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Wer ist AMD?

| Autor: Klaus Länger

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Die 1996 gegründete US-Firma Advanced Micro Devices (AMD) ist der zweitgrößte Hersteller von x86-Prozessoren und, mit der Übernahme von ATI, auch von diskreten Grafikchips. Seit 2009 übernehmen Dienstleister die eigentliche Halbleiterfertigung. Die eigenen Fabs wurden seinerzeit in das Unternehmen GlobalFoundries ausgegliedert.

Die Geschichte des US-amerikanischen Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD) ist eng mit der von Intel verknüpft. AMD wurde 1969 von einer Gruppe von Ingenieuren gegründet, die zuvor bei Fairchild Semiconductor beschäftigt waren. Auch Intel wurde ein Jahr zuvor von Ex-Fairchild-Leuten aus der Taufe gehoben. Der Intel-Chef Robert Noyce soll einen Teil des Startkapitals von AMD bereitgestellt haben.

President und CEO von AMD wurde der Elekro-Ingenieur Jerry Sanders III, zuvor Marketing-Leiter von Fairchild Semiconductor. Sanders hatte diese Position bis ins Jahr 2002 inne. Nach ersten Lizenzprodukten war 1970 der Logic-Counter Am2501 das erste AMD-Produkt aus eigener Entwicklung. 1971 stieg AMD in die RAM-Herstellung ein. Die ersten AMD-Prozessoren kamen 1975 auf den Markt: Der Intel 8080-Klon Am9080 sowie der ALU-Chip Am2900. 1979 ging AMD an die Börse.

Aufstieg mit x86-Prozessoren

Da IBM von Intel eine zweite Quelle für den im IBM-PC verwendeten Intel 8088 forderte, konnte AMD 1982 diese Rolle als Lizenznehmer für x86-CPUs übernehmen. Intel und AMD hatten bereits 1976 einen Cross-Licensing-Vertrag abgeschlossen, der nun erweitert wurde. Die Kündigung des Vertrags durch Intel im Jahr 1986 führte zu einer Reihe Prozessen, die erst 1996 mit einer außergerichtlichen Einigung abgeschlossen wurde. Mit dieser hatte AMD zwar die Rechte auf die Microcodes aller Intel Prozessoren bis zum 80486, aber nicht mehr für folgende Generationen von x86-Prozessoren. Da dieses Ergebnis schon absehbar, hatte AMD für den Pentium-Konkurrenten K5 bereits ein eigenständiges Design entwickelt. Da der 1996 vorgestellte K5 in der Leistung gegen den Intel Pentium nicht bestehen konnte, übernahm AMD im selben Jahr den Prozessorhersteller Nexgen und formte aus dessen Nx686-CPU den AMD K6, der 1997 auf den Markt kam.

1999 folgte mit dem K6-III der erste PC-Prozessor mit dem integrierten L2-Cache. Zu den erfolgreichsten AMD-Prozessoren gehörte die nachfolgende K7-Baureihe mit dem 1999 vorgestellten Athlon und dessen Varianten Duron und Sempron. Sie nutzten nicht mehr den von Intel eingeführten Sockel 7, sondern ein eigenes Prozessor-Interface und damit auch eigene Chipsätze. Einen noch größeren Marktanteil erzielten der 2003 präsentierte Athlon 64 und dessen Server-Variante Opteron. Sie waren die ersten x86-Prozessoren mit 64-Bit-Befehlssatzerweiterung. Intel hatte mit dem Itanium einen 64-Bit-Prozessor auf den Markt gebracht, der nicht x86-kompatibel war und der sich auf dem Markt nicht durchsetzen konnte. Daher war Intel gezwungen, die 64-Bit-Architektur von AMD zu lizenzieren. Mit dem Athlon 64 x2 folge 2005 die erste Consumer-CPU mit zwei Prozessorkernen auf einem Chip.

Übernahme von ATI und die ersten APUs

2006 übernahm AMD mit ATI den seinerzeit führenden Anbieter von Grafikchips. Inzwischen ist AMD allerdings hinter Nvidia zurückgefallen. 2009 wurden die vorher getrennten Firmenteile für CPUs und GPUs und auch deren Entwicklung vereinigt. Das ebnete auch den Weg zu den ersten APUs (Accelerated Processing Unit) mit Prozessorkernen und Grafikeinheit auf einem Die. Die Idee hinter den APUs war, dass die Grafikeinheit auch andere Aufgaben übernimmt, die sie schneller erledigen kann als die CPU, etwa Fließkommaberechnungen. Allerdings erforderte das entsprechend programmierte Software, die zunächst kaum zur Verfügung stand. Bei der CPU-Leistung war AMD inzwischen hinter die Core-Prozessoren von Intel zurückgefallen. Auch die 2011 eingeführte Bulldozer-Architektur konnte daran nichts ändern.

Die eigene Prozessor-Herstellung mit Fabs in Austin, Texas und in Dresden hatte AMD bereits 2008 aus Kostengründen in eine eigene Firma mit dem Namen GlobalFoundries ausgegliedert, die 2009 komplett durch die Advanced Technology Investment Company (ATIC) erworben wurde. ATIC ist ein Staatsunternehmen des Emirats Abu Dhabi.

2013 kündigte AMD mit dem Projekt „Seattle“ den Bau von Server-Prozessoren auf ARM-Basis an. 2016 brachte die Firma dann mit dem Opteron A1100 die erste Serie von ARM-Prozessor auf den Markt. Allerdings waren die ARM-SoCs mit vier oder acht Cortex-A57-Cores bisher kein kommerzieller Erfolg.

Renaissance mit Zen

Mit der 2017 eingeführten Zen-Architektur kann AMD wieder konkurrenzfähige x86-Prozessoren anbieten und konnte bereits einen höheren Marktanteil erreichen. Im Gegensatz zu Bulldozer-CPUS erreichen Zen-Prozessoren auch eine hohe Leistung bei Single-Threaded-Applikationen. Zen-Prozessoren gibt es unter der Bezeichnung „Ryzen“ für Desktop-PCs und Notebooks, als auch als „Epyc“ für Server. Bei Ryzen hat AMD die ursprünglich aus reinen CPUs bestehende Modellpalette durch APUs mit integrierter Radeon-GPU ergänzt.

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