Ameria Maverick AI 3D-Notebook ohne Keyboard

Von Klaus Länger 3 min Lesedauer

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Die Heidelberger Firma Ameria will mit Maverick AI das Notebook revolutionieren. Das derzeit noch in der Entwicklung befindliche Gerät kombiniert ein 3D-Display, einen Touchscreen statt Keyboard, eine 3D-Gestensteuerung mit Kameras und KI-Funktionen.

Bisher existiert der Maverick Ai von Ameria erst als Mockup und in Form von Prototypen. Ende des Jahres sollen aber die ersten Testgeräte an ausgewählte Kunden gehen.(Bild:  Eugen Shkolnikov)
Bisher existiert der Maverick Ai von Ameria erst als Mockup und in Form von Prototypen. Ende des Jahres sollen aber die ersten Testgeräte an ausgewählte Kunden gehen.
(Bild: Eugen Shkolnikov)

Ameria hat Großes vor. Das Heidelberger Unternehmen, das bisher Digital-Signage-Lösungen mit berührungsloser 3D-Steuerung anbietet, will mit den Maverick AI eine neue Art von KI-Notebook mit Windows-Betriebssystem auf den Markt bringen, das sich in Bedienung und Funktionen fundamental von bisherigen Mobilrechnern unterscheidet. Derzeit ist das Gerät noch in der Entwicklung. Ameria hat zunächst Prototypen und ein Mockup präsentiert, die einen Eindruck geben, wie das KI- und 3D-Notebook aussehen soll.

3D-Display und Touchfree-Steuerung

Auf den ersten Blick unterscheidet das Maverick AI kaum von einem herkömmlichen 17-Zoll-Notebook der Oberklasse. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass in dem Metallgehäuses statt eines Keyboards ein Touchscreen sitzt. Abhängig von der jeweiligen Anwendung erfüllt er verschiedene Funktionen: als virtuelles Keyboard für Office, als Klaviatur oder Mischpult für Musiksoftware oder als sekundärer Bildschirm, den Ameria als „Virtual Board“ bezeichnet.

Ein Touchpad gibt es bei Maverick AI ebenfalls nicht. Dafür erfassen mehrere kleine Kameras rund um das Hauptdisplay die Hand des Nutzers im 3D-Raum vor dem Gerät. Bei herkömmlichen Anwendungen kann sie auf dem Tisch quasi eine unsichtbare Maus oder ein virtuelles Touchpad unterhalb des Touchscreens steuern. Zudem soll auch eine Art virtuelles Grafiktablett auf der Tischoberfläche nutzbar sein, wenn der Nutzer einen Stift hält. Weitere Steuerungsmöglichkeiten ergeben sich, wenn das autostereoskopische Hauptdisplay in den 3D-Modus geschaltet wird. Denn, ähnlich wie die Spaciallabs-Monitore von Acer, kann das Display im Maverick AI scheinbar im Raum schwebende Bilder darstellen, die ohne 3D-Brille sichtbar sind. Und mit der 3D-Steuerung über die Kameras können virtuelle Objekte mit der Hand gedreht oder skaliert werden.

Anwendungsbereiche sind etwa CAD oder Architektur, die Erstellung von 3D-Content, in der Medizin oder auch der Retail-Sektor. Kunden könnten so beispielsweise im Laden Waren in einer 3D-Ansicht betrachten und anpassen, wie etwa Sneakers mit individuellem Design.

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Das „Virtual Board“ sowie eine Spracherkennung sollen an Bord des Notebooks sein. Dabei entwickelt Ameria die Spracherkennung nicht selbst, sondern nutzt die Software, die unter Windows verfügbar ist.

Für das Gerät nutzt der Hersteller überwiegend Standard-Hardware für Notebooks. Was konkret zum Einsatz kommen wird, verrät Ameria noch nicht. Dass es ein Prozessor mit KI-Einheit oder ein zusätzlicher KI-Chip sein werden, ist aber sicher. Selbst entwickelt sind laut Hersteller die kleinen Kameras mit Tiefensensor für die 3D-Positionserkennung und natürlich viel Software dafür und für das Virtual Board. Johannes Tröger, SVP Strategy & Business Development, führt aus, das Unternehmen habe insgesamt 25 Patente im Zusammenhang mit Maverick AI angemeldet.

Weitere Schritte für Maverick AI

Bis Ende dieses Jahres sollen hundert Testgeräte an ausgewählte Kunden gehen, so Tröger. Und Ende 2025 will Ameria das serienreife Maverick AI bei einem Lohnfertiger in Asien produzieren lassen. Hier setzt sich der Hersteller ambitionierte Ziele: Etwa 50.000 bis 60.000 Stück sollen pro Quartal produziert werden. Der Verkauf soll zunächst in Flagship-Stores bekannter Retail-Marken stattfinden, später auch über den IT-Channel.

Ameria wurde 2018 von dem Heidelberger Unternehmer Albrecht Metter gegründet, der seitdem als CEO agiert. Die Firma beschäftigt etwa 100 Mitarbeiter und soll zu den weltweit führenden Anbietern für die berührungslose Interaktion mit Bildschirmen und integrierte Gestensteuerung gehören.

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