„Wachstumspartnerschaft“ Cema wird Teil der Netgo-Gruppe

Autor Michael Hase

Die Systemhausgruppe Netgo aus Borken übernimmt den Mannheimer Mitbewerber Cema. Dadurch entsteht ein Dienstleister mit 1.150 Mitarbeitern, mehr als 40 Standorten in Deutschland und einem Jahresumsatz von 280 Millionen Euro.

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Thomas Steckenborn (l.), Vorstandsvorsitzender von Cema, und Benedikt Kisner, CEO von Netgo, wollen gemeinsam einen Full Service Provider für den Mittelstand formen.
Thomas Steckenborn (l.), Vorstandsvorsitzender von Cema, und Benedikt Kisner, CEO von Netgo, wollen gemeinsam einen Full Service Provider für den Mittelstand formen.
(Bild: Netgo)

Das Borkener Systemhaus Netgo setzt seinen Wachstumskurs unbeirrt fort. Erst im Januar kaufte das westfälische Unternehmen, an dem die Private-Equity-Gesellschaft Waterland beteiligt ist, den Berliner IT-Dienstleister Arxes-Tolina. Jetzt übernimmt Netgo den Mannheimer Mitbewerber Cema. Offiziell ist von einer „Wachstumspartnerschaft“ die Rede, wie es in der heutigen Mitteilung heißt. De facto verkauft Thomas Steckenborn, Gründer, Vorstandsvorsitzender und bisheriger Mehrheitseigentümer des Unternehmens, im Zuge der Transaktion seine Anteile. Im Gegenzug erwirbt der 57-Jährige eine Rückbeteiligung an Netgo, genauso wie sein Geschäftspartner Rolf Braun, ebenfalls Vorstand bei Cema. Beide bleiben bei dem Systemhaus weiterhin an Bord.

Finanzielle Details nennen die beiden Unternehmen nicht. Die Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen, durch den ein Dienstleister mit rund 1.150 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von etwa 280 Millionen Euro entsteht. Cema erzielte 2020 einen Umsatz von 70,6 Millionen Euro. Das Systemhaus bringt rund 250 Mitarbeiter und elf Standorte in die Gruppe ein.

„Die Partnerschaft mit der Netgo Group und die damit verbundene Einbettung in eine starke Gruppe sichern den langfristigen Erfolg des Unternehmens und eröffnen unseren Partnern und Kunden ein noch breiteres Angebot von Dienstleistungen und noch besseren Service in allen Teilen Deutschlands“, kommentiert Steckenborn die Transaktion. „Meine drei wichtigsten Aufgabenstellungen für die Zukunft konnte ich so auf einmal lösen: Kapital, Nachfolge und den Erhalt der Cema mit allen Funktionen.“

Digitale Geschäftsmodelle

Bislang war Netgo mit 33 Standorten in Deutschland präsent. Ziel der Gruppe ist es, sich als Full-Service-Anbieter für den Mittelstand zu positionieren. „Entscheidend für den Markterfolg ist: alle Themen rund um Business-Innovationen, also die Entwicklung und Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle sowie die erforderliche Prozessautomatisierung aus einer Hand abzudecken“, erläutert Benedikt Kisner, CEO der Netgo Group.

Seit sich Waterland Ende 2019 mehrheitlich an Netgo beteiligt hat, tätigte das Systemhaus sieben Akquisitionen. Zur Gruppe zählen unter anderem der Cloud-Anbieter ComNet, das Software- und Beratungshaus Mehrwerk, die Netzwerk- und Telekommunikationsspezialisten Commehr und Workbees sowie der Dienstleister CSM MeinSystemhaus. Der Business-Plan von Netgo sieht vor, dass der Umsatz des Unternehmens bis 2025 jedes Jahr um einen zweistelligen Prozentsatz wächst – auf dann 700 Millionen Euro.

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