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Western Digital Openflex Data 24 und ePMR-Festplatten Zweigleisig im Datacenter unterwegs

Autor: Klaus Länger

Western Digital bringt mit Openflex Data 24 eine zweite NVMe-oF-Plattform mit SSDs für Rechenzentren. Gleichzeitig arbeitet der Hersteller weiter an Datacenter-HDDs mit immer höherer Kapazität durch EAMR-Technologien. Ein erster Schritt ist hier ePMR.

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Openflex Data 24 von Western Digital kann mit bis zu 24 Dual-Port-NVMe-SSDs vom Typ DC SN840 bestückt werden.
Openflex Data 24 von Western Digital kann mit bis zu 24 Dual-Port-NVMe-SSDs vom Typ DC SN840 bestückt werden.
(Bild: Western Digital)

Eine ähnliche Performance wie bei lokalen NVMe-SSDs im Server, soll die Shared-Storage-Plattform Openflex Data 24 liefern. Das 2U-Storage-Gerät kann mit bis zu 24 Dual-Port-NVMe-SSDs vom Typ DC SN840 bestückt werden. Diese neuen NVME-SSDs nutzen 3D-NAND mit 96 Layern und sind mit einem von Western Digital selbst entwickelten NVMe-Controller ausgestattet. Bei einem maximalen Speicherplatz von 15,36 TB pro SSD sind so bis zu 384 TB Gesamtkapazität möglich. Für eine niedrige Latenz sorgen bis zu sechs Rapidflex-­NVMe-oF-Fabric-Adapter mit 100-Gbps-Ethernet-Port. So können bis zu sechs Server ohne zusätzlichen Switch ähnlich wie bei einem traditionellen JBOF bedient werden. Bei der Performance verspricht Western Digital einen kontinuierlichen Lesezugriff mit bis zu 60 GB/s und 12 Millionen IOPS beim Einsatz von sechs Adaptern. Pro SSDs sind bis zu 128 Namespaces möglich. Alternativ ist bei Einsatz eines zusätzlichen Servers mit parallelem Dateisystem auch ein gemeinsamer Datenpool mit globalem Namespace möglich.

Im Openflex Data 24 sieht Western Digital einen weiteren Baustein seiner Open-Composable-Infrastructure-Strategie, mit dem virtuelle Systeme mit einer API aus disaggregierter Hardware zusammengesetzt werden, um eine maximale Skalierbarkeit zu erreichen. Daher unterstützt das Gerät die unter dem Dach des Open Compute Projekts entwickelte Open Composable API, die auch von einer Reihe anderer Hard- und Softwarehesteller unterstützt wird. Zu Letzteren zählen die Orchestrieungslösungen von Liqid, Drive­scale und Linbit. Bisher läuft das Openflex Data 24 laut Manfred Berger, Senior Manager Business Development Platforms EMEAI bei WD, bei einigen ausgewählten Referenzkunden. Für den Channel ist das Gerät ab Oktober verfügbar, da noch an der Software gearbeitet wird. Da Openflex Data24 auch für Kunden aus dem Mittelstand gedacht ist, dürfen die Konfiguration und das Management nicht zu komplex gestaltet sein.

Zoned Namespaces (ZNS) ist eine jüngst verabschiedete Erweiterung des NVMe-Standards, an deren Entwicklung Western Digital maßgeblich beteiligt war. Mit ihr wird ein Zugriffsmodell definiert, das sich an dem für SMR-HDDs anlehnt. Die SSD emuliert hier nicht mehr das Block-Storage-Modell, sondern wird in Zonen aufgeteilt, deren Belegung mit Daten direkt von den Applikationen kontrolliert wird. Vorteile sind weniger Overprovisioning und günstigere SSDs, da weniger DRAM als Cache benötigt wird. Allerdings eignen sich ZNS-SSDs ebenso wie host-managed SMR-Drives nur für bestimmte Anwendungen.

Einstieg in die EAMR-Technologie

Mit ePMR-Technik und Triple State Actuator erreicht Western Digital bei den SMR-HDD Ultrastar DC HC650 eine Kapazität von 20 TB.
Mit ePMR-Technik und Triple State Actuator erreicht Western Digital bei den SMR-HDD Ultrastar DC HC650 eine Kapazität von 20 TB.
(Bild: Western Digital)

Für das kostengünstige Speichern großer, ständig zugänglicher Datenmengen ist immer noch die HDD die erste Wahl. Hier hat Western Digital mit der ePMR-Technik die Speicherdichte noch etwas nach oben geschraubt und erreicht so bei der SMR-Festplatte Ultrastar DC HC650 eine Kapazität von 20 TB. Bei ePMR wird eine Gleichspannung am Schreibkopf der Festplatte genutzt, um durch ein zusätzliches elektromagnetisches Feld für ein konsistenteres Schreibsignal zu sorgen. Dadurch kann die Datendichte bei der Aufzeichnung erhöht werden. Zusätzlich kommt noch ein präziserer Triple-State-Actuator zum Einsatz. Für den Hersteller stellt ePMR den Einstieg in die Herstellung von HDDs mit EAMR-Technologie (energy-assisted magnetic recording) dar. Allerdings erfordert eine weitere Kapazitätssteigerung laut Berger aufwändigere Verfahren wie MAMR (Microwave Assisted Magnetic Recording) oder HAMR (Heat Assisted Magnetic Recording).

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