Wie man das Virtualisierungs-Geschäft erfolgreich vorantreibt – ein Erfahrungsbericht

VMware-Partner Sievers-Group: „Wer über den UVP verkauft, verliert den Kunden“

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ITB: Im Storage-Bereich setzen Sie auf HP. Ist es problematisch, als VMware-Partner nicht auf VMware-Mutter EMC zu bauen?

Ohlmeyer: Das ist gar kein Problem, denn die Management-Tools von HP und VMware arbeiten reibungslos zusammen. VMware-Umgebungen lassen sich mit HP-Management-Tools wunderbar steuern. Der Administrator muss nur eine Oberfläche bedienen. So werden Einsparungen greifbar.

Treidel: Es gab keine einzige Situation, in der wir als HP-Storage-Partner bemerkt hätten, dass VMware eine EMC-Tochter ist. Wir wurden nie auch nur mit der leisesten Bemerkung zu einem Wechsel gedrängt.

ITB: Ihre Umsätze mit Virtualisierungs-Projekten sind stetig gestiegen. Was war wesentlich für diesen Erfolg?

Treidel: Umfassendes Wissen rund um die virtuelle Infrastruktur ist die Basis. Nur von hier ausgehend ist es sinnvoll, die nächsten Schritte zur Virtualisierung aller anderen Bereiche zu unternehmen. Jeder unserer Mitarbeiter verfügt über dieses Basis-Wissen. Wer über den UVP verkauft, verliert letztlich den Kunden. Wir haben viele Kunden gesehen, die hier am falschen Ende gespart haben. Sie kommen normalerweise alle wieder zurück.

ITB: Welche weiteren Bausteine werden Sie 2010 in Angriff nehmen?

Treidel: Wir starten Anfang 2010 mit den Schulungen zu Business Continuity und Virtual Management. Denn erstens wird es künftig darum gehen, Kunden einen individuell gestalteten Mix aus virtualisierten und nicht-virtualisierten Lösungen anzubieten und zu managen, die er teils im eigenen und teils im ausgelagerten Rechenzentrum nutzen kann. Es wird langfristig keine rein physikalischen Systeme mehr geben, sondern nur eine Web-Oberfläche, über die sich diese virtualisierten Umgebungen steuern lassen. Zweitens kommt die Frage nach Hochverfügbarkeit, Disaster Recovery, Backup - einfach alles, was für die Business Continuity unerlässlich ist - jetzt richtig zum Tragen, weil auch die Wirtschaftsprüfer gehalten sind, diese zu prüfen.

ITB: Wie entscheidend ist gerade bei der Virtualisierung dieser Hochverfügbarkeits-Themen der Kostenaspekt?

Ohlmeyer: Er ist kaum zu überschätzen. Denn die Virtualisierung hat die Möglichkeiten, den unterbrechungsfreien IT-Betrieb zu gewährleisten, extrem günstiger gemacht. Die herkömmlichen, enorm teuren und dennoch unsicheren - weil meist nicht zu testenden - Cluster-Verfahren sind überflüssig geworden. Lösungen, wie beispielsweise der VMware Site Recovery Manager, erlauben es, zielgerichtet einen ganzen Site-Ausfall im Produktiv-Betrieb zu testen beziehungsweise zu simulieren. Das war vor Jahren noch unvorstellbar.

ITB: Wie zugänglich sind mittelständische Kunden, die schon eine Cluster-Lösungen nutzen, für den Schwenk zur Virtualisierung?

Treidel: Wenn unsere Kunden die Stabilität von VMware beispielsweise im Server-Bereich einmal erfahren haben, dann wurde der Cluster abgeschafft und auf VMware High Availability gesetzt.

ITB: VMware wollte ursprünglich die vSphere 4 Enterprise Version einstellen. Jetzt wird sie doch weiter angeboten. Wie bewerten Sie diese Entscheidung?

Ohlmeyer: Das war die richtige Entscheidung, wir sind sehr froh darüber.

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