Die Cloud-Transformation und Digitale Souveränität führen zu tiefgreifenden Veränderungen im IT-Sourcing. Immer mehr Unternehmen überprüfen ihre Strategien, um Abhängigkeiten zu reduzieren und neue Potenziale zu erschließen.
Cloud-Transformation und dazu noch die Anforderungen an Digitale Souveränität stellen IT-Organisationen vor neue strategische Weichenstellungen.
Cloud Sourcing erfordert angepasste Strukturen, Prozesse und Skills
Während die Cloud das dominierende IT-Betreibermodell geworden ist, stehen europäische und insbesondere deutsche Unternehmen vor dem Hintergrund geopolitischer Veränderungen unter Druck, über Jahre aufgebaute technologische Abhängigkeiten von US-amerikanischen IT-Providern zu reduzieren, beziehungsweise diese Abhängigkeiten systematischer zu steuern.
Cloud-Strategien dominieren: Mehr als die Hälfte der Unternehmen verfolgt bereits Cloud-only- oder Cloud-first-Ansätze.
Laut der aktuellen Lünendonk-Studie „IT-Sourcing-Trends 2025/2026“ verfolgen 57 Prozent der befragten Unternehmen eine Cloud-only- oder Cloud-first-Strategie, nutzen also Cloud-Services in großem Umfang. Weitere 37 Prozent setzen auf eine Cloud-too-Strategie und entscheiden sich opportunistisch zwischen Cloud und On-Premises.
In der Praxis fehlt es jedoch häufig an Kompetenzen, Prozessen und Strukturen, um die Cloud-Nutzung effizient und rechtskonform zu gestalten. Vier von zehn IT-Organisationen schätzen ihre Cloud-Sourcing-Kompetenz daher als gering ein. Und nur 17 Prozent verfügen über eine klar geregelte Exit-Strategie, um beispielsweise Hyperscaler oder SaaS-Anbieter zu wechseln und Daten problemlos zu einem neuen Provider zu übertragen – ein Risiko, das Vendor-Lock-ins und Compliance-Probleme begünstigt.
Unternehmen kämpfen mit Cloud-Kostenmanagement
Deutlichen Nachholbedarf sehen die von Lünendonk befragten IT-Verantwortlichen auch beim Cloud-Kostenmanagement, der Erfüllung von Compliance-Anforderungen und dem Providermanagement. Zwar haben rund zwei Drittel der befragten IT-Verantwortlichen entsprechende Kennzahlen in ihr IT-Controlling integriert, bei der praktischen Umsetzung haben sie jedoch Schwierigkeiten. Insbesondere die mangelnde Steuerbarkeit von Verbräuchen und Kosten, die fehlende Transparenz bei der Cloud-Nutzung sowie unklare Berechnungsmetriken stellen für rund 70 Prozent der Unternehmen zentrale Herausforderungen dar.
Hybride- und Multicloud – beliebt, aber nicht unproblematisch
Der Trend geht dabei hin zu Hybrid- und Multicloud-Umgebungen, in denen verschiedene Cloud Services miteinander kombiniert und mit bestehenden IT-Systemen verknüpft werden. Dieser Ansatz ermöglicht es, die Vorteile von Cloud-Diensten und On-Premises-Lösungen flexibel zu nutzen. Bereits 60 Prozent der befragten Unternehmen arbeiten heute mit hybriden oder multiplen Cloud-Strukturen, weitere 19 Prozent planen entsprechende Umgebungen.
Kosten im Griff? Viele Unternehmen kämpfen mit Transparenz und Steuerbarkeit ihrer Cloud-Ausgaben.
Mit der zunehmenden Verbreitung steigen jedoch auch die Anforderungen an eine effiziente Orchestrierung. Als größte Hürde sehen 96 Prozent der Studienteilnehmer im Betrieb von Hybrid- und Multicloud-Umgebungen ein effektives Providermanagement. Lediglich 11 Prozent der Befragten gaben an, über ein organisatorisch verankertes, dediziertes Providermanagement zu verfügen. Auch die konkrete Steuerung der Provider stellt viele Unternehmen vor Probleme. 79 Prozent der IT-Verantwortlichen geben an, dass sie diese Aufgabe als herausfordernd empfinden. Um ein hohes Maß an Effizienz zu erreichen, soll auch die Automatisierung im IT-Service-Management ausgebaut werden. 81 Prozent der Studienteilnehmer sehen hier jedoch Herausforderungen.
Zudem fordert das Re- und Upskilling von Mitarbeitenden auf neue Fähigkeiten, Rollen, Verantwortlichkeiten und Strukturen 84 Prozent der Unternehmen heraus. Die Cloud-Transformation ist somit häufig eine kulturelle, organisatorische und Skill-Herausforderung.
Nachfrage nach souveränen Cloud-Angeboten steigt
Hybride IT-Landschaften und Multicloud-Modelle sind die Modelle der Zukunft. So jedenfalls schätzen die von Lünendonk befragten IT-Sourcing-Beratungen, die Anwenderunternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von IT- und Sourcing-Strategie begleiten, die Entwicklungen rund um Cloud Sourcing ein.
Hybride und Multicloud-Modelle setzen sich durch, aber effizientes Providermanagement bleibt die größte Herausforderung.
Vor dem Hintergrund der geopolitischen Unsicherheiten und der zunehmenden Abhängigkeit von US-amerikanischen IT- und Cloud-Anbietern, insbesondere den Hyperscalern, rücken jedoch souveräne Cloud-Angebote stärker in den Fokus. Sie sollen helfen, regulatorische Anforderungen einzuhalten, sensible Daten besser zu schützen und das Risiko eines Vendor-Lock-ins zu verringern. Obwohl der Markt für souveräne Cloud-Lösungen noch jung ist, erwarten 62 Prozent der IT-Verantwortlichen, dass diese bis 2030 dominieren werden. Ihr Mehrwert hängt aber stark vom individuellen Anwendungsfall ab, da sie im Vergleich zu Standardlösungen häufig mit funktionalen Einschränkungen, geringerer Skalierbarkeit und höheren Kosten verbunden sind.
Vor allem lokale Cloud-Provider aus Deutschland werden als relevant erachtet: Sieben von zehn der von Lünendonk befragten IT-Sourcing-Beratungen halten Cloud-Angebote deutscher Anbieter wie Stackit oder Ionos für relevant. Auch souveräne Hyperscaler-Angebote mit separaten EU-Betreibern, wie etwa das Angebot der Delos Cloud, bei der Arvato Systems den Betrieb übernimmt, werden als genauso wichtig angesehen.
Stand: 08.12.2025
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Souveräne Cloud-Angebote rücken in den Fokus: IT-Entscheider erwarten in den kommenden Jahren eine deutliche Verschiebung zugunsten europäischer Modelle.
Souveräne Cloud-Angebote von den Hyperscalern direkt, wie etwa die AWS European Sovereign Cloud, werden mit 63 Prozent als leicht weniger relevant angesehen. Da sich einige dieser Modelle erst noch im Aufbau befinden, werden die kommenden Monate zeigen, ob respektive welche Modelle sich tatsächlich durchsetzen. Wie beispielsweise die Anhörung des Chefjuristen von Microsoft Frankreich vor dem französischen Senat im Juni 2025 gezeigt hat, gibt Microsoft keine Garantie, dass EU-Daten niemals an die US-Regierung weitergegeben werden. Vor diesem Hintergrund werden die souveränen Angebote der Hyperscaler derzeit noch mit Vorsicht betrachtet und die Anbieter müssen erst noch Vertrauen aufbauen und ihre Souveränitätsversprechen unter Beweis stellen.
IT Sourcing Advisory: IT-Manager suchen die Zusammenarbeit
Unter anderem aufgrund dieser Unsicherheit suchen Unternehmen die Zusammenarbeit mit IT-Sourcing-Beratungen: 64 Prozent der IT-Verantwortlichen möchten zukünftig stärker mit Sourcing Advisor zusammenarbeiten, um ihre IT- und Cloud-Sourcing-Strategie zu optimieren und Unterstützung bei Ausschreibungen sowie der Provider-Auswahl zu erhalten. So wollen 61 Prozent ihr Budget für IT-Sourcing-Beratung in 2025 steigern; bis 2028 wollen sogar 78 Prozent der Unternehmen ihr Budget jährlich steigern.
* Der Autor Tobias Ganowski untersucht seit 2018 als Consultant den deutschen Digital- und IT-Markt beim Analystenunternehmen Lünendonk. Schwerpunkte liegen auf den Märkten für IT-Beratung, IT-Service, IT-Sourcing, Data & AI, Digital Experience und Digital Learning sowie technologischen Entwicklungen in diesen Märkten.