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Digitalisierung Wie Mensch und KI zusammenarbeiten können

| Redakteur: Simone Käfer

Ein Whitepaper des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. will Unternehmen mit zwölf Kriterien dabei unterstützen, die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Künstlicher Intelligenz (KI) im Sinne der Beschäftigten zu gestalten.

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KI-Systeme können einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen ihrer Arbeit sicher, eigenverantwortlich und selbstbestimmt nachkommen und wettbewerbsfähige Arbeitsplätze gesichert werden.
KI-Systeme können einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen ihrer Arbeit sicher, eigenverantwortlich und selbstbestimmt nachkommen und wettbewerbsfähige Arbeitsplätze gesichert werden.
(Bild: ©Alexander Limbach - stock.adobe.com)

Ob im Homeoffice, in der Produktionshalle oder im Lager – KI-Systeme können einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen ihrer Arbeit sicher, eigenverantwortlich und selbstbestimmt nachkommen und wettbewerbsfähige Arbeitsplätze gesichert werden. So können intelligente Assistenten oder Roboter Beschäftigte von anstrengenden und gefährlichen Aufgaben entlasten oder bei komplexen Entscheidungen unterstützen. Gleichzeitig machen sie eine Neujustierung der Arbeitsteilung zwischen Mensch und Technik notwendig.

„Wir haben Kriterien entwickelt, wie die Mensch-Maschine-Interaktion komplementär gestaltet werden kann“, sagt Norbert Huchler vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. (ISF-München), federführender Autor des Whitepaper und Mitglied der Plattform Lernende Systeme. Denn damit die Beschäftigten von der KI profitieren und Unternehmen das ökonomische Potenzial der Systeme nutzen können, müsse man die Stärken menschlichen Denkens und Handelns mit den Fähigkeiten der Technologie kombinieren, erklärt er. Die Autorinnen und Autoren des Whitepaper haben zwölf Kriterien für eine gute Zusammenarbeit von Mensch und KI definiert und zu vier Clustern zusammengefasst.

Schutz des Einzelnen

Die Systeme müssen sicher sowie diskriminierungsfrei sein. So gilt es bei Industrierobotern sowohl Unfälle und Verletzungen als auch psychische Belastungen – etwa durch monotone Aufgaben – zu vermeiden. Neben dem Arbeits- und Gesundheitsschutz gehe es auch um den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten sowie den Ausschluss von ungerechtfertigter Leistungsmessung, heißt es in dem Whitepaper. KI-basierte Assistenzsysteme für das Büro analysieren zum Beispiel die Dateneingaben und persönlichen Informationen der Beschäftigten, um diese bei organisatorischen Tätigkeiten, Recherchen oder der Terminvorbereitung zu unterstützen. Diese sensiblen Verhaltensdaten dürfen Arbeitgeber nicht für eine individuelle Leistungskontrolle nutzen.

Vertrauenswürdigkeit der KI-Systeme

Intelligente Maschinen und Software müssen kontrollierbar bleiben und ihre Entscheidungen müssen erklärbar sein. In der Zusammenarbeit mit KI seien Menschen oft vor eine für sie nicht nachvollziehbare Komplexität gestellt, schreiben die Autorinnen und Autoren des Whitepaper. Sie raten, dass die KI-Systeme den Beschäftigten Basisinformationen über ihre Funktionsweise, Ziele, Daten und Schlussfolgerungen liefern sollen. Denn wenn Menschen Verantwortung für die Handlungen des Systems übernehmen, müssen sie in der Lage sein, Interaktionen abzubrechen oder auch gegen die Empfehlung des Systems zu entscheiden.

Sinnvolle Arbeitsteilung

„Das Prinzip lautet: Technik und Mensch müssen sich wechselseitig in ihrer Entwicklung fördern“, so Huchler. „Auf allen Tätigkeitsebenen kann KI den Menschen passgenau unterstützen, wenn das System flexibel den individuellen Wissensstand, die Fähigkeiten und Bedürfnisse seines Nutzers berücksichtigt.“

Gute Arbeitsbedingungen

Der Mensch muss in der Zusammenarbeit mit KI-Systemen handlungsfähig bleiben und motivierende Aufgaben übernehmen. Die KI-Systeme dürfen die Handlungsräume der Menschen nicht einengen. Die Autorinnen und Autoren empfehlen darauf zu achten, dass die KI nicht jene Arbeitsinhalte übernehme, die motivierend, qualifizierend und gesundheitsförderlich wirken. Auch darf die Interaktion mit KI-Systemen nicht bereichernde zwischenmenschliche Kommunikation und Kooperation verhindern, sondern soll sie im besten Fall unterstützen.

Das kostenlose Whitepaper „Kriterien für die Mensch-Maschine-Interaktion bei KI. Ansätze für die menschengerechte Gestaltung in der Arbeitswelt“ wurde von der Arbeitsgruppe Arbeit/Qualifikation, Mensch-Maschine-Interaktion der „Plattform Lernende Systeme“ erstellt. Die Plattform wurde 2017 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiiert und vereint Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft aus dem Bereich Künstliche Intelligenz.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Maschinenmarkt.

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