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Storage und Datamanagement

White-Label-Konzept

Axians vereinheitlicht die Hardware im Netzwerk

| Autor: Michael Hase

Mit Standard-Hardware zielt Axians auf eine Vereinfachung der Netzwerkinfrastruktur ab.
Mit Standard-Hardware zielt Axians auf eine Vereinfachung der Netzwerkinfrastruktur ab. (Bild: Axians)

Um die Komplexität im Netzwerk zu reduzieren, setzt Axians bei Kunden jetzt statt spezifischer Geräte erstmals White-Label-Hardware ein. Für das Systemhaus verändert sich dadurch die Aufgabenstellung.

Im Netzwerk wird mehr spezifische Hardware eingesetzt als in den Infrastrukturbereichen Server und Storage. Das scheint sich inzwischen aber zu ändern. Axians Networks & Solutions in Köln, eine Einheit der französischen IT-Dienstleistungsgruppe Axians (siehe „Ergänzendes zum Thema“), geht jetzt daran, die Hardware in größeren Unternehmensnetzen zu vereinheitlichen. In ersten Projekten hat das Systemhaus bei Kunden so genannte White-Label-Komponenten eingeführt, auf denen sich Software verschiedener Hersteller installieren lässt. Statt Switches, Router, Firewalls, Monitoring Probes oder Load Balancer als separate Geräte einzusetzen, werden die jeweiligen Funktionen auf standardisierter Hardware ausgeführt.

Von den Leistungswerten her deckt die White-Label-Hardware die Anforderungen der unterschiedlichen Netzwerk- und Security-Funktionen an Performance, Speicherkapazität und Schnittstellen ab. Die Ausprägung als Switch, Router, Firewall oder Load Balancer erhalten die Komponenten durch die Software. Auf Basis von Netzwerk-Virtualisierung lässt sich die Funktionalität sogar bündeln. „Schon jetzt können wir auf einer einzigen Plattform mehrere verschiedene Netzwerkfunktionen installieren und gleichzeitig betreiben“, berichtet Frank Kammer, Geschäftsführer von Axians Networks & Solutions.

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Zum Unternehmen

Das neue Konzept soll die Betriebskosten im Rechenzentrum verringern, indem es Komplexität reduziert. Denn für die gleichen Funktionen benötigen Unternehmen weniger Hardware, die zudem ein einheitliches Design aufweist. Damit sinkt nicht nur der Wartungsaufwand, sondern es wird auch weniger Energie für Betrieb und Kühlung verbraucht. Darüber hinaus soll sich das Konzept wegen seiner Offenheit einfach erweitern und an neue Anforderungen anpassen lassen. „Die Kostenvorteile für Anwender sind so groß, dass der Trend eindeutig in Richtung standardisierter Hardware gehen wird“, ist Kammer überzeugt.

Breites Service-Spektrum

Im White-Label-Modell verändert sich für Axians ein Stück weit die Aufgabenstellung, wie Kammer erläutert. Fügte das Systemhaus bisher unterschiedliche Netzwerk- und Security-Produkte zu einem Gesamtsystem zusammen, so erstellt es künftig eine Software-Lösung, die auf die spezifischen Anforderungen des Kunden zugeschnitten ist. Dabei erbringt der Netzwerkspezialist ein breites Spektrum an Dienstleistungen, zu denen Beratung, Installation, Konfiguration, Support und bei Bedarf auch der Betrieb gehören.

Frank Kammer, Geschäftsführer bei Axians Networks & Solutions, sieht beträchtlliche Kostenvorteile durch Standard-Hardware.
Frank Kammer, Geschäftsführer bei Axians Networks & Solutions, sieht beträchtlliche Kostenvorteile durch Standard-Hardware. (Bild: Axians)

Auch auf mehrmalige Nachfrage wollte Axians jedoch weder den Namen des Hardware-Partners nennen, der die Komponenten liefert, noch die Namen der Netzwerk-Anbieter, deren Software darauf installiert wird. Das Systemhaus hat sich allerdings als Partner von Cisco einen Namen gemacht und vertreibt darüber hinaus die Produkte von Herstellern wie F5, HPE, Juniper und Riverbed. Über kurz oder lang dürften diese Anbieter wohl alle für das White-Label-Modell in Frage kommen, wenn die Prognose von Axians stimmen sollte. Denn die Kölner Experten erwarten, dass in Zukunft nur noch wenige Hersteller überhaupt Hardware produzieren werden. Stattdessen würden sich die meisten Netzwerkanbieter auf die Weiterentwicklung ihrer Software konzentrieren.

Paradigmenwechsel

In diese Richtung geht tatsächlich der Trend in der Netzwerktechnik, wo sich unter den Schlagworten Software-defined Networking (SDN) und Network Function Virtualization (NFV) seit einigen Jahren ein Paradigmenwechsel vollzieht. Bei SDN wird die Steuerungsebene (Control Plane) der Netzwerkkomponenten logisch von der Transportebene (Data Plane) getrennt und in einem zentralen Controller zusammengeführt. NFV treibt die Abstraktion noch weiter, indem ganze Netzwerkfunktionen virtualisiert werden. Beide Konzepte erlauben es, preisgünstige Standard-Hardware einzusetzen. Letztlich wurden sie entwickelt, um die zunehmende Komplexität in stetig wachsenden Netzwerken in den Griff zu bekommen. Zu den Vorreitern von SDN zählen aus gutem Grund die Hyperscaler AWS und Google, die seit Jahren ihre eigenen Komponenten bauen.

Die Bewältigung von Komplexität ist auch das Hauptmotiv der Kunden, die sich bislang mit dem White-Label-Modell von Axians befasst haben. „Vor allem Carrier und Unternehmen mit umfangreichen Netzwerken suchen nach neuen Wegen, ihre Betriebskosten zu reduzieren“, beobachtet Geschäftsführer Kammer. Bei den ersten Kunden, die sich für den Einsatz der Standard-Hardware entschieden haben, handelt es sich um große Netzbetreiber und Konzerne. Gleichwohl eröffnet das Modell nach Einschätzung des Managers auch für kleinere Unternehmen – beispielsweise für Mittelständler – die Möglichkeit, ihre Netzwerkkosten zu senken. Deshalb werde Axians „das White-Label-Modell zeitnah auch in anderen Kundensegmenten anbieten“, kündigt Kammer an.

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