Erfolgreiches Netzwerk-Redesign mit Cisco-Komponenten VoIP rechnet sich für die MHB-Bank

Redakteur: Dr. Andreas Bergler

Während andere Unternehmen noch über die Einsparpotenziale von Voice-over-IP-Lösungen nachdenken, reduziert die MHB-Bank AG schon jetzt bei jedem Telefongespräch erheblich ihre Kosten. Geplant und realisiert wurde das VoIP-Projekt von der Controlware GmbH.

Firmen zum Thema

Mit VoIP spart die MHB-Bank bares Geld.
Mit VoIP spart die MHB-Bank bares Geld.
( Archiv: Vogel Business Media )

Bei der MHB-Bank, die damals noch unter dem Namen Mitteleuropäische Handelsbank firmierte, standen im Jahr 2005 große Veränderungen an. Nach einer zwei Jahre dauernden Restrukturierungsphase gehört das Unternehmen seit 31. Mai 2005 zur Lone Star Gruppe. Der US-Finanzinvestor übernahm zu diesem Stichtag sämtliche Anteile von dem bisherigen Alleinaktionär, der Nord/LB Hannover. Der Eigentümerwechsel spiegelte sich nicht nur in der Umfirmierung zur MHB-Bank AG wider. Er stellte die Mitarbeiter und die Organisation insgesamt vor eine ganze Reihe neuer Herausforderungen.

Die Bilanzsumme und das Geschäftsvolumen stiegen ad hoc um 195 beziehungsweise 178 Prozent an. Parallel dazu erhöhte sich die Zahl der Mitarbeiter innerhalb kurzer Zeit von 20 auf 32. Der Finanzdienstleister tätigt kein Kassengeschäft, sondern stellt die Mehrzahl seiner Dienste elektronisch zur Verfügung. Eine weitere Expansion wäre mit der bestehenden IT-Infrastruktur nicht möglich gewesen. Im Frühjahr 2005 nutzte die MHB-Bank drei Switches. Sowohl Server als auch Endgeräte befanden sich in einem Segment. Die eingesetzte AS/400 war über Token Ring in das Netzwerk eingebunden. Für Lorenz Nickel, Leiter der EDV bei der MHB-Bank, war schnell klar, dass diese Netz-Konstellation keine Zukunft hatte.

Bildergalerie

Im ersten Schritt sollte Token Ring als Protokoll abgelöst werden. Dazu kam, dass ein Umzug in neue Räumlichkeiten geplant war. Eine weitere Anforderung an die geplante IT-Infrastruktur stellte die Integrationsfähigkeit von Sprache in das Datennetz dar. Mit diesen Vorgaben wandte sich die MHB-Bank an Controlware.

Dienstleistungen aus einer Hand

Nach eingehender Analyse erstellte das Team des Systemintegrators und IT-Dienstleisters ein Konzept, das auch zukünftige Anforderungen abdeckt. In dessen Mittelpunkt standen die Catalyst-Switching-Systeme von Cisco. Nach der Auswertung weiterer Angebote entschied sich Lorenz Nickel für Controlware als Realisierungspartner. Ausschlaggebend für seine Entscheidung war die komplette Dienstleistung aus einer Hand: Controlware konnte von der Beratung über die Installation bis zur Schulung und Wartung alle Leistungen erbringen. Da die Netzwerkumstellung in keiner Weise den laufenden Betrieb beeinflusste, konnte die erste Projektphase schon im August 2005 erfolgreich abgeschlossen werden.

Realisierung mit Cisco

Ohne Zeitverzögerung wurde dann der Aufbau eines flexiblen Netzwerkes im neuen Gebäude in Angriff genommen. Jetzt war auch der Zeitpunkt für die Realisierung von Voice over IP gekommen. Dabei legte die MHB-Bank besonderen Wert auf eine redundante Auslegung des Netzwerkes, um maximale Ausfallsicherheit zu gewährleisten. Auch Aspekte wie die Erweiterbarkeit der Lösung auf bis zu 250 Mitarbeiterplätze, die einfache Handhabung sowie die Möglichkeit, alte Telefonnummern problemlos in Outlook übernehmen zu können, mussten berücksichtigt werden.

Zusammen mit seinem Technik-Team erarbeitete Jens Caspary, Verkaufsleiter der Geschäftsstelle Mitte von Controlware, Alternativvorschläge zur Umsetzung des Projektes. Neben einer reinen Cisco-Lösung standen der kombinierte Betrieb von VoIP mit einer Telefonanlage sowie der Einsatz von IP-Telefoniekomponenten eines weiteren Herstellers zur Diskussion. Nach einer sorgfältigen Kosten-Nutzenanalyse entschied sich die MHB-Bank für die Lösung mit den Cisco-Komponenten.

Als Switch setzte die MHB-Bank auf die Catalyst Systeme der 3750er-Baureihe. Dazu nutzt der Finanzdienstleister Cisco IP-Telefone 7950, die über den Cisco Call Manager verwaltet werden.

Signifikante Einsparungen

Insgesamt erweist sich die Lösung als sehr kostengünstig. Vergleicht man die Miete der TK-Anlage mit dem Kaufpreis der VoIP-Lösung, lässt sich ein Return on Investment innerhalb kurzer Zeit erzielen. Doch die Vorteile liegen nicht nur in der Anschaffung. Auch im laufenden Betrieb überzeugt die Voice-over-IP-Lösung. Gibt es doch jetzt die Kommunikation mit weiteren Unternehmen des Firmenverbundes oder auch mit externen Kunden quasi zum Nulltarif: Sobald ein Partnerunternehmen ebenfalls VoIP einsetzt, reicht eine Kopplung der Netze über eine sichere Verbindung und schon können die Mitarbeiter alle Vorteile wie Kurzwahlen oder Informationsservices zur Kommunikation nutzen.

Aussichten

Durch die reine VoIP-Variante konnte auf eine zusätzliche Verkabelung verzichtet werden. Zu jedem Arbeitsplatz führt nur ein Cat7-Kabel, über das die gesamte Kommunikation läuft. Eine konventionelle TK-Anlage hätte mindestens die doppelte Anzahl Verbindungen benötigt. Doch das Team um Lorenz Nickel spart auch Verwaltungs- und Installationsaufwand: So ist beispielsweise beim Umzug eines Mitarbeiters im Haus nur das Telefon umzustecken und der PC anzumelden. Seine persönliche Telefonnummer bleibt dem einzelnen Mitarbeiter erhalten. Im nächsten Schritt soll Voicemail für alle Mitarbeiter realisiert werden.

(ID:2007551)