Neuaufstellung Acer startet zweigeteilt in eine neue Ära

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Acer reagiert auf den harten Wettbewerb und verkauft nun auch im Discounter. Die Partner bleiben allerdings gelassen, denn ihr Umsatz stimmt. Zudem startet Acer eine ausgeklügelte Multi-Channel-Strategie.

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In Hamburg versammelten sich zahlreiche Acer-Partner auf dem "Acer Kick-off 2007".
In Hamburg versammelten sich zahlreiche Acer-Partner auf dem "Acer Kick-off 2007".
( Archiv: Vogel Business Media )

Auf der Partnerveranstaltung „Acer Kick-off“ in Hamburg präsentierte sich der Hersteller mit neuem Deutschland-Chef, neuer Aufstellung und guten Zahlen. Oliver Ahrens wird künftig als Product Business Director EMEA in das europäische Acer-Management wechseln und dort die Geschäftsentwicklung im Display-Segment verantworten. Stefan Engel, bisher zuständig für Nord-, Zentral- und Osteuropa, wird als Country Manager in Zukunft zusätzlich das deutsche Geschäft managen. Engel setzt auf Kontinuität. Befragt nach Veränderungen im Managementstil verglich er sich mit Ahrens: „Wir haben beide wenig Haare auf dem Kopf, allerdings stammt Oliver aus Helgoland und ich aus Rheinhessen“. Wilfried Thom bleibt weiterhin Geschäftsführer für den Bereich Mobile Computing.

Spartenbildung pusht Umsatz

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Nachdem sich das Unternehmen Ende 2006 in eine Commercial- und eine Consumer-Unit aufgeteilt hatte, sind nun erste Produkte nach dieser Philosophie in der Pipeline. Im zweiten Quartal kommen sie auf den Markt. In der eigenständig agierenden Consumer-Einheit geht Acer neue Vertriebswege, um Abhängigkeiten zu reduzieren. Bisher wurde Acer bereits über Real, Metro, Plus und Penny verkauft.

Für den Fachhandel habe dieser Absatzweg inzwischen jedoch „das Grauen verloren“, ist man bei Acer überzeugt. Preistreiber sei vielmehr der Online-Handel. Acer begegnet diesen Rahmenbedingungen des Marktes mit einer wohl überlegten Multi-Channel-Strategie. Zunächst einmal komme man den spezifischen Anforderungen der einzelnen Absatzwege mit einer Reihe von Partnerprogrammen entgegen. Große Reseller und Systemhäuser kommen im „Executive Partner“-Programm unter. Fachhändler und VARs mit Mittelstandsausrichtung werden zu „Acer Active“-Partnern, Online-Händler finden im „Acer Online Partner“-Programm ein Zuhause und Reseller mit Ladengeschäft werden zum Acer Point. Wenn Aktionen mit Discountern anberaumt werden, versucht Acer zudem den „regulären Partnern“ in Form von ähnlichen Konfigurationen Angebote zu ermöglichen, die preislich mithalten können, aber auch nicht 100-prozentig vergleichbar sind. Das ist dann Aufgabe der Commercial-Unit, die bestrebt ist, passende Geräte mit vernünftigen Margen für Fachhandelspartner zu liefern. Eine Strategie, die bisher offenbar aufgeht: Der Gesamtumsatz im Jahr 2006 betrug 11,31 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung um 15,9 Prozent im Vergleich zum Jahresumsatz 2005.

Zeichen auf Wachstumskurs

Stefan Engel schwor seine Fachhändler und Systemhäuser beim Kick-off auf weitere Verkaufssteigerung ein. Nachdem 1999 flächendeckend wegen des Millennium-Hypes neue Hardware angeschafft wurde, rechnet Engel bei einem Umstellungszyklus von vier Jahren mit erheblichen Wachstumsraten. Die zweite Generation der Millennium-Rechner rolle demnach an. Die solide konjunkturelle Entwicklung schlägt zeitgleich in dieselbe Kerbe. Auch Microsoft werde seiner Einschätzung nach den Markt anheizen. Die hohen Hardwareanforderungen von Windows Vista werden nach Engels Prognose dazu führen, dass die Durchschnittspreise nach Jahren des Abwärtstrends wieder etwas steigen, oder zumindest nicht weiter sinken. Auch künftig werden Notebooks, PCs und Monitore das Fundament des Acer-Portfolios bilden, allerdings werde man PDAs, Projektoren und Server „nicht vergessen“ und auch der TV- und Unterhaltungselektronikbereich sei ein „heißes Betätigungsfeld“.

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