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Workshop-Marathon mit AWS, Azure und Google 3 x 3 ist neu: NetApp und die Hyperscaler

Autor: Wilfried Platten

Manchmal fragt man sich: „Wieso ist noch keiner darauf gekommen?“ NetApp jedenfalls hatte so eine zündende Idee, die in nächster Zukunft sicherlich Nachahmer finden wird: Sämtliche Platinum-Partner wurden zu einem dreitägigen Konklave mit den drei wichtigsten Hyperscalern geladen – und alle (!) kamen.

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Zu den bislang drei Hyperscaler-Kooperationen werden bald weitere dazukommen.
Zu den bislang drei Hyperscaler-Kooperationen werden bald weitere dazukommen.
(Bild: © viperagp - stock.adobe.com)

Für jeden der drei Cloud-Anbieter wurde für die rund fünfzig NetApp-Partner ein voller Tag reserviert. Am ersten Tag durften sie im Münchner Osten mit AWS auf Tuchfühlung gehen, am zweiten war Microsoft mit Azure am Zug und den dritten Tag verbrachten sie in der Google Cloud am Münchner Hauptbahnhof. „Die meisten Partner haben sämtliche drei Tage genutzt, um sich umfassend zu informieren“, erklärt Channel-Chef Maik Höhne den Hintergrund.

Multi-Cloud-Management

Aus strategischer Sicht zielt NetApp schon seit einiger Zeit auf den Management-Layer von Multi-Cloud-Umgebungen. Im Gegensatz zu dem einzig ernsthaften Konkurrenten VMware aber eher heimlich, still und leise. „Wer diesen Datenmanagement-Layer anbietet, der bietet riesige Mehrwerte. Wer sich darauf einlässt, ist natürlich auch mangels Alternativen ein Stück weit darauf angewiesen“, so Cloud-Director Peter Wüst. VMware sieht er erstaunlicherweise nicht als Wettbewerber: „Die kürzlich veröffentliche VMware-Strategie erinnert mich sehr stark an das, was NetApp jetzt schon hat und von den Kunden bereits eingesetzt wird, beispielsweise Kubernetes as a Service.“ Maik Höhne vertieft den Aspekt der Offenheit: „Mit dem Konzept der Data Fabric bieten wir einen durchgängigen Datenfluss, zwingen die Kunden aber nicht in ein Silo. Wir lassen ihnen sämtliche Freiheiten von der verwendeten Hardware bis hin zur Wahl des Hyperscalers.“ Letztlich steckt hinter dem Schlagwort Data Fabric das NetApp-eigene Betriebssystem Ontap, das unabhängig von der Hardware auch als Cloud-Service verfügbar ist und so die Verbindungen in Multi- und Hybrid-Cloud-Umgebungen erleichtert. Peter Wüst sieht NetApp in diesem Punkt allein auf weiter Flur: „Schnittstellen zu allen führenden Hyperscale-Clouds, damit größtmögliche Flexibilität – das sind heutzutage echte Argumente für die Kunden, und die liefert in dieser Form nur NetApp.“

Drei plus

Zu den drei besagten Cloud Providern könnten demnächst weitere dazu kommen: „Für den Weltmarkt ist Alibaba sehr wichtig, und wir sprechen gerade miteinander, sind aber noch nicht soweit wie mit den drei anderen“, so Wüst. Und für Maik Höhne gibt es noch einen fünften Hyperscaler: „Das sind unsere Hybrid Cloud Infrastuctures CI-Lösungen in den Rechenzentren unserer Kunden. Sozusagen die Cloud On-Premises zur nahtlosen Integration von Cloud-Services.“

Nachdem NetApp jahrelang mehr oder minder erfolgreich versucht hat, sich als Software-Company zu positionieren, schwärmt Maik Höhne von der eigenen Hardware: „Die schönste Verpackung für Ontap sind immer noch unsere NAS-Systeme. Und die werden auch nicht verschwinden, da sind wir uns mit den Hyperscalern einig. Niemand möchte kritische Infrastruktur in der Cloud sehen.“

Cloud First

Für ausgewählte Partner, die in der Cloud unterwegs sind und sich auf eine bestimmte Umsatzgröße festlegen, gibt es ein Cloud-First-Partnerprogramm. „Die Beratungs-Dienstleistungen spielen in diesem Umfeld eine immer wichtigere Rolle. Deshalb werden wir unser Programm in Sachen Provisionierung entsprechend anpassen. Und Partner, die NetApp-Lösungen von einem Hyperscaler verkaufen, brauchen mit diesem einen eigenen Partnervertrag als Voraussetzung. Dafür erhält er sowohl eine Marge von dem Provider als auch von uns. Deshalb haben wir die Partner und die großen Drei an den drei Tagen so eng zusammengebracht. Letztlich geht es darum, ein langfristig tragfähiges Ökosystem zu schaffen“, so Höhne.

SAP-Spezialitäten

Neben den Hyperscalern rückt auch das Thema SAP stärker in den Fokus. So baut aktuell der NetApp-Distributor TIM Kompetenzen für SAP auf, mit eigenen Hana-Consultants zur Unterstützung mittelständischer Partner. „Viele Firmen stehen vor der Frage, wie nahe SAP an der eigenen Wertschöpfungskette ist. Daraus und aus der Expertise der eigenen IT-Abteilung leitet sich die Entscheidung ab, es selbst zu machen oder doch lieber als Service einzukaufen“, so Peter Wüst. „Für Partner eröffnen sich hier neue Chancen auf Managed-Service-Geschäft, wie es aktuell exemplarisch All for One vormacht.“

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Über den Autor

 Wilfried Platten

Wilfried Platten

Chefredakteur, IT-BUSINESS