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Barracuda-Umfrage

Backup ja, aber nicht in der Cloud!

| Autor: Heidemarie Schuster

Alle von Barracuda befragten Unternehmen schützen ihre Standorte und Systeme durch Backups.
Alle von Barracuda befragten Unternehmen schützen ihre Standorte und Systeme durch Backups. (Bild: vegefox.com - stock.adobe.com)

Zwar zeigen viele Umfragen, dass die Cloud nun endlich auch in Deutschland angekommen ist, bei einer Barracuda-Umfrage zeigt sich jedoch, dass beim Backup sogar europaweit gerne auf die Cloud verzichtet wird.

Die Cloud scheint bei europäischen Unternehmen, keine adäquate Backup-Lösung zu sein. Die Mehrheit der von Barracuda Networks befragten Unternehmen vertraut immer noch ganz traditionell auf Plattformanbieter wie Microsoft, um ihre Daten zu schützen. Für die Studie wurden 432 IT-Experten, Geschäftsführer und Backup-Administratoren befragt. Ziel war es, die Einstellung der EMEA-Organisationen zu Backup und Wiederherstellung zu untersuchen.

Lieber mehrere Standorte

IT-Teams haben in puncto Daten-Backup viel zu tun. Nicht nur die Menge an Daten, sondern auch die bevorzugt verteilten Umgebungen sind eine Herausforderung: 58 Prozent geben in der Umfrage an, Daten zwischen einem und fünf Standorten zu sichern. Immerhin 8 Prozent sagen, dass sie mehr als 26 Websites sichern müssten. Wegen dieser Komplexität und des Datenvolumens, das von Backup-Administratoren verwaltet werden muss, entscheiden sich die meisten Organisationen bei der Suche nach einem Backup-Anbieter für eine Multi-Site-Unterstützung, so Barracuda.

Durch Backups geschützt werden müssen in Unternehmen eine breite Palette an Systemen und Software. Die beliebtesten Datentypen in EMEA-Organisationen sind laut der Umfrage:

  • Datenbanken (94 Prozent)
  • E-Mail (76 Prozent)
  • Proprietäre Anwendungsdaten (66 Prozent)

Auf der Infrastrukturseite nannten die Befragten eine Vielzahl von Systemen:

  • Windows Server (95 Prozent)
  • File Server (75 Prozent)
  • VMware (58 Prozent)
  • Linux Server (52 Prozent)
  • Microsoft Hyper-V (39 Prozent)
  • Desktop-/Mobile PC (38 Prozent)

Alle Befragten geben in der Studie an, ihre Standorte und Systeme durch Backups zu schützen. Bei den Backup-Funktionen sortierten die Teilnehmer auf einer Relevanzskala von 1 (gar nicht wichtig) bis 5 (sehr wichtig) die Stabilität der genutzten Produkte und Systeme ganz oben ein (4,52). Gefolgt von der dateibasierten Wiederherstellung (4,39), technischem Support (4,28), der Möglichkeit, alles in der IT-Umgebung – virtuell, physisch, SaaS – zu schützen (4,27) sowie den Kosten (4,14). Schlusslichter der Beliebtheitsskala bildeten Cloud-/Disaster Recovery, Anzahl der verfügbaren Einsatzmöglichkeiten (Purpose-Built Backup Appliance, Software, Virtual Appliance) sowie die Möglichkeiten einer Offsite-Replikation (Cloud-Storage, Site-to-Site/private, AWS, Azure).

Kein Backup in der Cloud

Die Umfrage hält auch eine Überraschung bereit: Obwohl die Cloud grundsätzlich in vielerlei Hinsicht akzeptiert zu sein scheint, setzt die Mehrheit von 64 Prozent der befragten europäischen Organisationen beim Daten-Backup mitnichten auf die Wolke. Zudem hielten es nur 57 Prozent für „wichtig“ oder „sehr wichtig“, Backup-Workloads zwischen Standorten oder in die Cloud replizieren zu können.

Die Frage, ob Pläne bestünden, Anwendungen in die Cloud zu verschieben, beantworteten 51 Prozent der Befragten mit „nein“. Der Rest überlegt noch oder hat es bereits umgesetzt (5 %).

Die Umfrage lässt vermuten, dass ein Cloud-basiertes Backup bei vielen IT-Verantwortlichen immer noch eine Vertrauensfrage ist. Unternehmen, die bereits Backups in die Cloud erstellt haben, zogen dafür private Clouds vor (32 %). Die Vorstellung, dass Public Clouds wie AWS oder Azure und Drittanbieter für Backups irgendwie „weniger sicher sind“, könnte mitunter dazu führen, dass Unternehmen drohenden Datenverlusten stärker ausgesetzt sind, wenn weniger Backups in die Cloud erfolgen.

Bei E-Mails ist alles anders

Während die meisten Unternehmen behaupteten, keine Pläne zur Migration ihrer Anwendungen oder Dateidienste in die Public Cloud zu verfolgen, scheint dies für E-Mails nicht zu gelten. Demnach sagten 59 Prozent, dass sie entweder bereits migriert seien, dies derzeit täten oder dies planten. Dabei scheint Office 365 – nach Angaben von 60 Prozent der Befragten – das bevorzugte E-Mail-Angebot zu sein. Doch es gibt ein Problem: 41 Prozent der Teilnehmer sagten, dass sie keine Lösungen von Drittanbietern für die Sicherung ihrer Office-365-Daten verwenden würden und sich ausschließlich auf den für sie erforderlichen Support von Microsoft verließen.

Tatsächlich bietet Office 365 laut Barracuda keinesfalls die Art von Backup-Support, die die meisten Organisationen benötigen. Für gelöschte E-Mails gibt es nur einen Papierkorb, der sich nach 93 Tagen leert – nicht genug, um die DSGVO-Regulierer bei einem schweren Ausfall zufrieden zu stellen. Die Gesetzgebung verlangt, dass Unternehmen „in der Lage sind, die Verfügbarkeit und den Zugang zu personenbezogenen Daten im Falle eines physischen oder technischen Vorfalls rechtzeitig wiederherzustellen“. Unternehmen müssen ihre Implementierungen mit einer Cloud-to-Cloud-Backup-Lösung von Drittanbietern als dringende Priorität auffassen.

Indem die Mehrheit der europäischen Unternehmen offensichtlich auf eine Kombination verschiedener Backup-Lösungen setzt, häufig über mehrere Standorte hinweg, riskieren sie viel, erklärt Barracuda. Im Krisenfall macht es solch eine Strategie oft schwierig, Dateien zeitnah wiederherzustellen. Dagegen bieten Cloud-integrierte Lösungen einfaches Testen der Disaster-Recovery-Strategie und im Notfall die rasche Rückkehr zum Normalbetrieb.

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