Sicher ist beim Markt für Komponenten und Peripheriegeräte momentan gar nichts. Zwar sollten das Ende von Windows 10 und spannende neue Produkte auch hier für wachsenden Bedarf sorgen, aber die unsichere Wirtschaftslage und die US-Zölle trüben das Bild.
Das Geschäft mit Mainboards und CPUs für Privatkunden ist vor allem durch das Gaming getrieben. Herkömmliche Consumer-PCs werden eher ersetzt als aufgerüstet.
(Bild: rai - stock.adobe.com / KI-generiert)
Um 9,4 Prozent sind die weltweiten Lieferungen von Notebooks und Desktop-PCs im ersten Quartal 2025 gestiegen, melden die Marktforscher von Canalys. Für die Branche insgesamt ein erfreuliches Plus und auch für die Lieferanten von Peripheriegeräten und Komponenten. Schließlich werden für neue Rechner oft auch gleich neue Eingabegeräte, Monitore und sonstige Peripherie gekauft. Der Verkauf von Komponenten über den Channel steigert sich durch den Bedarf kleinerer Systemintegratoren und von Endanwendern, die sich entweder Rechner selbst zusammenbauen oder bestehende PCs aufrüsten, etwa um sie fit für Windows 11 zu machen.
Computex 2025
Auch 2025 wird das Thema KI auf der Computex eine große Rolle spielen
(Bild: TAITRA)
Unter dem Motto „AI Next“ startet am 20. Mai die Computex 2025. Bei der dreitägigen Messe im Taipei Nangang Exhibition Center werden etwa 1.400 Aussteller erwartet. Top-Themen sollen KI und Robotik, neue Technologien und die Zukunft der Mobilität sein. Aber natürlich werden viele Hardware-Hersteller hier PC-Komponenten und Peripheriegeräte präsentieren. Erwartet werden unter anderem ein ARM-Prozessor für Windows-Rechner von Nvidia und Mediatek und die Radeon RX 9060 XT von AMD.
Allerdings geht dieser weltweite Anstieg zu einem guten Teil auf das Konto der USA, wo die Händler aus Furcht vor hohen Zöllen ihre Lager füllen. Denn die US-Regierung hat zwar viele IT-Produkte von dem horrenden 145 Prozent Zoll für Importe aus China ausgenommen und erhebt derzeit „nur“ 20 Prozent, plant aber laut eigener Aussage eigene Zölle auf Halbleiterprodukte. Wann die kommen und in welcher Höhe, war beim Redaktionsschluss offen.
Im Gegenzug hat China stillschweigend auch seine Gegenzölle auf Chips aus den USA ausgesetzt, was die befürchteten Preissteigerungen für in China produzierte IT-Produkte zumindest dämpfen sollte. Letztendlich könnten die US-Zölle hierzulande sogar zu sinkenden Preisen führen, da die USA für viele Produkte auch für China als Markt wegfallen und diese Produkte dann nach Europa umgelenkt werden. Das kann zu Preisschwankungen aufgrund des Überangebots führen, wie Jens Spudat, stellvertretender Einkaufsleiter bei Wortmann, feststellt, was die Kalkulation für den Handel erschwert. Andererseits sieht Spudat auch die Möglichkeit, dass „Hamsterkäufe“ US-amerikanischer Firmen, die versuchen sich vor Lieferengpässen abzusichern, „die Verfügbarkeit von PC-Komponenten und Peripheriegeräten in Europa einschränken“, so Spudat.
Der Markt zeigt derzeit eine Zweiteilung mit Wachstum im B2B-Segment und Zurückhaltung bei Privatkunden.
Jens Spudat, stellvertretender Einkaufsleiter bei Wortmann
Einige Hersteller verlagern ihre Produktion aus China in andere Länder, aber das ist nicht in kurzer Zeit zu stemmen. Die Analysten von Canalys warnen angesichts der ungewissen Lage jedenfalls davor, IT-Ausgaben aufzuschieben.
Stabile Nachfrage im B2B-Segment mit KI als wichtigem Faktor
Julia Mitterdorfer, Director GCC DACH bei TD Synnex
Beim Markt für Komponenten sieht Julia Mitterdorfer, Director Global Computing Components (GCC) DACH bei TD Synnex, derzeit „stabile und gesunde Nachfrage im B2B-Segment“ und nennt hier Workstation-Komponenten wie Hochleistungs-Mainboards und professionelle GPU-Karten, Mini-PC-Barebones sowie White-Box-Server als besonders gefragte Produkte.
Als dafür verantwortliche Anwendungsbereiche nennt sie neben der Entwicklung von KI-Anwendungen das Erstellen professioneller Inhalte und das hybride Arbeiten. Wachstum sieht Mitterdorfer zudem bei Storage-Komponenten für Unternehmens- und Edge-Anwendungen. Ihr Kollege Marc Dose, Product Lead Peripherals, sieht derzeit im B2B-Sektor Bedarf nach ergonomischen Eingabegeräten und bei Privatkunden vor allem nach Gaming-Zubehör.
Hybrides Arbeiten, die Entwicklung von KI-Modellen und die Erstellung von Inhalten treiben die professionellen Anwendungsfälle weiter voran.
Julia Mitterdorfer, Director GCC DACH bei TD Synnex
Ein bemerkenswerter Trend sei „der Aufstieg von Augmented Reality und Virtual Reality. Diese Technologien finden zunehmend Anwendung in Bereichen wie Gaming, Bildung und Training, wobei AR- und VR-Headsets und Controller immer beliebter werden.“ Zudem sei die Integration von KI-Automatisierung in Peripheriegeräten auf dem Vormarsch.
VR-Brillen werden häufig in der Industrie eingesetzt und sind damit ein interessantes Produkt für Systemhäuser.
Für Wortmann sieht Spudat eine „Zweiteilung im Markt“. Einerseits im Business-Sektor ein „solides Wachstum, vor allem bedingt durch das bevorstehende Ende des Windows-10-Supports“, andererseits eine „spürbare Kaufzurückhaltung im Privatkundensegment“, bedingt durch die wirtschaftliche Unsicherheit. Im B2B-Segment sieht der stellvertretende Wortmann-Einkaufsleiter begleitend zur Beschaffung neuer Windows-11-Rechner eine steigende Nachfrage nach Headsets, Kameras, Tastaturen und Mäusen sowie nach „Netzwerkkomponenten, für die Erweiterung und Anpassung an neue Arbeitsmodelle.“ Wachstum sieht Dose auch bei Storage-Lösungen und bei Netzwerkkomponenten zur Erweiterung der Infrastruktur.
Stand: 08.12.2025
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USB-C gehört bei vielen professionellen Monitoren inzwischen zur Grundausstattung. Thunderbolt-4-Ports, wie beim 5K-Monitor Benq PD2730S, sind dagegen eine Seltenheit.
(Bild: Gorodenkoff - stock.adobe.com, Benq)
Gaming bleibt Umsatzbringer im B2C-Geschäft
Im Privatkundengeschäft ist Gaming immer noch einer der größten Umsatzbringer für Hersteller, Distribution und meist Online-Handel. Bei den Prozessoren im oberen Preissegment hat hier AMD mit den Ryzen-X3D-Modellen weiter zugelegt, während Intel mit Arrow Lake und immer noch Raptor Lake mehr das günstigere Marktsegment bedient. Laut Mercury Research konnte AMD den Marktanteil bei den CPUs für Desktop-PCs im vierten Quartal 2024 auf 27 Prozent ausbauen. Ende 2023 waren es noch 20 Prozent. Intel konnte mit Arrow Lake zwar bei der Effizienz punkten, aber speziell bei der Gaming-Leistung hat die CPU viele Kunden enttäuscht.
Marc Dose, Product Lead Peripherals, TD Synnex
(Bild: TD Synnex)
Bei den Grafikkarten bleibt Nvidia mit der RTX-5000-Familie der Platzhirsch, auch wenn deren Performance-Plus bei der Rohleistung gegenüber RTX 4000 eher bescheiden ausfällt. Einen Achtungserfolg kann AMD mit den neuen Radeon-Midrange-Modellen RX 9070 und RX 9070 XT erzielen, die immer noch Preise oberhalb der UVP erzielen. Und auch Intel hat die stärkeren Battlemage-GPU G31 für die Arc-B770-Karten nun doch an die Boardpartner geliefert, da man wohl Chancen für ein eigenes Mittelklassemodell oberhalb der B580 sieht.
Neben den Mainboards für Desktop-Workstations bringen Platinen für Gaming-PCs die höchsten Margen für die Hersteller. Hier werden für die Spitzenmodelle Preise von mehr als 1.000 Euro aufgerufen und bezahlt. Ein Trend sind dabei Platinen mit rückseitigen Anschlüssen für eine aufgeräumte Optik für PC-Gehäuse mit Sichtfenster. Im Trend liegen ebenfalls Wasserkühlungen für Prozessoren sowie modular aufgebaute Netzteile mit immer höherer Leistung.
Die neue Generation von PCIe-Gen5-SSDs wie die Samsung SSD 9100 Pro kann auch gut in Notebooks eingesetzt werden.
(Bild: Samsung)
Bei den SSDs sorgt eine neue Generation von PCIe-Gen5-Modellen mit sparsameren Controllern wie etwa die Samsung 9100 Pro dafür, dass eine hohe Leistung auch ohne ausladende Kühlkörper möglich ist.