Studie zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit Unternehmen zögern, in Nachhaltigkeit zu investieren

Autor Ann-Marie Struck

Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind aktuelle Themen für Politik und Wirtschaft. Einer Studie von Ricoh zufolge ist vielen europäischen Unternehmen nicht bewusst, wie digitale Lösungen ihre Umweltbilanz verbessern können.

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ESG (Environmental, Social and Corporate Governance ) ist eine Bewertung des kollektiven Bewusstseins eines Unternehmens für soziale und ökologische Faktoren.
ESG (Environmental, Social and Corporate Governance ) ist eine Bewertung des kollektiven Bewusstseins eines Unternehmens für soziale und ökologische Faktoren.
(Bild: khanchit - stock.adobe.com)

Die Digitalisierung trägt zum gesellschaftlichen Wandel bei. Dabei spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Obwohl Unternehmen versuchen nachhaltiger zu sein, wissen viele Führungskräfte nicht, wie digitale Lösungen ihnen dabei helfen können. So das Ergebnis einer Studie von Ricoh, die von Opinion Matters durchgeführt und für die 1.500 Entscheidungsträger in ganz Europa befragt wurden.

56 Prozent der in der Studie befragten Führungskräfte haben Schwierigkeiten, in umweltfreundliche Maßnahmen zu investieren, weil andere Geschäftsbelange als dringlicher angesehen werden. 67 Prozent der Befragten geben an, ihre Investitionen im Bereich der Digitalisierung unverändert beizubehalten oder sogar zu erhöhen, erkennen jedoch nicht, dass sich die Verbesserung der IT-Infrastruktur auch positiv auf die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele auswirkt.

Gleichzeitig sind 67 Prozent der Ansicht, ihr Unternehmen habe eine Verantwortung, proaktiv auf globale Herausforderungen wie den Klimawandel zu reagieren. Das zeigt deutlich, dass der Druck von Politik und Gesellschaft auf Unternehmen, ihre ESG-Perfromance zu erhöhen, durchaus da ist und von den Firmen auch wahrgenommen wird.

Was ist ESG?

Das Kürzel ESG steht für die englischen Begriffe: Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung ). Diese drei Kriterien bewerten das kollektive Bewusstseins eines Unternehmens für soziale und ökologische Faktoren.

Keine Investitionen in Digitalisierung

Obwohl den Führungskräften bewusst ist, dass sie mehr tun müssen, haben der Studie zufolge nur 24 Prozent der Unternehmen in den letzten 18 Monaten ihre Investitionen in Nachhaltigkeitsaktivitäten erhöht. Dabei kann die digitale Transformation Unternehmen helfen, ihre ESG-Ziele zu erreichen. Diese Erkenntnis ist jedoch noch nicht in allen Führungsetagen angekommen, denn nur 34 Prozent der Führungskräfte nehmen Technologie als Wegbereiter für nachhaltige Geschäftspraktiken wahr. Vielmehr sind 71 Prozent der Ansicht, dass die digitale Transformation ihnen nicht hilft, die langfristigen Nachhaltigkeitsziele ihres Unternehmens zu erreichen.

Für Führungskräfte ist die Verbesserung der IT-Infrastruktur eine weniger geeignete Maßnahme um die Reduzierung der Umweltbelastung eines Unternehmens voranzutreiben. Allerdings hat fast die Hälfte aller Organisationen Cloud-Technologien (45 %), hybrides Arbeiten (45 %) und Big-Data-Lösungen (42 %) eingeführt – allesamt Lösungen, die die Energieeffizienz der Unternehmen verbessern, die relevanten Daten für die ESG-Berichterstattung effektiv erfassen und bereitstellen sowie die globale Zusammenarbeit fördern.

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