebildet in Sachen Presales und ­Sales sowie der Implementierung unserer Lösungen. „Skilled Partner müssen mit Kundenreferenzen ihre Expertise nachgewiesen haben. Expert Partner heben sich dadurch ab, dass sie zusätzlich die Talend Community aktiv mit Whitepapers, Blog-Beiträgen oder ähnlichem versorgen.“, so Thomas.

Aufgrund der wachsenden Bedeutung der Cloud muss im Talend-Universum jeder neue Partner in diesem Sinne des Trainingsprogrammes Cloud-fit werden, um dann im regulären Partnerprogramm unterzukommen. Was das angeht fährt das Unternehmen ein klassisches dreistufiges Modell mit den Levels „Gold“, „Platin“ und „Global“.

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