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Studie der TU Darmstadt

Akzeptanz von Robotern steigt in der Coronapandemie

| Autor: Ann-Marie Struck

Die Coronapandemie lässt den Einsatz von Pflegerobotern in einem neuen Licht erscheinen.
Die Coronapandemie lässt den Einsatz von Pflegerobotern in einem neuen Licht erscheinen. (Bild: M.Doerr & M.Frommherz - stock.adobe.com)

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Während der Coronakrise wird versucht, das Infektionsrisiko zu minimieren. Dies geht durch weniger zwischenmenschliche Kontakte. Ein Helfer in der Not könnten Roboter sein. Zwei Studien der TU Darmstadt zeigen, dass nicht nur die Unterstützung durch Roboter allmählich begrüßt, sondern auch die Zusammenarbeit mit ihnen in Teams als effizient eingeschätzt wird.

Ein Roboter, der die Erde aufräumt. Dieses Bild gibt es nicht nur in dem computeranimierten Kinofilm Wall.E, sondern auch in unzähligen Science-Fiction-Filmen, die das Motiv des Roboters als Krisenhelfer aufgreifen. Ein Wunschgedanke? Laut zweier Studien der TU Darmstadt ist die Akzeptanz von Robotern in der Zeit der Coronakrise gestiegen. Die Studien haben den Einsatz von Robotern im Kundenkontakt und in Teams in Unternehmen seit Ausbruch des Coronavirus untersucht.

Demnach sehen 75 Prozent der Befragten deutliche Vorteile von Service-Robotern. Durch ihren Einsatz lässt sich nicht nur das Infektionsrisiko durch eine zwischenmenschliche Beziehung vermeiden, sondern sie sollen auch dem Fachkräftemangel und damit der Überlastung der Arbeitswelt vorbeugen. Obwohl die Mehrheit der Befragten grundsätzlich eine menschliche Interaktion bevorzugt, können sich 76 Prozent den Einsatz von Robotern bei der Bezahlung vorstellen. Weitere 74 Prozent im Bereich Auskunft und sogar 76 Prozent bei der Bereitstellung von Schutzmaßnahmen wie Gesichtsmasken. Weitere Einsatzmöglichkeiten sehen die Befragten beim Reinigen und Desinfizieren der Ladenflächen, beim Auffüllen der Regale, bei der Warenannahme oder im Bereich Sicherheit. Im Ländervergleich fühlen sich die Befragten in den USA wohler im Umgang mit Robotern als in Deutschland.

Bei der Frage, wann diese Szenarien Realität werden könnten, sind sich die Umfrageteilnehmer weitestgehend einig und schätzen auf acht Jahre. Das ist deutlich schneller als vor der Pandemie angenommen.

„In der aktuellen Situation können wir sehen, dass wir Roboter früher brauchen als wir bisher erwartet haben. Es ist zu vermuten, dass die aktuelle Situation noch einige Zeit anhalten und es auch in Zukunft zu Situationen kommen wird, in denen die bisher gewohnten Abläufe eingeschränkt werden. Um dafür gewappnet zu sein, sollten wir jetzt weiter forschen und den Einsatz von Robotern vorantreiben“, so Professorin Ruth Stock-Homburg vom Fachgebiet Marketing und Personalmanagement.

Roboter in Unternehmen

Auch die Rolle von Robotern als Team-Mitglied in Unternehmen wurde untersucht. Rund 52 Prozent sprechen sich generell für eine Unterstützung durch Roboter in Unternehmen aus und wünschen sich in der aktuellen Situation sogar einen vermehrten Einsatz. Beim Kunden- und Besucherkontakt und der Bereitstellung von Sicherheitsanweisungen und Produkten war die Akzeptanz mit jeweils rund 60 Prozent hoch. Die Gründe hierfür sind ebenfalls das reduzierte Risiko einer Ansteckung und die Entlastung der menschlichen Arbeitskraft. Als potenzielle Einsatzgebiete können sich die Befragten außerdem strukturierte Aufgaben wie die Bereitstellung von Information, die Ausstellung von Dokumenten oder die Moderation von Sitzungen vorstellen.

Außerdem wurde danach gefragt, für wie realistisch man den Einsatz von Robotern in unterschiedlichen Rollen hält, wie Roboter in diesen Rollen wahrgenommen würden und welche Charakteristika besonders wünschenswert sind. Das Resultat: 64 Prozent halten einen Roboter als Team-Assistenten und 53 Prozent als Wissensexperten für realistisch. 49 Prozent der Befragten können sich einen Roboter als Koordinator und 42 Prozent als Projektleiter vorstellen. Die Befragten glauben außerdem, dass der Ausbruch der Pandemie diese Szenarien noch wahrscheinlicher macht.

Nichtsdestotrotz bleibt die Sorge um soziale Aspekte, die durch die Zusammenarbeit mit Maschinen verloren gehen würde. „Die Studie zeigt, dass Roboter vielfältige Rollen in Unternehmen einnehmen können. Roboter ist dabei aber nicht gleich Roboter, ganz entscheidend ist zum Beispiel die Menschenähnlichkeit“, erläutert Franziska Wolf, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften.

Über die Studie

Die Fachbereiche Marketing und Personalmanagement sowie Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der TU Darmstadt erforschen die Rolle von Robotern im Berufsleben und welche Faktoren für einen Zusammenarbeit von Mensch und Maschine wesentlich sind. Für die Studien wurden von Anfang April 2020 bis Ende Mai 2020 mehrere Online-Studien anhand des androiden Roboters Elenoide sowie des humanoiden Roboters Pepper mit rund 250 Befragten in Deutschland und weiteren 475 in den USA durchgeführt.

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