Studie von YouGov Welche Jobs profitieren von der Digitalisierung?

Autor: Ann-Marie Struck

Das Internet der Dinge, Augmented Reality und Künstliche Intelligenz – das Potenzial der Zukunftstechnologien ist für unterschiedliche Wirtschafts- und Lebensbereiche enorm. Welche Berufe sich am meisten von ihnen versprechen, zeigt eine Studie von YouGov.

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Neue Technologien können helfen, den Büroalltag zu automatisieren.
Neue Technologien können helfen, den Büroalltag zu automatisieren.
(Bild: Blue Planet Studio - stock.adobe.com)

Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz oder das Internet der Dinge sind in aller Munde. Die Einschätzung, wie wichtig Zukunftstechnologien für den Beruf sind, variiert hingegen mit der jeweiligen Arbeitsplatzsituation. So das Ergebnis einer Studie von YouGov im Auftrag von Handelsblatt Research Institute und TeamViewer. Folglich erwarten Beschäftigte in Bürojobs, sogenannte „Desk Workers“, dass Zukunftstechnologien und digitale Trends eine hohe Relevanz für den eigenen Beruf haben werden. Beschäftigte in Jobs abseits des Schreibtisches, wozu Außendienst, Dienstleistungen, Logistik oder Produktion gehören („Deskless Workers“), sind selten dieser Meinung.

Büroarbeiter sehen mehr Vorteile von Technologien

Im Rahmen der Studie wurden 3.160 Desk Workers und 2.000 Deskless Workers aus zehn europäischen Ländern befragt. 71 Prozent der befragten Beschäftigten in Bürojobs glauben, dass digitale Kommunikationstechnologien und Kollaborationssoftware für ihren Beruf relevant werden. Bei den Deskless Workers vertreten nur 45 Prozent diese Meinung.

Ähnlich groß ist der Unterschied bei der Bedeutung von Cybersecurity. 79 Prozent der befragten Desk Workers und nur 52 Prozent der Deskless Workers halten sie künftig für wichtig. In Cloud Computing sehen 58 Prozent der Desk Workers und nur 32 Prozent der Deskless Workers Potenziale für ihren zukünftigen Arbeitsplatz. Eine Relevanz von IoT erwarten 53 Prozent der Büroarbeiter und 38 Prozent der Deskless Workers. In Bezug auf Künstliche Intelligenz herrscht eine ähnliche Unsicherheit bei beiden Teilnehmergruppen. 42 Prozent der Desk Workers halten sie in Zukunft für ihren Job für wichtig. Das sehen nur 25 Prozent der Deskless Workers so.

Arbeitgebern ist Relevanz noch nicht bewusst

Neben Arbeitnehmern aus den unterschiedlichen Arbeitsplatzsituationen, wurden auch rund 3.600 Manager befragt, stellvertretend für die Arbeitgeberseite, aus den beiden Kategorien. Die Befragungen zeigen ein ähnliches Bild hinsichtlich der Wichtigkeit von Zukunftstechnologien für den jeweiligen Arbeitsplatz.

Auch sie erwarten eine höhere Relevanz von Themen wie Cybersecurity (73 Prozent) und Cloud Computing (58 Prozent) für Bürojobs in Querschnittsfunktionen des Unternehmens wie Personalwesen oder Buchhaltung. Für die Tätigkeiten der Deskless Workers in Logistik und Produktion werden diese Technologien wiederum als weniger relevant erachtet. Nur 63 Prozent der befragten Arbeitgeber der Deskless Workers halten Cybersecurity für wichtig und nur 51 Prozent Cloud Computing. Jedoch scheinen die Arbeitgeber ein besseres Verständnis für die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für die Tätigkeiten ihrer Mitarbeiter zu haben (Desk Workers 43 %, Deskless Workers 40 %). Ebenso steht das Internet der Dinge bei den befragten Unternehmensentscheidern höher im Kurs (Desk Workers 49 %, Deskless Workers 45 %).

Dennoch bestätigt die Umfrage laut Georg Beyschlag, Executive Vice President Strategy & Corporate Development bei TeamViewer, dass es in vielen Unternehmen noch keine genaue Vorstellung davon gibt, wie die Arbeitswelten jenseits der klassischen Bürojobs in die Digitale Transformation eingebunden werden können. Dabei sind rund 80 Prozent aller weltweit Beschäftigten Teil dieser so genannten „deskless workforce“. Folglich sollten Unternehmen in Zukunft diese Arbeitsplätze besser in digitale Prozesse einbinden.

Technologien als Stütze

Dass neue Technologien in Zukunft einen Großteil der Arbeitsaufgaben eigenständig übernehmen werden, befürchten nur 13 Prozent aller befragten Arbeitnehmer. Allerdings erwarten 26 Prozent der Befragten, dass ihnen lästige Routineaufgaben oder gefährliche Tätigkeiten zukünftig durch neue Technologien abgenommen werden könnten. Noch optimistischer sind die befragten Arbeitgeber. 65 Prozent davon sind der Meinung, dass ihre Angestellten zukünftig von solchen Tätigkeiten entlastet werden

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 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin, Vogel IT-Medien