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Definition Was ist ein Mainframe?

| Autor / Redakteur: Laimingas / Dr. Andreas Bergler

Als Mainframe bezeichnet man einen Großrechner oder eine Großrechenanlage. Es handelt sich dabei um ein komplexes und leistungsstarkes System, das weit mehr Kapazitäten als ein PC oder ein typischer Server mit sich bringt.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Die ersten Mainframes basierten noch auf Röhrentechnik und wurden überwiegend militärisch genutzt. Mit der Erfindung des Transistors in den 1950er Jahren erweiterte sich der Kundenkreis zunächst um Forschungsinstitute, später um Rechenzentren, Banken, Versicherungen, Behörden und große Unternehmen.

In diesen Branchen können Mainframes ihre Stärken voll ausspielen. Typische Anwendungsbereiche sind zum Beispiel die zuverlässige Verarbeitung von großen Datenmassen, wie sie bei bei Banken und Versicherungen anfallen, die Abwicklung von Massentransaktionen (Banküberweisungen, Geldautomaten-Transfers, Flugbuchungen etc.) sowie die Bearbeitung unternehmenskritischer Daten in großem Stil.

Die gleichzeitige Beanspruchung durch viele Nutzer und ausgeführte Anwendungen stellt hohe Anforderungen an das Betriebssystem eines Mainframes. Es muss in der Lage sein, die Rechenleistung gleichmäßig zu verteilen, so dass jeder Nutzer seine Aufgaben ohne Verzögerungen und Wartezeiten erledigen kann.

Abgrenzung zu Supercomputern

Ein Mainframe ist nicht gleichzusetzen mit einem sogenannten Supercomputer. Beide unterscheiden sich grundlegend in ihren Funktionen und auch in ihrer Konstruktion. Supercomputer werden im Hinblick auf sehr hohe Rechenleistungen entwickelt, um jeweils eine komplexe Aufgabe wissenschaftlicher oder technischer Natur zu lösen. Ein Mainframe hingegen ist auf einen hohen Datendurchsatz und große Zuverlässigkeit ausgelegt.

Die Komponenten eines Großrechners sind robust, hochgradig redundant und fein aufeinander abgestimmt. Deshalb kann eine fällige Wartung im laufenden Betrieb durchgeführt werden, ohne dass es zu einer Beeinträchtigung oder Unterbrechung kommt. Das gilt auch für den Austausch von Hardwareteilen oder einer Aufrüstung mit zusätzlichen Komponenten.

Abgrenzung zu Client-Server-Systemen

Client-Server-Systeme sind in allen Branchen heutzutage die vorherrschende IT-Architektur. Hierbei werden intelligente Endgeräte (Clients), die für sich autonom funktionieren, mit Servern verbunden, auf deren Leistungen sie für bestimmte Aufgaben zurückgreifen können.

Bei einem Mainframe hingegen erfolgt die gesamte Datenverarbeitung zentral auf dem Großrechner. Die Endgeräte dienen lediglich der Eingabe von Daten und der Darstellung von Ergebnissen, können also recht einfach gestrickt sein, obwohl in der Regel normale PCs dafür verwendet werden.

Durch die Client-Server-Technologie haben Mainframes zwischenzeitlich an Bedeutung verloren. In großen Unternehmen und Organisationen tun sie jedoch immer noch ihre Dienste bei der Verwaltung umfangreicher Datenbanken oder von Netzwerken mit einer Vielzahl von angeschlossenen Arbeitsplatzrechnern. Der bedeutendste Anbieter auf dem Mainframe-Markt ist seit Jahrzehnten der amerikanische Hersteller IBM.

Eine Wiederbelebung erfahren Mainframes durch den Einsatz bei Online-Spielen. Sie erledigen den hohen Datendurchsatz, während dedizierte Server die nötige Rechenleistung bereitstellen. IBM stellte 2007 zum ersten Mal eine solche Kombination vor, die auch als Gameframe bezeichnet wird.

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