Storage-as-a-Service-Angebote auf dem Vormarsch Das Beste aus beiden Welten: die Cloud für On-Prem-Datenspeicherung

Von Federica Monsone* 11 min Lesedauer

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Die IT-Welt steht nicht still. Transformationen in der Datenspeicherung stellen in diesem Zusammenhang nur ein Beispiel dar. Eine der größten Veränderungen in den letzten Jahren war die Entwicklung von Dienstleistungen, bei denen Anbieter herkömmlicher, lokaler Speichersysteme ihre Produkte in den Räumlichkeiten der Kunden bereitstellen und verwalten. Diese StaaS-Angebote (Storage-as-a-Service) werden in IT-Umgebungen von Unternehmen immer beliebter.

Datenspeicher als Service: Die Idee ist nicht so neu, doch weisen aktuelle StaaS-Angebote auch Unterschiede zu traditionellen Outsourcing-Ansätzen auf.(Bild:  ©NanoStockk, Getty Images via Canva.com)
Datenspeicher als Service: Die Idee ist nicht so neu, doch weisen aktuelle StaaS-Angebote auch Unterschiede zu traditionellen Outsourcing-Ansätzen auf.
(Bild: ©NanoStockk, Getty Images via Canva.com)

A3 Communications hat eine Reihe von IT-Führungskräften befragt, um die Vor- und Nachteile des StaaS-Ansatzes zu erörtern und Unternehmen bei der Beurteilung zu helfen, ob dies das richtige Speichermodell für sie darstellt. Fragen rund um die Zukunft von StaaS, und wie diese Architektur Herausforderungen bei der Speicherung von Unternehmensdaten lösen kann, standen ebenfalls zur Debatte.

Verwaltung der Infrastruktur über Drittanbieter

Wie bei vielen anderen Aspekten der Unternehmens-IT war die treibende Kraft hinter der Entwicklung dieser Dienste das öffentliche Cloud-Computing und sein signifikanter Einfluss auf Unternehmen in den letzten zwei Jahrzehnten. Die Art und Weise, wie die Cloud den IT-Betrieb von Unternehmen beeinflusst hat, reicht von technischen Verfahren wie der Containerisierung von Anwendungen bis hin zu IT-Strategien auf höchster Ebene.

Bevor die Cloud existierte, war das Konzept, Infrastrukturmanagement an Dritte zu überantworten, nur einer relativ begrenzten Anzahl von Unternehmen bekannt, die IT-Outsourcing-Verträge unterzeichneten. Heute sind Unternehmen jeder Größe und in allen vertikalen Sektoren daran gewöhnt, sich auf die von Drittanbietern verwaltete Infrastruktur zu verlassen.

Die Cloud hat auch dazu beigetragen, dass die meisten Unternehmen für die IT-Produkte, die sie in ihren eigenen Räumlichkeiten nutzen, anders aufkommen wollen. In den letzten Jahren hat sich diese Vorliebe für Investitionsausgaben (Capex) hin zum direkten Kauf von Hardware-Produkten und Betriebskosten (Opex) sowie verbrauchsabhängigen Zahlungsmodellen im Cloud-Stil verlagert.

Diese Veränderungen haben die Anbieter traditioneller On-Prem-Produkte dazu veranlasst, On-Prem-StaaS Angebote zu entwickeln, die mit Opex-ähnlichen Zahlungsmodellen verbunden sind.

Nachfrage steigt

„StaaS ist eine immer beliebtere Wahl für Unternehmen, und die Nachfrage wird wahrscheinlich noch steigen. Dafür gibt es zwei einfache Gründe: StaaS bietet sowohl Komfort als auch Einfachheit“, so Anthony Cusimano, Director of Technical Marketing bei Object First, einem Anbieter von unveränderlichen Backup-Storage-Appliances.

Camberley Bates, Chief Technology Advisor beim IT-Forschungs- und Beratungsunternehmen The Futurum Group, betont, dass es mehr als nur eine Variante von On-Prem-StaaS gebe. Bates weist in diesem Zusammenhang auf zwei allgemeine Kategorien von On-Prem-StaaS-Diensten hin: Managed und Non-Managed StaaS.

Bei Managed StaaS kümmern sich die Anbieter um den gesamten Speicherbereich, indem sie Speichersysteme beim Kunden implementieren und in der Folge auch vollständig verwalten. Laut Bates sind Unternehmen jedoch eher an Non-Managed StaaS interessiert.

Bei diesem Modell installieren und warten StaaS-Anbieter die Speichersysteme in den Räumlichkeiten der Kunden, aber die Unternehmen setzen die Systeme dann ein, indem sie übergeordnete Aktivitäten durchführen. Dazu gehören die Bereitstellung von Speicherkapazität für Anwendungen oder auch die Konfiguration von Datensicherungs- und Disaster-Recovery-Mechanismen.

„Nicht verwaltetes StaaS ist überraschenderweise auf dem Markt interessant geworden. Das liegt daran, dass Unternehmen es einmalig kaufen und nicht immer wieder eine Investitionsanfrage stellen müssen. Vielmehr handelt es sich um eine monatliche Rechnung, die sie im Laufe der Zeit ausgleichen können. Wir haben festgestellt, dass das vollständig verwaltete Angebot auf weniger Interesse stößt, da sich die Unternehmen dafür entscheiden, ihre eigenen Ressourcen für das Speichermanagement zu nutzen“, so Bates weiter.

Vorhersehbare Opex-Zahlungen

Andere Diskussionsteilnehmer betonen auch die Bedeutung der vorhersehbaren Opex-Zahlungen für On-Prem installierte StaaS-Dienste. Diese stehen im Gegensatz zu den alternativen, „pauschalen“ Investitionskosten, die alle paar Jahre bei der Implementierung oder Auffrischung von konventionell erworbenem Speicher On-Prem anfallen.

Doch obwohl Opex-Zahlungen der am häufigsten genannte Grund für die wachsende Attraktivität von On-Prem-StaaS darstellen, stellen sie nicht den einzigen Faktor dar, den unsere Teilnehmer anführen. Laut Steven Umbehocker, CEO und Gründer von OSNexus, einem Anbieter von skalierbaren, Software-definierten Speichersystemen, stellt sich On-Prem-StaaS nicht nur für IT-Organisationen, die den Service kaufen, wie ein Public-Cloud-Service dar, sondern hilft diesen Organisationen auch, für ihre End-User eher wie ein Public-Cloud-Service auszusehen.

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„Unternehmen arbeiten On-Prem mehr und mehr wie Cloud-Service-Anbieter. Diese On-Prem-Private-Clouds müssen in der Lage sein, ihren Kunden innerhalb der Organisation Storage-as-a-Service anzubieten und ihnen die Nutzung in Rechnung zu stellen. Auf diese Weise können Unternehmen ein hybrides Public/Private-Cloud-Modell effektiv nutzen und implementieren, um die Vorteile beider Modelle zu maximieren“, so Umbehocker.

Als weitere Vorzüge von StaaS nennen die Experten die Möglichkeit, Kapazität oder Leistung einfacher und schneller zu skalieren, als dies bei herkömmlichem On-Prem-Speichern der Fall ist. Infolgedessen ist es bei StaaS On-Prem weitaus seltener erforderlich, eine Überkapazität bereitzustellen oder einen Wachstumsspielraum für den erwarteten, künftigen Anstieg der Nachfrage zu schaffen. Der Wegfall einer solchen Überbevorratung trägt insgesamt zur Kostensenkung bei.

Entlastung von IT-Teams

Ein weiterer Vorteil von OnPrem-StaaS im Vergleich zu konventionellem Speicher ist die Entlastung von IT-Teams in Unternehmen, die seit langem unter ständig steigenden Arbeitslasten und einem Mangel an IT-Fachwissen leiden.

Ein Vergleich zwischen StaaS On-Prem und herkömmlichem Speicher On-Prem bringt jedoch nur die halbe Wahrheit ans Licht. Da die große Mehrheit der Unternehmen hybride Cloud-Computing-Strategien verfolgt, hat unser Expertengremium auch die Vorteile von OnPrem-StaaS im Vergleich zur Datenspeicherung in öffentlichen Clouds ermittelt.

Neben den deutlich niedrigeren Kosten liegt ein wesentlicher Vorteil von On-Prem-StaaS gegenüber Public-Cloud-StaaS darin, wo die Daten physisch gespeichert werden. Dies ist die Ansicht von Paul Speciale, Chief Marketing Officer bei Scality, einem Anbieter von verteilten Datei- und Objektspeichersystemen.

„Ein entscheidender Vorteil von StaaS On-Prem liegt darin, dass Unternehmen die geografische Platzierung von Daten kontrollieren können, um bestimmte Vorschriften zur Datenhoheit einzuhalten. Zwar bieten die großen öffentlichen Cloud-StaaS-Dienste inzwischen eine wachsende Zahl von Rechenzentrumsstandorten in wichtigen Regionen an, doch sehen die Nutzer ihre eigenen Rechenzentren immer noch als die sicherste Lösung an, da die Datenplatzierung weniger abstrakt ist“, so Speciale.

Mehr Sicherheit

Auch die potenziell bessere Sicherheit ist ein Vorteil von StaaS vor Ort. „Die Kunden können auch die Sicherheitsparameter mit StaaS vor Ort kontrollieren. Obwohl Public-Cloud-StaaS in den letzten Jahren erhebliche Sicherheitsverbesserungen erfahren hat, sehen viele Unternehmen bei geschäftskritischen Anwendungsdaten immer noch einen handfesten Vorteil darin, ihre eigenen Sicherheitsinfrastrukturen zu verwalten“, so Speciale weiter.

Ein weiterer Grund für die Einführung von StaaS On-Prem liegt nach Ansicht unserer Experten in der Möglichkeit für Unternehmen, Anwendungen aus öffentlichen Clouds in ihre eigenen Rechenzentren zu verlagern. Einige Experten äußern, dies geschehe aufgrund der Unzufriedenheit mit wachsenden Rechnungen für öffentliche Clouds.

Roy Illsley, Chefanalyst bei Omdia, unterstreicht dies: „On-Prem wird als Alternative zur Erhöhung der Ausgaben in der Cloud gesehen, wo immer dies möglich ist.“

Ein weiteres Argument für On-Prem-StaaS im Vergleich zu Public-Cloud-Storage liegt in der Vermeidung einer leistungsmindernden Latenz, die entsteht, wenn Server in den Rechenzentren der Kunden auf Daten zugreifen, die in Cloud-Rechenzentren auf der anderen Seite von Langstreckennetzwerken gespeichert sind.

„Die Vermeidung dieser Latenz ist ein unschätzbarer Vorteil mit Blick auf Anwendungen, die Datenverarbeitung in Echtzeit oder aber High-Performance-Computing erfordern“, so Luc d’Urso, CEO von Atempo, einem Anbieter von Software für Datenmanagement und Datenschutz.

Die Diskussionsteilnehmer sind sich allerding einig, dass StaaS On-Prem nicht für jedes Unternehmen, jeden Datensatz und jede Anwendung geeignet ist. „Für viele Organisationen kann es sinnvoll sein, StaaS mit dedizierten Speichersystemen zu kombinieren. StaaS für alle Anforderungen zu verwenden, ist möglicherweise nicht sinnvoll, da Kompromisse eingegangen werden müssen, um die Anforderungen mehrerer Anwendungsfälle und mehrerer interner Kunden sowie ihrer unterschiedlichen Sicherheitsanforderungen zu erfüllen“, so Umbehocker von OSNexus.

Eine Frage der Skalierbarkeit

Mit StaaS ist es einfacher, die Datenkapazität oder die Speicherleistung zu ändern, als dies mit herkömmlichem Speicher On-Prem möglich ist. Allerdings dauert die Umsetzung solcher Änderungen länger als bei einem öffentlichen Cloud-Speicher. Anders ausgedrückt: StaaS On-Prem ist skalierbarer als herkömmlicher Speicher, aber nicht so skalierbar wie Public-Cloud-StaaS.

Eine umgekehrte Hierarchie gilt im Allgemeinen für die Kosten der drei Speichermodelle. Während die IT-Experten angeben, dass StaaS On-Prem deutlich kostengünstiger sei als Public-Cloud-Storage, betonen einige, dass es deutlich teurer ausfallen könne als herkömmlicher Speicher On-Prem.

Sie warnen darüber hinaus davor, dass StaaS On-Prem für kleinere Unternehmen oder aber für Unternehmen, die relativ geringe Datenmengen speichern, sowie für Organisationen, die Daten an mehreren Standorten speichern, unerschwinglich sein könne.

Das ist auch die Ansicht von Bruce Kornfeld, Chief Marketing and Product Officer bei StorMagic, einem Anbieter von hyperkonvergentem Speicher, der in Edge-Standorten eingesetzt wird. „Die größten Fallstricke von On-Prem-StaaS liegen bei Kunden mit geringem Speicherbedarf, weshalb die Kosten unerschwinglich sind. Wenn Kunden die Kosten für Speichersets mit 10 TB oder weniger an kleinen Standorten betrachten, kann der Aufpreis, den sie für StaaS zahlen, die Vorteile aufwiegen.”

Bates von der Futurum Group äußert sich allgemeiner zu den Kosten von StaaS On-Prem: „Wir haben die Auswirkungen von StaaS auf die Kosten untersucht, und in den meisten Fällen waren die Investitionskosten geringer.“

Dr. Kai Wawrzinek, CEO und Gründer von Impossible Cloud, einem Anbieter von dezentralen, Cloud-basierten Speicherdiensten, stimmt der Ansicht von Bates zu: „Während On-Prem-StaaS die Kosten von Capex auf Opex verlagert, können sich laufende Abonnementgebühren, Supportkosten sowie potenzielle Zusatzdienste im Laufe der Zeit summieren, was im Vergleich zu einer eigenen Speicherinfrastruktur zu höheren langfristigen Ausgaben führen kann.“

Implementierungskosten für Software-Tools

Für OSNexus machte Umbehocker die deutlichste Aussage zu den Kosten von On-Prem-StaaS. „Ich würde erwarten, dass ein traditionelles Speichersystem im Vergleich zu einem StaaS-System viel niedrigere Kosten pro TB hat. Das müssen die Unternehmen selbst ausrechnen. StaaS mag im ersten und zweiten Jahr billiger sein, aber über eine Laufzeit von sieben Jahren zahlt man möglicherweise doppelt so viel.“

Unsere Experten warnen ferner davor, dass Unternehmen die anfänglichen Kosten für die Implementierung von On-Premises-StaaS nicht übersehen sollten. „Unterschätzen Sie nicht, dass die Implementierung einer On-Prem-Storage-as-a-Service-Lösung ein Infrastrukturentwicklungsprojekt darstellt, das eine angemessene Vorbereitung und die richtigen Tools erfordert“, so d’Urso von Atempo. Die Tools, auf die er sich mit dieser Aussage bezieht, sind Software-Produkte für Datenmanagement, Analyse und Migration.

Trotz dieser Warnungen vor den Kosten sagen die Experten übereinstimmend, dass, selbst wenn eine bestimmte Implementierung von StaaS On-Prem mehr kostet als herkömmlicher Speicher, die Vorteile die Kosten dennoch rechtfertigen können.

„Umfassende Finanzmodelle sind ein Schlüssel und die erste Säule, mit der man beginnen sollte. Dies wird die Vor- und Nachteile aufzeigen und ein unverfälschtes Bild liefern“, so Alexander Ragel, CEO von Leil Storage, einem Anbieter von Langzeitspeichersystemen mit hoher Kapazität.

Andy Tomlin, CEO des Beratungsunternehmens und Anbieters von Managed Services QiStor, sieht einen Grund für die Schwierigkeit darin, dass die Kosten für den bestehenden Speicherbetrieb On-Prem oft nur schwer zu beurteilen sind. „Es ist schwierig, die beiden Modelle vollständig zu vergleichen. Es ist unwahrscheinlich, dass die Support-Kosten traditioneller On-Prem-Lösungen vollständig bekannt sind.“

Auswirkungen auf den IT-Betrieb

Die Experten sind sich auch darin einig, dass sich Vergleiche nicht auf einfache Kostenkennzahlen beschränken sollten, sondern auch die Auswirkungen von On-Prem-StaaS auf den IT-Betrieb sowie die IT-Funktionen berücksichtigt werden müssten.

Meghan McClelland, Vice President beim Anbieter von Massenspeichersystemen Versity Software: „Wir bei Versity wissen, dass der Vergleich der Kosten von On-Prem-StaaS mit denen herkömmlicher Speichersysteme komplex sein kann, da eine traditionelle Herangehensweise oft die strategischen Vorteile des StaaS-Modells übersieht.“

Diesen Standpunkt vertritt auch Fred Lherault, Field CTO für EMEA und Emerging Markets bei Pure Storage, einem großen Anbieter von All-Flash-Speichersystemen: „Ein typischer Fehler, den viele Unternehmen beim Vergleich von Ansätzen machen, ist, sich auf den Preis der nutzbaren Kapazität pro TB zu konzentrieren. Viele Unternehmen neigen dazu, mehr Kapazität zu kaufen, als sie benötigen, insbesondere in den ersten Jahren.“

Und McClelland weiter: „Wenn man die tatsächlichen Gesamtbetriebskosten auf der Grundlage der tatsächlichen Kapazitätsnutzung vergleicht und die Kosten für Verwaltung, Technologieaktualisierung, Datenmigration, Betrieb und Rechenzentrum berücksichtigt, kann StaaS oft günstiger sein als der direkte Kauf von Speichersystemen.“

McClelland und Lherault schließen sich ferner der Meinung d’Ursos an: „Unternehmen sollten sich von allzu simplen Maßstäben wie dem Preis pro Terabyte fernhalten und sich stattdessen auf langfristige Vorteile wie Skalierbarkeit, Flexibilität, Latenz, Sicherheit, Vertraulichkeit der Daten sowie die Einhaltung interner oder lokaler Vorschriften konzentrieren.“

David Norfolk, Practice Leader für Entwicklung und Governance beim Analystenhaus Bloor Research, rät: „Der Umfang des Vergleichs muss sehr sorgfältig definiert und darüber hinaus öffentlich gemacht werden, damit die Betroffenen Rückmeldungen über Auslassungen geben können.“

Er warnt: „Der Vergleich sollte nicht von einem interessierten Anbieter durchgeführt werden, sondern in eigener Regie erfolgen, aber im Zusammenspiel mit einem externen Beratungsunternehmen, wenn Fachwissen intern nicht vorhanden ist. Der externe Guru sollte dabei nicht von einem der Anbieter abhängig sein.“

Neue Version der IT-Outsourcing-Praxis

Ganz allgemein kann man bei der Implementierung von StaaS On-Prem aus der Vergangenheit lernen. Die IT-Experten stimmen darin überein, dass der Service eine neue Version der seit langem etablierten Praxis des IT-Outsourcings darstelle. „Das altmodische Outsourcing und das heutige StaaS sind identische Modelle mit einem anderen Branding. Die Anwender stellen einfach einen Scheck aus, damit ein Dritter ihre Infrastrukturen verwaltet, genau wie sie es vor zwei Jahrzehnten getan haben“, so Kornfeld von StorMagic.

Lherault von Pure Storage: „Wenn uns das ‚traditionelle‘ Outsourcing etwas gelehrt hat, dann, dass SLAs ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal sind. IT-Teams erkennen allmählich, dass viele StaaS-Angebote nur den Anschein eines unverbindlichen Services erwecken und nichts anderes als verkleidete Mietverträge darstellen. Unternehmen müssen nach Anbietern Ausschau halten, die Garantien für ihre Ergebnisse geben können, eine größere Flexibilität und Skalierbarkeit ermöglichen und auch bereit sind, mit ihnen zusammenzuarbeiten.“

Tomlin von QiStor teilt diese Ansicht: „Klare Verträge zwischen Anbieter und Kunde mit SLAs und eindeutige Erwartungen sind entscheidend.“ Anbieter und Kunden sollten sicherstellen, dass sie vereinbarte Eskalationspfade nutzen, wenn Probleme auftreten, und regelmäßige, gemeinsame Überprüfungen des Dienstes einrichten.

Mit Blick auf die Zukunft erwarte die Mehrheit der Expertenrunde, dass On-Prem-StaaS zu einem etablierten und weit verbreiteten Bestandteil der Speicherlandschaft wird.

„Wir sehen eine signifikante Verschiebung in der Speicherlandschaft voraus, wobei On-Prem-StaaS einen erheblichen Teil der traditionellen On-Prem-Speicher ersetzen wird“, so McClelland von Versity.

„Die Integration fortschrittlicher Technologien wie etwa der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens wird die StaaS-Angebote weiter verbessern und eine effizientere Datenverwaltung und Datenanalyse ermöglichen. Diese Fortschritte werden insgesamt die Marktexpansion vorantreiben.“

*Die Autorin: Federica Monsone, CEO und Gründerin, A3 Communications

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