Die Dienstleistungsgruppe Connexta übernimmt das Oldenburger Systemhaus Brinova. Das neue Gruppenmitglied soll künftig gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen Basys aus Bremen eine starke Achse in der Metropolregion Nordwest bilden.
In der neuen Konstellation wird die Brinova-Geschäftsführung, die bisher Marcus Kröger (linkes Bild l.) und Martin Hammer bilden, um die beiden Basys-Geschäftsführer Olaf Brandt (rechtes Bild l.) und Mike Wagner erweitert.
(Bild: Brinova / Basys)
Erst vor gut einem Jahr formiert, deckt die IT-Services-Gruppe Connexta mit neun Standorten schon weite Teile des Bundesgebiets ab. Ein Schwerpunkt liegt dabei im Südosten. Jetzt stärkt das Startup durch die Übernahme des Systemhauses Brinova aus Oldenburg seine Präsenz im Nordwesten. Jens Stief, seit Juni erster CEO der Gruppe, vermeldet damit die erste Akquisition in seiner neuen Rolle.
Als Teil von Connexta wird Brinova künftig eng mit dem Schwesterunternehmen Basys aus Bremen zusammenarbeiten. Die Systemhäuser sollen gemeinsam eine starke Achse in der Region zwischen Hamburg und der Grenze zu den Niederlanden bilden. Von der neuen Konstellation versprechen sich Marcus Kröger und Martin Hammer, Geschäftsführer bei Brinova, einen schnelleren Ausbau des Geschäfts. „Wir haben uns wegen der vielversprechenden Zukunftsaussichten und der positiven Unternehmerkultur für einen Beitritt zu Connexta entschieden.“
Jens Stief, CEO bei Connexta, entwickelt die Gruppe zu einem Verbund von IT-Experten.
(Bild: Andreas J. Focke / Jens Stief)
Brinova beschäftigt knapp 30 Leute. Zusammen mit Basys kommt Connexta nun auf 100 Mitarbeiter im Nordwesten. Um die Integration voranzutreiben, treten die Basys-Geschäftsführer Olaf Brandt und Mike Wagner neben Kröger und Hammer in die Geschäftsführung von Brinova ein. Zu Connexta gehören außerdem die Systemhäuser ID.kom aus Kempten, Neam aus Paderborn und das Münchner Beratungshaus If-Tech mit den Tochterunternehmen Newcotec aus Ansbach und Anduras aus Passau. Insgesamt beschäftigt die Gruppe derzeit etwa 350 Mitarbeiter.
Schwerpunkt Hochverfügbarkeit
Fachlich deckt Brinova ein breites Spektrum ab, zu dem Technologiefelder wie Server, Storage, Backup, Clients, Virtual Desktop Infrastructure (VDI), Networking, Security und Telefonie gehören. Das Spezialgebiet des Unternehmens, das 2011 gegründet wurde, sind hochverfügbare IT-Infrastrukturen. Zu den Anbietern, deren Technologien das Systemhaus vertreibt und implementiert, zählen unter anderem Citrix, Dell, Fujitsu, HP, HPE, Igel, Lancom, Microsoft, Sophos und VMware. Mit dem Anschluss an Connexta verbinden Kröger und Hammer das Ziel, „unser Leistungsportfolio für unsere Kunden im Bereich Hybrid Cloud und Security zu vervollständigen“.
Die Entstehung von Brinova verdankt sich einer der wenigen gescheiterten Akquisitionen von Bechtle. Nachdem die schwäbische Gruppe 2010 das Oldenburger Systemhaus Intelligent IT Solutions (IITS) gekauft hatte, verabschiedeten sich einige Monate später sieben unzufriedene Mitarbeiter, darunter Kröger und Hammer, um ihr eigenes Unternehmen zu gründen.
Aufeinander zubewegt
Der Impuls zum Anschluss an die Gruppe entstand im Austausch mit dem bisherigen regionalen Mitbewerber Basys, wie Connexta-CEO Stief berichtet. Nach seinen Worten haben sich die beiden Unternehmen aufeinander zubewegt und sind schließlich übereingekommen, dass es Sinn ergeben würde, die Kräfte zu bündeln und eine Allianz im Nordwesten zu bilden. „Dadurch können sie die Kunden künftig breiter und umfänglicher bedienen.“
Basys agiert bereits seit 1988 am Markt. Schwerpunkte des Bremer Systemhauses liegen auf Cloud, Modern Workplace, Datacenter und Cybersecurity. Das Unternehmen wurde im November 2020 von der Beteiligungsgesellschaft Aurelius Wachstumskapital gekauft, die hinter Connexta steht und mit der neuen IT-Services-Marke im Juni 2021 an den Start ging. „Die Mitarbeiter beider Systemhäuser ergänzen sich mit ihren Kompetenzen und im Hinblick auf die Hersteller, die sie abdecken, und passen kulturell gut zueinander“, sagt Wagner. Der frühere Allgeier-Manager verstärkt seit dem vergangenen Monat die Geschäftsführung von Basys. Nach seiner Überzeugung erhöhen die Unternehmen durch die Allianz ihre Attraktivität für Kunden und Fachkräfte in der Region.
Weitere Expansion
Dem Kauf von Brinova sollen laut Auskunft von Stief weitere Akquisitionen folgen. Einige Gespräche sind demnach schon relativ weit fortgeschritten. Zudem halten der CEO und sein Team weiter Ausschau nach geeigneten Kandidaten, durch deren Übernahme die Gruppe sowohl ihre geografische Abdeckung vergrößern als auch ihr Leistungsspektrum erweitern kann. Als Dienstleister für den Mittelstand versteht sich Connexta zugleich als Verbund von Experten.
Stand: 08.12.2025
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„Wir suchen IT-Unternehmer, die ihre Geschäft ausbauen und die sich dabei auf ihre Spezialgebiete fokussieren, aber nicht mehr alle Themen in der Breite abdecken wollen“, erläutert Stief. „Breit aufgestellt sind wir als Gruppe.“ Dem IT-Profi zufolge können kleine bis mittelgroße Systemhäuser heute nicht mehr alle Anforderungen ihrer Kunden aus eigener Kraft bedienen, weil das IT-Geschäft inzwischen zu umfangreich und komplex geworden ist. In einem Verbund biete sich ihnen die Möglichkeit, auf spezifische Kompetenzen anderer Mitglieder zurückzugreifen.
Im Modell von Connexta agiert jeder Dienstleister als Ansprechpartner und Trusted Advisor für die Kunden in seiner Region. Zugleich bedient er sich bei Bedarf aus dem Leistungsportfolio der Gruppe und erhöht damit die Relevanz für seine Klientel. Dabei kommt es Stief bei neuen Mitgliedern vor allem darauf an, dass sie in einem weiteren Horizont unternehmerisch denken. „Wir suchen Leute, die zu uns kommen und den Verbund weiter voranbringen wollen.“