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Deutsche Messe AG stellt „Digitalmesse“ ein

Das Ende der Cebit – das Ende einer Ära

| Autor: Wilfried Platten

Der letzte Akt: Die Cebit 2018 geht als letzte ihrer Art in die Geschichte ein.
Der letzte Akt: Die Cebit 2018 geht als letzte ihrer Art in die Geschichte ein. (Bild: Deutsche Messe/Cebit)

Nun ist es traurige Gewissheit: Die erste „neue“ Cebit 2018 war gleichzeitig auch die letzte. Die Zweifel, die schon den Neustart in diesem Jahr begleitet hatten, haben sich damit bewahrheitet.

Rückläufige Flächenbuchungen sind nach offizieller Lesart der Messe AG Grund und Auslöser für den alles andere als überraschenden Schritt, die Cebit zu beerdigen. Heute, am Mittwoch, den 28. November wurden die Mitarbeiter über die Einstellung dieser traditionsreichen, bis zuletzt immer noch größten, IT-Messe der Welt unterrichtet. Einige Stunden danach auch die Presse. Eine nachvollziehbare Reihenfolge.

Scheitern mit Ansage

Dass das Ende der Veranstaltung offiziell verschämt-verschleiernd-euphemistisch als „Neusortierung der Digitalthemen“ verkündet wurde, Schwamm drüber. Immerhin treffen die personellen Konsequenzen ausnahmsweise einmal nicht die „normalen“ Mitarbeiter sondern mit Messe-Vorstand Oliver Frese den Cebit-verantwortlichen Häuptling, der zum Ende des Jahres seinen Rücktritt angeboten hat. Rund 50 Mitarbeiter kümmerten sich bislang um die Organisation der Cebit.

Die Gründe für das Aus sind evident, und entsprechende Vorbehalte wurden schon im Vorfeld der ersten „neuen“ Cebit formuliert: Blick zurück nach vorn oder Liebling, ich habe den Planeten geschrumpft.

Und auch nach der Messe war die Resonanz zwiespältig: von Wunsch und Wirklichkeit bis Verordnete Coolness.

Die Zweifel an einer erfolgreichen Zukunft der Cebit wuchsen nochmal deutlich, als die Messe AG kürzlich mit einem „Facelift“ für 2019 überraschte, zu dem unter anderem die Einstellung einer der vier d!-Säulen zählte. Zu spät!

Business contra Festival

Der Begriff „Business-Festival“, den die Hannoveraner Messe AG als Motto für den Neustart ausgegeben hat, beschreibt das Dilemma, an dem das Konzept letztlich gescheitert ist: Beides unter einen Hut zu bekommen war wohl ein zu ambitioniertes, wenn nicht gar unmöglich einzulösendes Ziel. Die Aussteller, die für die Teilnahme ordentliche Summen auf den Tisch des Hauses legen müssen, brauchen die Besucher am Stand, nicht auf dem Dancefloor. „Validated Lead Revenue“ ist nun mal die Dividende, die für IT-Unternehmen ein Cebit-Engagement rechtfertigt. Und die war offensichtlich zu mager, um nach dem ersten wohlwollenden Versuch bei der Stange zu bleiben.

Bleibt abzuwarten, inwieweit Teile der Cebit dorthin zurückwandern, von wo sie vor über 30 Jahren gekommen sind: zur Hannover Messe. Themen wie IoT, Industrie 4.0 oder Digital Factoring bieten sich dafür geradezu an. Und für den Channel sind sie allemal spannend genug.

Mit einer Träne...

Zurück bleibt Wehmut: einmal ob des Verlustes für den Standort Deutschland und einmal ob des Verlustes für die Branche. Schneeregen hin, Verkehrschaos her – die Cebit war immer eine Art Klassentreffen auf dem man alte Freunde traf und neue gewann. Damit ist es jetzt vorbei. Schluchz…

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