Gamma Com.vention 2026 Com.vention: Mehr Umsatz mit KI und Cloudtelefonie

Von Margrit Lingner 4 min Lesedauer

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Die erste gemeinsame Comvention der deutschen Gamma-Gruppe ist ein Meilenstein in der Geschichte des UCC-Anbieters. Florian Buzin, Gründer und Geschäftsführer der Starface Group, feiert seinen Abschied und KI ist in der Telefonie gekommen, um zu bleiben.

Florian Buzin, Gründer und Geschäftsführer der Starface Group, eröffnet die erste gemeinsame Comvention der deutschen Gamma-Gruppe im Europa-Park Rust.(Bild:  Vogel IT-Medien)
Florian Buzin, Gründer und Geschäftsführer der Starface Group, eröffnet die erste gemeinsame Comvention der deutschen Gamma-Gruppe im Europa-Park Rust.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Rund 700 Fachhandels- und Technologiepartner kamen am 23. und 24. September zur Com.vention 2026 in den Europa-Park Rust. Erstmals richteten Starface, Estos und Gamma Deutschland den Branchentreff gemeinsam aus. Die Botschaft an den Channel: Der UCC-Markt verändert sich – durch Cloud-Migration, KI und wachsende Sicherheitsanforderungen. Für die Partner entstehen daraus neue Vertriebschancen, aber auch zusätzlicher Handlungsdruck.

Kurzer Rückblick

Florian Buzin, Gründer der Starface Group und scheidender Geschäftsführer, blickte in seiner letzten Eröffnungs-Keynote auf die Entwicklung des Unternehmens zurück. Die ursprüngliche Idee, die Telefonanlage aus dem Keller in die Cloud zu verlagern, habe sich langsamer umgesetzt als erwartet. An der Bedeutung der Telefonie ändere das nichts. Was sich verändert, sei das Tempo: KI sei in der Kommunikation angekommen und werde die Branche grundlegend prägen.

Status quo ist derzeit aber, dass noch immer veraltete Anlagen – teils ohne Support und Sicherheitsupdates – in den Kellern der Unternehmenskunden stehen. Das sei nicht nur ein Modernisierungsthema, sondern ein Sicherheitsrisiko: KI könne Angreifern dabei helfen, Schwachstellen schneller zu finden und auszunutzen. Auf der Comvention veranschaulichte ein Live-Hacking einer alten Starface-7-Konfiguration, welche Folgen nicht mehr gepflegte Systeme haben können.

Alte Telefonanlagen werden zum Risiko

Für den Channel ergibt sich daraus ein konkreter Auftrag: End-of-Life-Anlagen ablösen und bestehende Installationen aktuell halten. Gamma sieht in der Migration klassischer On-Premises-Telefonie in Cloud-Architekturen weiterhin großes Potenzial. In der DACH-Region dürften in den kommenden Jahren Millionen Seats modernisiert werden. Partner können Kunden dabei mit einem Portfolio, das Connectivity, SIP-Trunking, Telefonie, UC & Collaboration und Integrationen abdeckt, ganzheitlich begleiten und komplette Kommunikationslösungen anbieten.

Auch regelmäßige Updates sollen stärker verankert werden. Ab dem 1. Januar 2027 sind Update-Verträge zunächst für Cloud- und Neukunden verpflichtend. Das soll zugleich auf die Anforderungen des Cyber Resilience Act vorbereiten, dessen Vorgaben ab dem 11. Dezember 2027 greifen. Hersteller müssen demnach für Softwareprodukte fünf Jahre lang Updates bereitstellen, erläuterte Christoph Scheuermann, Geschäftsführer Produktmanagement, Marketing und Operations der Starface Group.

Starface 11 und ProCall 9 rücken näher

Zu den zentralen Produktankündigungen zählt Starface 11, das in die Beta-Phase startet. Die neue Version bringt Funktionstasten und Schnellaktions-Widgets in die Desktop-Apps zurück. Mit Starface Flip soll zudem der Wechsel in die Starface Cloud einfacher werden. Weitere Neuerungen betreffen die Plattformbasis, Sicherheit und Administration.

Ergänzend baut der Starface Hub die Verbindung zwischen Telefonie und Geschäftsprozessen aus. Transkriptionsdaten lassen sich künftig weiterverarbeiten – etwa, um aus Anrufzusammenfassungen Aufgaben in CRM-Systeme zu übertragen. Ein KI-gestützter Partner-Assistent soll außerdem konkrete Hilfe bei Supportfragen bieten, statt Nutzer lediglich auf allgemeine Dokumentation zu verweisen.

Auch Estos gab einen Ausblick: ProCall 9 steht kurz vor der Beta-Phase. Die nächste Generation der CTI- und UCC-Software soll in Kürze getestet werden.

Auf der Comvention haben wir eine starke Produktpipeline für die kommenden Monate präsentiert. Jetzt freuen wir uns, diese Innovationen mit unseren Partnern erfolgreich in den Markt zu tragen.

Christoph Scheuermann, Geschäftsführer Produktmanagement, Marketing und Operations der Starface Group

Neue Hardware und Funktionserweiterungen

Für Kunden, die ihre Telefonie auf eigener Hardware betreiben wollen, hat Starface die Appliance-Modelle Compact, Compact SIP und Advanced überarbeitet. Die neue Generation bietet unter anderem aktuellere Prozessoren, mehr Arbeitsspeicher, größere SSDs und CPUs mit doppelt so vielen Kernen. Das Modell Platinum bleibt unverändert im Portfolio. Die neuen Appliances sind bereits verfügbar.

Mit Webex for Gamma erweitert die Gruppe ihr Angebot um eine Lösung für größere Unternehmen und anspruchsvolle Collaboration-Szenarien. Sie verbindet die Cisco-Plattform mit Sprachdiensten, Connectivity und Gamma-Support. Neben Videomeetings, Messaging, Bildschirmfreigabe und integrierter Telefonie stehen KI-Funktionen wie Transkriptionen und Zusammenfassungen bereit. Der Betrieb erfolgt laut Scheuermann in europäischen Rechenzentren. Damit können Partner auch größere und international ausgerichtete Projekte adressieren.

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Mehr Geschäft – und ein Führungswechsel

Für die Migration und Modernisierung stellte Gamma neue Promotions und Vertriebsmodelle mit flexibleren Laufzeiten und Margen vor. Die Devise „Win the seat“ zielt darauf, Kunden zum Wechsel auf aktuelle Lösungen zu bewegen. Rund ein Viertel der Starface-Installationen soll noch auf älteren Versionen laufen.

Neben der Produkt-Roadmap markierte die Comvention einen Wechsel an der Spitze: Nach mehr als 20 Jahren verabschiedete sich Buzin als Geschäftsführer. Der Übergang auf ein neues, fünfköpfiges Managementteam wurde bei der Veranstaltung sichtbar; die Schluss-Keynote gestalteten Christoph Scheuermann und Vertriebs-Geschäftsführer Alexander Seyferth gemeinsam.

Auch die Gamma-Gruppe selbst steht vor einem Einschnitt: Sie soll von einem Investor übernommen werden. Das Interesse der Investoren unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung von UCC – und damit auch die Rolle der Partner. Für sie geht es nun darum, die anstehenden Migrationen mit sicheren, innovativen Lösungen zu begleiten und die neue Produktpipeline in Geschäft zu übersetzen.

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