RSAC Conference 2026 Cisco erweitert Zero Trust auf KI-Agenten

Von Alexander Siegert 3 min Lesedauer

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Cisco erweitert sein Security-Portfolio für KI-Agenten. Neue Lösungen sollen Identitäten absichern, Zugriffe kontrollieren und Angriffe automatisiert erkennen. Ziel ist es, den Sprung von Pilotprojekten in den produktiven Einsatz zu erleichtern.

KI-Agenten agieren künftig wie digitale Mitarbeitende mit eigenen Identitäten und klar definierten Zugriffsrechten.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
KI-Agenten agieren künftig wie digitale Mitarbeitende mit eigenen Identitäten und klar definierten Zugriffsrechten.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Der Netzwerkspezialist Cisco schärft sein Sicherheitsangebot für den Einsatz von KI-Agenten. Auf der RSA Conference in San Francisco stellte das Unternehmen neue Funktionen vor, die Risiken rund um agentische KI adressieren sollen.

Im Mittelpunkt steht die Übertragung von Zero-Trust-Prinzipien auf KI-Agenten. Diese erhalten eigene Identitäten, klar definierte Rollen und eng begrenzte Zugriffsrechte. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und die Angriffsfläche zu reduzieren.

Hohe Dynamik bei KI-Agenten

Cisco verweist auf eine hohe Dynamik im Markt. 85 Prozent der Großunternehmen experimentieren bereits mit KI-Agenten. Produktiv im Einsatz sind sie jedoch selten. Sicherheitsbedenken zählen zu den größten Hürden.

Jeetu Patel, President und Chief Product Officer, Cisco(Bild:  Cisco)
Jeetu Patel, President und Chief Product Officer, Cisco
(Bild: Cisco)

Jeetu Patel, President und Chief Product Officer bei Cisco, ordnet die Entwicklung ein: „KI-Agenten beschleunigen nicht nur bestehende Prozesse, sie sind inzwischen eine Art Mitarbeitende, die das Leistungsspektrum von Unternehmen deutlich erweitern“. Patel führt weiter aus: „Projekte, die bisher aus Ressourcenmangel auf Eis gelegt wurden, lassen sich damit umsetzen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Sicherheitsteams Agenten so absichern, dass diese vertrauenswürdig sind.“

Grundlage für Zero Trust

Cisco setzt dafür bei Identitäten an. KI-Agenten sollen wie digitale Mitarbeitende behandelt werden. Sie durchlaufen ein Onboarding, werden registriert und einer verantwortlichen Person zugeordnet. Unternehmen erhalten damit erstmals eine klare Zuordnung von Agenten und Verantwortlichkeiten.

Die Zero-Trust-Architektur wird dafür erweitert. Cisco integriert KI-Agenten in seine Identity- und Access-Management-Ansätze. Über Cisco Duo IAM werden Agenten registriert und eindeutig identifiziert. Cisco Identity Intelligence erkennt zusätzlich nicht-menschliche Identitäten und macht deren Nutzung sichtbar.

Zugriffe erfolgen nur noch zeitlich begrenzt und kontextbezogen. Der Datenverkehr wird über ein MCP Gateway geführt. Dadurch lassen sich Interaktionen mit Tools und Datenflüsse nachvollziehen und kontrollieren.

AI Defense: Explorer Edition

Für die Absicherung vor dem produktiven Einsatz stellt Cisco die AI Defense: Explorer Edition bereit. Die Lösung dient als Testumgebung für KI-Modelle und agentenbasierte Anwendungen. Unternehmen können damit simulierte Angriffsszenarien durchführen und Schwachstellen identifizieren.

Zum Einsatz kommen unter anderem dynamisches Red-Teaming sowie Tests gegen Prompt Injection und Jailbreak-Angriffe. Die Plattform bewertet Risiken und erstellt Berichte, die sich auch für Compliance-Zwecke nutzen lassen. Über Schnittstellen lässt sich die Lösung in Entwicklungs- und CI/CD-Prozesse integrieren.

Neue Werkzeuge für Entwicklung und Bewertung

Ergänzend führt Cisco mit dem Agent Runtime SDK ein Werkzeug ein, das Sicherheitsrichtlinien direkt in die Laufzeit von KI-Agenten integriert. Unterstützt werden gängige Frameworks wie AWS Bedrock AgentCore, Google Vertex AI, Azure AI Foundry und LangChain.

Mit dem LLM Security Leaderboard stellt Cisco zudem ein Bewertungssystem für KI-Modelle vor. Es analysiert die Widerstandsfähigkeit gegenüber Angriffen und liefert eine Grundlage für die Einschätzung von Modellrisiken.

Das Framework DefenseClaw ergänzt diese Ansätze um automatisierte Sicherheitsprüfungen. Es kombiniert verschiedene Komponenten zur Analyse von Agenten, zur Inventarisierung von Ressourcen und zur Prüfung von Workloads in isolierten Umgebungen. Dazu zählen unter anderem Skills Scanner, MCP Scanner, AI BoM und CodeGuard. DefenseClaw wird zudem in Nvidia OpenShell integriert und unterstützt Sicherheitsprüfungen auf Laufzeitebene.

Automatisierung im SOC

Auch im Betrieb erweitert Cisco die Automatisierung. Die Plattform Splunk erhält neue Funktionen für Security Operations Center. Dazu zählen Exposure Analytics zur kontinuierlichen Analyse von Assets und Identitäten, das Detection Studio für den gesamten Lebenszyklus von Erkennungsregeln sowie Federated Search für die Analyse verteilter Datenquellen.

Zusätzlich setzt Cisco auf spezialisierte KI-Agenten im SOC. Dazu gehören unter anderem Detection Builder Agent, Triage Agent, SOP Agent, Malware Threat Reversing Agent, Guided Response Agent und Automation Builder Agent. Diese analysieren Vorfälle, priorisieren Risiken und unterstützen bei der Einleitung von Gegenmaßnahmen. Teile der Prozesse können sie automatisiert übernehmen.

Einige dieser Funktionen sind bereits verfügbar. Weitere sollen schrittweise bis Mitte 2026 folgen.

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Voraussetzung für den Produktivbetrieb

Mit den neuen Lösungen adressiert Cisco ein strukturelles Problem. Klassische Sicherheitsansätze stoßen bei agentischen Systemen an ihre Grenzen. KI-Agenten agieren dynamisch, greifen auf externe Systeme zu und treffen eigenständig Entscheidungen.

Cisco verfolgt daher einen präventiven Ansatz. Agenten werden vor dem Einsatz getestet, abgesichert und kontinuierlich überwacht. Sicherheit wird damit zur Voraussetzung für den Produktivbetrieb. Erst wenn diese Mechanismen greifen, dürfe sich der breite Einsatz von KI-Agenten in Unternehmen durchsetzen.

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