Plusserver, Fujitsu, Systemintegratoren und ISVs Trusted Operating Partner: Einer für alle – alle für einen

Von Dr. Stefan Riedl 4 min Lesedauer

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IT-Projekte werden oft in Kooperation mehrerer Akteure umgesetzt. ­Plusserver hat ein Programm ­aufgelegt, bei dem ein zentraler Support und vordefinierte Verantwortlichkeiten ein geschlossenes System bilden. Auch Fujitsu ist an Bord, beim „­TOP-Programm“.

Beim Trusted Operating Partner Programm (TOP) bekommt der Kunde einen festen Ansprechpartner, der im gemeinsamen Projekt für alle Beteiligten steht.(Bild:  KI-generiert / Midjourney)
Beim Trusted Operating Partner Programm (TOP) bekommt der Kunde einen festen Ansprechpartner, der im gemeinsamen Projekt für alle Beteiligten steht.
(Bild: KI-generiert / Midjourney)

Wer in der IT arbeitet, kennt das Problem mit Sicherheit: Sind mehrere Akteure an einem Projekt oder IT-System beteiligt, ist im Zweifel der andere verantwortlich, wenn etwas nicht funktioniert. Die Hardware-Leute schieben es auf „Team Software“ und andersherum oder die Datenbank-Verantwortlichen haben es verbockt. Der Kunde soll sich dann von Pontius zu Pilatus wenden. Organisatorisch kann hier ein Ticket­system Abhilfe schaffen, bei dem Calls an zentraler Stelle aufgegeben werden und den Rest klären die Beteiligten intern. Diesem Grundgedanken folgt das „Trusted Operating Partner Programm“ (kurz TOP-Programm), das Plusserver initiiert hat und nun mit Partnern mit Leben gefüllt werden soll. Auch die IT-Größe Fujitsu fügt sich als potenzieller Partner für Plusserver und Systemintegratoren in dieses Öko­system ein.

Zusammen Digitalisierungsprojekte stemmen

Getreu dem Musketier-Leitmotiv „Einer für alle – alle für einen“ soll ein Modell der Zusammenarbeit etabliert werden, mit dem große Ausschreibungen gewonnen werden können. Aber freilich werden auch kleinere Projekte nicht verschmäht. „Letztendlich geht es darum, dass der Kunde für komplexe Digitalisierungs­vorhaben einen ­Ansprechpartner statt wenig gut organisierte Bietergemein­schaften erhält. Das beginnt bereits bei ­einfachen Dingen wie einem zentralen Support-Prozess und einem Ticketsystem“, fasst Manuel Ohnacker, Chief Sales Officer bei Plusserver, zusammen. Beim Trusted Operating Partner Programm sollen alle Kompetenzen und Prozesse gebündelt werden, die Kunden für Digitalisierungsprojekte brauchen. Betrachtet werden hierfür im Vorfeld:

  • Skillsets der Partner,
  • Kernprozesse,
  • Bereitstellen von offenen Schnittstellen samt deren Integration,
  • Definieren von Reporting-Stufen von Partner zu Partner bis hin zum Kunden,
  • Integration von 3rd-Party-Partnern mit zusätzlichen Kompetenzen.

Prozesse sind geklärt und automatisiert

„Das Ziel des TOP-Programms ist, dass Prozesse auf beiden Seiten bereits geklärt und idealerweise automatisiert sind“, so Ohnacker. Man kennt die Prozesse der anderen Beteiligten und ist optimalerweise im ständigen Austausch, um schnelle Lösungen für den Kunden zu finden. Die Plusserver-Cloud des Programm-Initiators spielt hierbei eine zentrale Rolle bei der Umsetzung. Dahinter stehen vier eigene Datacenter, die die vorgeschriebene KRITIS-Distanz von 30 Kilometern und mehr für hochverfügbare Datenverarbeitung sowie den Disaster-Recovery-­Standard von mehr als 200 Kilometern erfüllen. Betrieben werden HA-Zonen (High Availability), einmal „West“ mit den Standorten Köln und Düsseldorf sowie „Nord“ mit zwei Rechenzentren in ­Hamburg. Die Zonen dienen gegenseitig als Disaster-Recovery-Zone.

Das Ticketsystem ist eine entscheidende Komponente, die dem Kunden einen Single-Point-of-Contact ermöglicht.

Manuel Ohnacker, Chief Sales Officer, Plusserver

Systemintegrator ist Ansprechpartner

Ein wichtiges Verkaufsargument bei dem Konzept ist der zentrale Kundenansprechpartner, der für das Projekt geradesteht. Ohnacker präzisiert: „Im TOP-Programm treten die Partner als eine Entität nach außen auf, wobei die Verantwortlichkeiten und rechtlichen Absicherungen entsprechend im Vorfeld geklärt sind.“ Das ist in der Regel ein Systemintegrator. Dieses Ökosystem umfasst aber zudem MSPs, den Initiator Plusserver mit seinen As-a-­Service- und Rechenzentrums-Angeboten sowie eingebundene ISVs mit branchenspezifischen Lösungen, um deren Implementierung es letztlich geht. Es werden klare Kommunikationswege und Zuständigkeiten vereinbart.

Hintergrund

Werdegang Plusserver

Plusserver wurde 1999 gegründet und war zunächst voll im Direct Sales. Bis 2020 hat sich das Unternehmen vom Hoster und Service-Provider hin zum Cloud-Anbieter transformiert. 2020 und 2021 kamen die eigenen Cloud-Lösungen Pluscloud VMware und Pluscloud Open auf den Markt. Mitte 2022 startete der Channel-Vertrieb und der Aufbau eines Ökosystems. Stand jetzt hat Plusserver etwa 55 Partner. In letzter Zeit kamen tendenziell weniger klassische Reseller als vom Unternehmen erwartet hinzu, dafür mehr MSPs und die ersten ISVs.

Ticketsystem als organisatorische Klammer

Im laufenden Betrieb ist das Ticketsystem eine Art organisatorische Klammer, die dem Kunden einen Single-Point-of-Contact ermöglicht. „Hier werden keine Verantwortlichkeiten von A nach B geschoben, sondern man agiert gemeinsam und problemlösungsorientiert“, sagt der Vertriebsleiter. Im Innenverhältnis gibt es vor diesem Hintergrund „standardmäßige Regelungen für eine gedeihliche Zusammenarbeit in Form von branchen­üblichen SLAs, allgemeinen Geschäftsbedingungen, aber vor allen Dingen auch klar abgesteckten Verantwortlichkeiten, sodass kein Ticket ins Leere laufen wird oder es Diskussionen über Zuständigkeiten gibt“, ist der Plusserver-Manager zuversichtlich. „Die Laufwege sind von Anfang an klar und werden sich im Laufe der gelebten Zusammenarbeit zu Trampelpfaden entwickeln.“

Fujitsu-Partnerschaft für die souveräne Cloud

Da IT-Projekte kompliziert werden können, ist es von Vorteil, wenn Verantwortlichkeiten nicht von A nach B nach C geschoben werden können.(Bild:  KI-generiert / Midjourney)
Da IT-Projekte kompliziert werden können, ist es von Vorteil, wenn Verantwortlichkeiten nicht von A nach B nach C geschoben werden können.
(Bild: KI-generiert / Midjourney)

Mit Fujitsu wurde zudem eine strategische Partnerschaft geschlossen, die das Thema „souveräne Cloud“ in Deutschland adressiert. „Unsere Partnerschaft mit Fujitsu hat einen hohen Stellenwert für Plusserver, denn Fujitsu ist praktisch unser erstes Member in besagtem TOP-Programm. Die Partnerschaft umfasst drei Kernkomponenten: Wir sind Partner in Sachen Hybrid-IT – Fujitsu fungiert hier als Reseller. Wir sind OEM-Partner, dahingehend, dass Plusserver-Produkte Teil des uScale-Portfolios werden. Und darüber hinaus sind wir Technologie-Partner, das heißt, wir entwickeln gemeinsame Angebote, angefangen haben wir bereits im KI-Umfeld.“ Weitere Themenfelder sollen folgen.

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Hier können keine Verantwortlichkeiten von A nach B geschoben werden.

Manuel Ohnacker, Chief Sales Officer, Plusserver

Fujitsus uScale-Portfolio

Von ihrer Natur her ist die Kooperation mit dem Unternehmen Fujitsu flexibel ausgelegt. Das uScale-Portfolio soll dabei auch Systemintegratoren anziehen. „Fujitsu ist sehr projektgetrieben und hat auch die Möglichkeit, kundeneigene oder spezifische Systeme in unseren Rechenzentren aufzubauen“, lässt der Manager durchblicken. Insgesamt will man so sehr individuelle Pakete schnüren können, die Kundenanforderungen abdecken. n

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