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Mit 200 MBit pro Sekunde durch die Wand Verschlüsselte Daten über Powerline sind auf dem Vormarsch

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Intel hat gefallen am Homeplug-Standard gefunden und plant diese Inhouse-Powerline-Technologie in Desktop-Plattformen zu implementieren. Die Geräte werden derweil immer ausgefeilter und der Markt erwachsener.

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Einstecken, Knopf drücken, verschlüsselte Daten schicken – so einfach ist das Prinzip »Homeplug«.
Einstecken, Knopf drücken, verschlüsselte Daten schicken – so einfach ist das Prinzip »Homeplug«.
( Archiv: Vogel Business Media )

Verlegte Stromkabel werden immer öfter zur Netzwerkinfrastruktur umfunktioniert. Für Techniken aus diesem Umfeld – überbegrifflich Inhouse-Powerline genannt – gibt es mehrere Standards, darunter namentlich UPA, Panasonic und Homeplug. Letzterer bekommt gegenwärtig Auftrieb durch eine Ankündigung von Branchentreiber Intel auf einer Entwicklerkonferenz in Peking, der ab 2008 die Powerline-Technik in zukünftige Desktop-Plattformen integrieren will. Kunden künftiger Intel-Desktop-Plattformen sollen demnach wählen können, ob die Homeplug-Technik gleich integriert sein soll.

Der Aufbau eines kleineren Datennetzwerks ohne dabei Ethernet-Kabel zu verlegen oder WLAN-Access-Points aufzustellen ist dann ab Werk ohne zusätzlichen Adapter für den Rechner möglich. Intel hat den Verband, der den Homeplug-Standard definiert – die Homeplug Power Alliance – im Jahr 2000 verlassen, ist aber 2005 wieder beigetreten.

Hersteller Devolo aus Aachen, der auf den Homeplug-Standard setzt, hat für Ende des dritten Quartals Homeplug-Adapter der Bezeichnung »dLAN 200 AVeasy« angekündigt, die verschlüsselte Datenübertragungen mit bis zu 200 MBit pro Sekunde erlauben sollen – Datenübertragungsraten, die auch in der anbrechenden HTDV-Ära bestehen könnten.

Einfach auf den Knopf drücken

Installation ist beim simplen Handling der Technik fast ein zu großes Wort. Die Inbetriebnahme innerhalb eines Stromnetzes (begrenzt durch den Sicherungskasten) ist denkbar einfach: Die beiden Adapter mit dem Aussehen eines gewöhnlichen Steckdosennetzteils kommen in je eine Steckdose, die Netzwerkkabel in die Adapter und den PC beziehungsweise den Router. Innerhalb von zwei Minuten muss bei den neuesten Modellen dann noch an beiden Adaptern ein Knopf gedrückt werden und schon passiert folgendes: Die Adapter handeln dynamisch ein Passwort aus und bauen eine verschlüsselte Verbindung auf (128-Bit-AES-Technologie). Weitere Adapter werden in das Multicast-Netzwerk per Knopfdruck eingebunden. Ein einzelner »dLAN 200 AVeasy«-Adapter wird Endkunden etwa 110 Euro kosten, der Doppelpack wird preislich bei 200 Euro rangieren.

Der Markt wird erwachsen

Naturgemäß ist es den Herstellern ein Dorn im Auge, wenn es nur einen Produzenten auf dem Weltmarkt gibt, der eine Kernkomponente ihres Produkts liefert. Bei Homeplug-Geräte-Anbietern gilt diese kritische Konstellation für den Homeplug-Chip und den bislang einzigen Lieferanten Intellon. Doch der Markt wird erwachsen, sagte Werner Fehn, Leiter des Bereiches Product Management bei der Devolo AG zu IT-BUSINESS. Ein weiterer Chip-Hersteller formiere sich gegenwärtig als zweite Quelle. Naturgemäß erhöht das die Sicherheit der Hersteller in diesem Metier dank größerer Einkaufssicherheit. Außerdem werden wegen der sich anbahnenden Konkurrenzsituation im Zuliefererumfeld auch die Preise der Adapter nach unten gehen.

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